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Die Straße neben der B 15 (l.) soll einem Geh- und Radweg weichen.

Umgestaltungsmaßnahmen

Wie Dorfen die B 15 ein wenig lieb gewinnen will

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Eine Ampelanlage hier, eine Verkehrsinsel da und dazwischen ein paar Bäume und Hecken. Mit solchen Maßnahmen soll die B 15 in Dorfen umgebaut werden.

Dorfen – Autofahrer sollen dadurch den Eindruck bekommen, dass sie nicht auf einer Durchgangs-, sondern auf einer innerstädtischen Straße unterwegs sind. Das soll mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer bringen.

Zweieinhalb Stunden diskutierte der Stadtrat am Mittwochabend über Sinn und Unsinn solcher Maßnahmen. Und ein Wort schwebte lange unausgesprochen über der Debatte: Ortsumfahrung. Stadtplanerin Martina Schneider plant zusammen mit dem Verkehrsexperten Ullrich Glöckl im Auftrag der Stadt die Umgestaltung der Bundesstraße in Dorfen. Eingearbeitet werden dabei Ideen dreier anderer Planer, die als Sieger eines von der Stadt 2010 ausgelobten Wettbewerbes zum Thema hervorgegangen sind. Im Stadtrat legte Schneider jetzt das erste Ergebnis der Planung vor, das noch auf „Konzeptebene“ angesiedelt sei, wie sie betonte. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, „die B 15 als innerstädtische Straße auszubilden“. Autofahrer sollten Fußgänger und Radfahrer „partnerschaftlich wahrnehmen“. Derzeit habe die B 15 aber den Charakter einer Durchfahrtsstraße, „in der Autos absolut bevorrechtigt sind“. Um Autofahrern mehr Aufmerksamkeit abzuverlangen, müsse das Straßenprofil geändert werden, so Schneider.

Einigkeit herrschte im Stadtrat noch bei dem Vorgeschlag, die eher als gefährlich eingestufte Fußgängerquerungshilfe bei den Verbrauchermärkten rückzubauen. Hier soll an anderer Stelle eine Ampelanlage installiert werden. Dann war es aber auch schon vorbei mit dem Konsens. Die Auflassung der Verkehrsinsel an der Abzweigung zur Mühlangerstraße zugunsten eines größeren Kurvenradius für Lastwagen wurde höchst problematisch gesehen. Täglich würden viele Kinder auf dem Weg zur Schule diese Stelle queren. Wenn eine Insel fehle, entstehe eine Gefahrenstelle.

Auch der Vorschlag, zwischen altem Feuerwehrhaus und Herzoggraben die Bundesstraße durch eine etwa 60 Meter lange Mittelinsel optisch in zwei Fahrbahnen zu teilen, wurde mit Bedenken gesehen. Dadurch soll zwar eine vom Straßenbauamt gewünschte Abbiegespur mit Ampelanlage in Richtung Gartenstraße entstehen, aber die paralell zur B 15 verlaufende Straße zwischen Gartenstraße und Jugendzentrum würde wegfallen und durch einen wesentlich schmäleren Geh- und Radweg ersetzt werden. Die Folge davon: Die Bundesstraße würde auf dieser Seite um etwa vier Meter näher an die Wohnbebauung heranrücken.

Für Josef Jung (ÜWG) ein „Unding“. „Funktionierende Wege werden kaputt gemacht, Anwohner mehr Lärm ausgesetzt.“ Überdies würden auch auf der Seitenstraße vorhandene Parkplätze wegfallen. Die Anwohner vor zusätzlicher Immission zu schützen, das forderte auch Ursula Frank-Mayer (Grüne).

Martin Heilmeier (Landlisten) forderte im Zuge des Umbaus zweierlei: Es dürfe nicht zu mehr Staus kommen, und die Anwohner müssten vom Lärm der B 15 entlastet und nicht stärker belastet werden. Martin Greimel (CSU) warf daraufhin eine „Grundsatzfrage“ auf, die bis dahin tabu war: „Sollten wir nicht eher über eine Umfahrung nachdenken?“ Fraktionskollege Michael Oberhofer ergänzte: „Mit der vorgestellten Planung fährt kein einziges Fahrzeug weniger durch Dorfen.“ Mit der Behauptung von Umweltreferent Gerald Forstmaier (Grüne), dass zwei Drittel der täglich bis zu 20 000 Fahrzeuge auf der B 15 in Dorfen nicht vom Durchgangsverkehr, sondern vom Quell- und Zielverkehr stammten, war das Thema Umfahrung aber auch wieder beendet.

Heiner Müller-Ermann (SPD) bemängelte, dass bei den beiden, an der B 15 liegende Kindergärten keine Tempo-30-Regelung vorgesehen sei. Den Einwand der Verwaltung, dass dies vom Straßenbauamt abgelehnt werde, ließ Müller-Ermann nicht gelten. „Wir müssen nicht überall klein beigeben.“

Der Stadtrat beschloss schließlich, auf der Grundlage der vorgestellten Planung die Umgestaltung weiter zu verfolgen. Allerdings müssten die vorgebrachten Bedenken und Anregungen darin ihren Niederschlag finden.

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