Kiss me Kate

„Witzig anspruchslos“ für Einheimische

Dem kongenialen Duo Andreas Wiedermann und Ernst Bartmann ist mit Cole Porters Musical „Kiss me Kate“ der nächste, äußerst unterhaltsame Wurf im Jakobmayer-Saal gelungen.

Von Birgit Lang

Dorfen – Das Premierenpublikum verfolgte das luftig-locker inszenierte, temporeiche Singspiel der Opera Incognita aufgeweckt, hatte großen Spaß mit den vielen witzigen Gags, vor allem aber mit der leidenschaftlichen Darbietung der erstklassigen jungen Sänger, Schauspieler, Tänzer und des jugendlichen Chores. Begeistert, mit Jubelrufen und lang anhaltendem Applaus bedankten sich die Zuschauer für den gelungenen Abend.

Der Jakobmayer-Saal wurde wieder bestens ausgenutzt, das Publikum tribünenartig um die Bühne gesetzt, um die Sicht und die Akustik zu optimieren. Von überall her fegten, schwebten, rannten, polterten und sangen die Protagonisten und der Chor. Wiedermanns Verzicht auf Kulisse und die Konzentration auf einige wenige Requisiten, die ausgewählt und effektvoll eingesetzt wurden, reichten vollkommen aus, um die verschiedenen Szenerien der Vorstellungskraft des Publikums zu überlassen.

Musical „Kiss me Kate“ begeistert Publikum in Dorfen 

In dem Stück geht es um ein Theaterensemble, das Shakespeares „Die widerspenstige Zähmung“ aufführen möchte. In ausgefeilter Screwball-Manier inszeniert der Straubinger Regisseur die Premierennacht als „ein Stück im Stück“, das in zwei Parallelwelten spielt, in den sich die gleichen kleinen Dramen um Liebe und Eifersucht abspielen und auch noch zwei herrlich singende Ganoven (Carolin Ritter und Martin Summer) für Spannung sorgen. Romantisch im mittelalterlich-prunkvollen Gewand wechselt die Komödie in die schrill-gestylte Gegenwart hin und her, mit vielen Seitenhieben auf Dorfen. Die Komödie sei „witzig, anspruchslos und erfüllt die Erwartungen der Eingeborenen“, ist da zu hören. Und weil die zauberhafte Lilli (Samantha Britt) mit ihrer facettenreichen Sopranstimme mit dem Geldgeber des Stückes und zugleich einem US-General verlobt ist, verspricht ihr dieser „I’ll be back“ (Terminator) und sein guter Freund Donald (Trump) meint zu ihrer geplanten Heirat via Telefon nur: „That’s what I call a great idea“. Lillis Ex, egozentrischer Produzent und Womanizer Fred (Herfunnur Árnafjall) mit seinem herrlichen Bariton, ist ihr immer noch verfallen, bezirzt aber zugleich Naivchen Lois (Elisabeth Margraf, die auch für die Choreografie verantwortlich ist). Um sie buhlen wiederum ihr Freund (Michael Hasenfratz) und ein wundervoll lasziver Tänzer (Francesco Ohmayer). So kommt es zu vielen Verwicklungen, Liebes- und Eifersuchtsszenen, es knallen Ohrfeigen und wird sogar übers Knie gelegt, bis sich alles in Wohlgefallen auflöst.

Neben der bravourösen Inszenierung von Widermann, gelang dem musikalischen Leiter Ernst Bartmann wieder Außergewöhnliches. Nicht nur das er das große Orchester wie immer geschickt eindampfte, auf Kontrabass, Trompete, Saxophon, Schlagzeug und ihm am Flügel. Der Maestro entzückte das Dorfener Publikum bei dem „hochklassigen Amüsement“ auch als Lois’ schrulliger Vater mit ächzender Stimme und seinem komischen Talent in Strumpfhosen und mittelalterlichen Pumphöschen. Die Kostüme wurden von übrigens wieder von Bärbel Gruber zur Verfügung gestellt. Das gezielt eingesetzte Licht schaffte zusätzlich stimmungsvolle Atmosphäre.

Weitere Aufführungen der sehens- und hörenswerten Produktion sind am 5./ 6. Januar sowie am 19./21. Januar, jeweils um 20 Uhr. Weitere Infos unter www.opera-incognita.de. Karten gibt es beim Ticket Treff Dorfen unter Tel. (0 80 81) 13 93 und www.jakobmayer.de.

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