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Gut unterwegs: Unterstützt von (v. l.) Christoph Müller, Tommy Baldu und Christian Diener präsentierte Georg Ringsgwandl auch die eine oder andere Tanzeinlage.

Ringsgwandl im Jakobmayer

Witzig, schrill und auch skurril

Mit einer ganz besonderen Hommage zeigte sich Liedermacher und Kabarettist Georg Ringsgwandl mit Dorfen verbunden.

Dorfen – Als Zugabe, lautstark vom Publikum im ausverkauften Jakobmayer-Saal gefordert, gab er eine musikalische Liebeserklärung an die alte Soafa und deren einstige Wirtin Birgitt Binder, die heute das Kulturprogramm im Jakobmayer managt, zum Besten: „Birgit von da Soafa, spürst du mein Verlangen, ...I hob dir a Kaffeetass klaut, nur wegen de Spuren von deim Lippenstift.“

Mindestens ebenso viele Lacher wie für seine Liedtexte erntete der einstige Arzt, aufgewachsen in Bad Reichenhall und in Murnau lebend, für die Anekdoten dazwischen. Ringsgwandl erzählte von Nahtoderlebnissen bei der Steuerprüfung und bewusstseinsverändernden Medikamenten, die ihn glauben ließen, er sei ein Opossum. Derart „geheilt“ sucht er sich den Stoff für einen Blues aus den Patientenakten seines Psychiaters. In seinen Texten träumt er vom sorgenfreien Leben eines kastrierten Katers, nimmt die moderne Umgestaltung von Dörfern aufs Korn und singt einer Politesse ein Liebeslied.

Dass er neben dem überwiegend bekannten Programm auch spontan witzig sein kann, zeigte Ringsgwandl bei einem kurzen Aussetzer – den „abgestürzten Textprozessor rebootet“ er kurzerhand. Musikalisch sehr professionell unterstützt wurde Ringsgwandl durch seine junge Band. Mit seinen Soli und ausschmückenden Spielereien auf der E-Gitarre und der Mandoline fiel vor allem Christoph Müller auf. Nicht wegzudenken war die abwechslungsreiche Percussion von Tommy Baldu am Schlagzeug, stark auch Christian Diener am Bass. Schrill und skurril mit Perücke, ein wenig an Helge Schneider erinnernd, inszenierte Ringsgwandl mit diesen als Backgroundsängern den Klassiker „Hühnerarsch sei wachsam“ (Denn passt du ned richtig auf, springt dir von hint’ a Giggerl drauf).

Spaß hatten bei diesem Auftritt Publikum und Künstler gleichermaßen. Den Jakobmayer-Saal lobte Ringsgwandl als „einen der besten Orte, an dem man spielen kann“. Die Birgitt von da Soafa nahm es wohlwollend zur Kenntnis.

Fabian Holzner   

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