Die Autoschau-Organisatoren Josef und Sabrina Jung in ihrer Versicherungsagentur.
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Die Autoschau-Organisatoren Josef und Sabrina Jung in ihrer Versicherungsagentur.

DAA-Organisatoren über die Zweifel der Aussteller und die Pläne für die Zukunft

Wieder keine Dorfener Autoschau

In Dorfen gibt es auch heuer keine Autoschau. Im Interview sprechen die beiden Organisatoren über die Gründe und die Zukunft der Ausstellung.

Dorfen – Die Dorfener Autoschau DAA fällt auch heuer der Corona-Pandemie zum Opfer. Die Organisatoren Josef Jung und seine Tochter Sabrina Jung haben sich wegen der zögerlichen Zusagen der Teilnehmer dazu entschieden. Ursprünglich hätte die Messe auf dem Meindl-Areal am Wochenende, 18./19. September, stattfinden sollen. Josef Jung hatte die DAA 2012 als ESC-Abteilungsleiter Eishockey wieder reanimiert, um Einnahmen für die Eishackler zu generieren. Seine Tochter hat ihn schon während ihres Studiums bei dieser ehrenamtlichen Aufgabe unterstützt.

Herr und Frau Jung, was sind die konkreten Gründe für die Absage?

Sabrina Jung: Die Aussteller hatten Bedenken und wollten nicht negativ dastehen, dass sie wegen der Messe zu einer möglichen Corona-Schleuder werden, falls sich die Autoausstellung zu einem Corona-Hotspot entwickelt hätte. Das verstehen wir gut. Wir wollten es nicht mit Gewalt durchziehen und uns den Erfolg von 2019 kaputt machen.
Josef Jung: Wir können es ja nur mit den Ausstellern machen. Die DAA braucht eine vernünftige Größe. Wenn es nur ein Viertel der Aussteller durchziehen will, macht es keinen Sinn. Wir wollten auch nicht schuld an steigenden Corona-Zahlen sein. Obwohl unser Hygienekonzept schon gut gewesen wäre.

Wie war grundsätzlich das Interesse der Aussteller?

Sabrina Jung: Im Frühjahr war es groß. Wir hatten viele Zusagen, sogar mehr als 2019. Manche meinten: „Super, dass endlich mal wieder jemand etwas wagt.“ Aber mit den steigenden Infektionszahlen haben wir eine Absage nach der anderen kassiert. Wenn man auf einmal nur noch 50 Prozent Zusagen hat, dann muss man die Messe nicht weiterverfolgen.

Wie viel Zeit haben Sie schon in das Projekt gesteckt?

Sabrina Jung: Die Zeit ist nicht messbar, wir machen vieles ja abends oder am Wochenende, alles ehrenamtlich in erster Linie für den ESC Dorfen, weil er uns am Herzen liegt. Wir planen schon seit 2020, da war es wegen Corona ausgeschlossen. Wir wollten es dann dieses Frühjahr angehen, allerdings waren Messen zu dem Zeitpunkt untersagt. Dieser September ist unser dritter Anlauf gewesen. Jetzt sind wir guter Hoffnung, dass wir es vielleicht nächstes Frühjahr, Anfang Sommer machen können.

Hatten Sie schon investiert?

Sabrina Jung: Wir zwei schmeißen alles alleine. Hätten wir noch Personalkosten, würde sich die DAA eh nicht rentieren. Bis dato hatten wir eine Anzeige geschaltet. Wir schauen beide sehr gerne Eishockey-Spiele an, und der ESC liegt uns einfach am Herzen. Ein Verein hat viel, aber meistens wenig Geld. Dann schaut man halt, dass man ein Sponsoring hinkriegt. Wenn wir plus minus null rausgehen, hat der ESC auch nichts davon.
Josef Jung: Die Grundkosten sind uns trotzdem geblieben, also für die Anzeige, für die Homepage und den Facebook-Auftritt. Aber das zahlen wir privat, wie 2019 auch schon.

Wäre es überhaupt möglich gewesen, die Veranstaltung so kurzfristig abzuhalten?

Sabrina Jung: Ja, wir hätten es zackzack umsetzen können. Der Ausstellungs- und Belegungsplan sowie das Hygienekonzept hatten wir schon. Wir können auf viel aus dem Vorjahr zurückgreifen. Auch Georg Stöger von der Designloge, der uns werbetechnisch begleitet, stand schon in den Startlöchern. Wir hätten nur noch die Werbung takten und die Genehmigung einholen müssen. Das haben wir nicht gemacht.

Halten Sie an der DAA fest?

Josef Jung: Auf alle Fälle. Wir müssen abwarten und schauen, welche Auflagen es gibt.

Könnten Sie sich eine digitale Alternative vorstellen?

Sabrina Jung: Nein, die Autoschau ist nur ein Erfolg, weil der Erlebnischarakter da ist. Die ganze Atmosphäre macht es aus, wenn man durch die Autoschau schlendert, sich noch einen Cocktail im Tonwerk-Biergarten gönnt oder nachher schön zum Essen geht. Man kann vieles virtuell ersetzen, aber sowas nicht.
Josef Jung: Die persönliche Kommunikation 2019 war gut, davon profitieren die DAA und vor allem die Aussteller. Das haben uns auch einige Teilnehmer bestätigt, die noch nicht so etabliert sind. Sie konnten durch die Messe ihren Bekanntheitsgrad steigern.

Ist es den Aufwand wert?

Sabrina Jung: 2019 war sehr stressig, es war unwahrscheinlich viel Arbeit. Aber wenn man durch das Tonwerk-Gelände geht, das uns Robert Decker zur Verfügung stellt, dann vergisst man die ganze Arbeit. Vor allem, wenn man sieht, wie toll es den Leuten gefallen hat und wie viel positives Feedback wir von den Ausstellern bekommen haben. Das lässt den Stress schon vergessen.
Josef Jung: Sehr viel ist natürlich dem Gelände geschuldet. Wir sind mittlerweile eine der größten Autoschauen im östlichen Bayern. Das war natürlich auch der Impuls, den die Autoaussteller genauso aufgenommen haben.

Was hatten Sie für dieses Jahr geplant?

Josef Jung: Es wäre noch besser geworden. Wir hätten das gesamte Gelände eingebaut, wir hatten die Ausstellerzahl erweitert, auch um Fahrradhändler, Brillen- oder Sportschuh-Anbieter. Auch die Polizei, die Stadtwerke und das BRK wären dabei gewesen. Wir wollten einen Marktcharakter erzeugen. Das klappt nur mit einem Mix, einer guten Mischung an Ausstellern. Auch das Rahmenprogramm für dieses Jahr stand schon.
Sabrina Jung: Die DAA ist auch für die Dorfener Geschäftsleute eine Möglichkeit, sich zu präsentieren. Auch die Innenstadt profitiert davon, weil viele Besucher kommen.

Weitere Infos: www.autoschau-dorfen.de.

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