Gibt Machern eine Stimme: Die Erdingerin Silvia Ziolkowski hat eine Podcast-Serie im Landkreis gestartet. Dazu interviewte sie in Dorfen auch die Tonwerk-Betreiber (v. l.) Michael Lanzinger, Andi Wagner und Tobi Maier.
+
Gibt Machern eine Stimme: Die Erdingerin Silvia Ziolkowski hat eine Podcast-Serie im Landkreis gestartet. Dazu interviewte sie in Dorfen auch die Tonwerk-Betreiber (v. l.) Michael Lanzinger, Andi Wagner und Tobi Maier.

Podcast mit Dorfener Tonwerk-Macher

Tonwerk Dorfen: „Wir verlieren täglich Zeit und Geld“

„Erding Heroes“ nennt Silvia Ziolkowski ihre Podcast-Serie im Landkreis. Sie spricht mit Menschen, die den Kopf trotz Corona nicht hängen lassen, wie zum Beispiel die Macher des Dorfener Tonwerks.

Dorfen - Jammern ist nicht das Ding von Michi Lanzinger, Tobi Maier und Andi Wagner, auch wenn die Eventbranche durch die Corona-Pandemie komplett zum Erliegen gekommen ist. Die Drei nutzen die Zeit, um Umbaumaßnahmen und Zukunftsprojekte voranzubringen. In dem rund 30-minütigen Interview wird deutlich, was allen am Herzen liegt: Nämlich, „dass unsere Region und unsere Städte bunt bleiben“.

Die kleinen Geschäfte sind es, die sich trauen.

Ziolkowski betont, dass es die kleinen Geschäfte seien, die sich trauen würden, etwas Individuelles auf die Beine zu stellen. Ihnen will sie eine Stimme geben. Im Dezember hatte sie mit den Podcasts gestartet. Ihr Mann Arthur Görges ist für Film, Schnitt und Ton zuständig.

Auch im Tonwerk-Team sieht die Expertin für Visions- und Wertearbeit Helden und Zukunftsbauer, die die Region bereichern. Tobi Maier (28) und Andi Wagner (27) arbeiten seit zehn Jahren in der Branche. Sie begannen mit Open-Airs, veranstalteten den ersten Streetfood-Markt und organisierten Partys im Dorfener E3-Keller mit.

Erst die nötige Erfahrung gesammelt

In diesen Jahren haben sie die nötige Erfahrung gesammelt und ein Netzwerk aufgebaut, um ein großes Event-Projekt wie das Tonwerk stemmen zu können. Vor zwei Jahren erhielten sie die Chance, auf dem ehemaligen Areal der Ziegelei Meindl in Orlfing Kultur und Gastronomie aufzubauen. Daraus habe sich eine große Nummer entwickelt“, sagt Maier.

Der Taufkirchener Lanzinger ist erst im Herbst 2019 zu den beiden gestoßen. Seither sind sie dicke Freunde. Die Verantwortung und Aufgaben haben sie untereinander aufgeteilt. Maier ist für das Eventmanagement und die Organisation zuständig, Wagner für Marketing, Grafik und Werbung, Lanzinger für die Gastronomie und Verwaltung.

Corona hat auch das Tonwek schwer getroffen.

Die Corona-Beschränkungen haben auch das Tonwerk schwer getroffen. Den Sommer 2020 hatten die Macher noch mit einem Pop-up-Biergarten und Open-Air-Kino überbrücken können. Aber knapp sechs Wochen nach Eröffnung ihres Restaurants Mogli kam der zweite Lockdown. Also konzentrierten sie sich auf den Online-Verkauf, starteten einen Drive-in und boten Wein in Geschenkboxen an. Parallel laufe der Umbau der alten Gebäude, erklären die Drei. „Das ist unsere zweite Beschäftigung, wenn wir nicht geöffnet haben. Da geben wir Gas“, sagt Wagner.

Nun hofft das Trio, dass im Sommer wieder mehr geht, etwa in der Schlosserei, jetzt Event-Halle, die 450 Sitz- und 999 Stehplätze bietet, oder in der Disco, der früheren Heiz- und Stromzentrale, die gerade umgestaltet wird. „Das schaut richtig cool aus und wird der Hingucker im ganzen Gelände“, ist Lanzinger überzeugt. Extern vergeben sind Bierbar, Shinebar und Escape Room.

Das Projekt ist auf gut zehn Jahre ausgelegt.

Das Projekt Tonwerk ist auf gut zehn Jahre ausgelegt. Dann müssen die Investitionen „wieder drin sein“, sagt Lanzinger. Weil aber seit Monaten nichts möglich ist, „verlieren wir täglich Zeit und Geld“. Dennoch hoffen die Drei, dass die Wertschätzung für das, was an Leben und vielfältiger Gastronomie in Dorfen geboten ist, anhält.

Lanzinger denkt an die Zeit, die ihm geschenkt wurde, um in puncto Verwaltung, Buchhaltung oder Personal alles auf Vordermann zu bringen. Er wünscht sich weniger Hasskommentare in den Sozialen Medien in dieser schweren Zeit und, dass man mehr zusammenrückt und sich gegenseitig hilft, damit man die Region wieder nach vorne bringt. Und Maier ergänzt: „Je mehr los ist, desto interessanter ist Dorfen. Ich wünsche mir, dass Dorfen wieder auflebt.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare