1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding
  4. Dorfen

Sonderverkauf im Secondhand-Laden: „Wir fragen nicht nach, jeder ist willkommen“

Erstellt:

Von: Michaele Heske

Kommentare

Engagieren sich im Secondhand-Shop am Johannisplatz: Ursula Cepelec (r.) und Sonja Hermannsdorfer. Image des Ladens ändert sich gerade
Engagieren sich im Secondhand-Shop am Johannisplatz: Ursula Cepelec (r.) und Sonja Hermannsdorfer. © Michaele Heske

Die Inflation trifft viele Rentner. Das merken auch die Ehrenamtlichen im sozialen Kleiderladen in Dorfen und bieten ihre Hilfe an. Am Samstag, 6. August, starten sie einen Sonderverkauf. Sie wollen nicht nur die Sommerware loswerden, sondern auch zeigen, dass sich das Image des Ladens geändert hat.

Dorfen – Kleine Rente, hohe Preise – die Inflation trifft viele Senioren mit voller Wucht. „Gerade ältere Leute jammern nicht, selbst wenn das Budget schon am 20. des Monats aufgebraucht ist“, so die Beobachtung von Sonja Hermannsdorfer, ehrenamtliche Mitarbeiterin im sozialen Kleiderladen. Dem Dorfener Notgroschen e.V,, Träger des Secondhand-Shops am Johannisplatz, ist es in diesen immer teurer werdenden Zeiten ein großes Bedürfnis zu helfen: Schnell und unbürokratisch, etwa mit einem kleinen Überbrückungsdarlehen oder durch den günstigen Einkauf von Kleidung und Haushaltswaren.

„Jedermann ist bei uns willkommen“, sagt Vereinsvorsitzende Ursula Cepelec. „Wir führen gebrauchte, aber gepflegte Kleidung. Auch viele Neuwaren haben wir im Sortiment.“ In der Tat: Die Regale sind gut sortiert, modische Kleidung und Accessoires hängen an den Ständern. In weiteren Verkaufsräumen werden Schuhe, Geschirr oder auch Spielsachen angeboten. Kostenpunkt: zwei, drei Euro. Wer es sich leisten kann, zahlt einen Aufpreis. Oft verschenken die ehrenamtlichen Mitarbeiter die Sachen auch an Sozialhilfeempfänger und Bedürftige. Aktuell holen sich hier zudem viele Flüchtlinge aus der Ukraine die Grundausstattung, die Kosten werden später mit der Flüchtlingshilfe verrechnet.

Das hört sich für Rentner, die bis zur Inflation gerade so mit dem Geld auskamen, möglicherweise nach Almosen an. Zu sagen, ich brauche Hilfe, koste Überwindung. „Wir fragen nicht nach, wollen keinen Berechtigungsnachweis sehen“, verspricht Cepelec. „Jeder Mensch kann in Not geraten.“

Außerdem stellten sich in Dorfen mittlerweile auch viele gut situierte Leute gegen die Wegwerfgesellschaft und kauften ebenfalls aus zweiter Hand. „Die Qualität ist viel besser als bei den Billigklamotten vom Discounter“, ergänzt Hermannsdorfer.

Mit dem Erlös des Ladens wird die Kinder- und Jugendarbeit in Dorfen unterstützt, aber auch an bedürftige Rentner gedacht. „Der Verein ist das Engagement politisch unabhängiger, sozial engagierter Dorfener Bürgerinnen und Bürger“ – so steht es in der Satzung. Der Zweck: in Not geratenen Dorfenern finanzielle Hilfe zu gewähren.

Der Notgroschen finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Hilfe könne jeder erhalten, der in Dorfen gemeldet ist, sagt Cepelec. „Wir vergeben auch Darlehen, beispielsweise, wenn jemand die Miete nicht bezahlen kann.“ Oder eben aktuell kleine Finanzspritzen, wenn das Geld nicht bis zum Monatsende reicht. Der Notgroschen hat auch schon Senioren geholfen, die einen Rollator brauchten.

Sonderverkauf

Bei einem Hausverkauf am Samstag, 6. August, ab 8.30 Uhr wollen die Vereinsvorsitzende und ihr Team nun eine breitere Käuferschicht ansprechen: „Wir möchten nicht nur, dass die Sommersachen rauskommen, sondern auch zeigen, dass sich das Image des Ladens geändert hat“, sagt Ursula Cepelec.

Image des Ladens ändert sich gerade

Auch interessant

Kommentare