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Der Zug als Büro ist noch Zukunft: Das sagen SOB-Geschäftsführer Christoph Kraller (r.) und der Leiter-Infrastruktur Christian Kubasch.

Jahresbilanz Südostbayernbahn

Wlan im Zug bald selbstverständlich?

Im harten Wettbewerb setzt die Südostbayernbahn (SOB) auf Qualität und Innovationen. Wlan soll auch auf der Fahrstrecke Mühldorf - Dorfen - München selbstverständlich werden. Das Zugabteil als Büro ist noch Zukunftsmusik, e-Carsharing wird bereits angeboten.

Dorfen – Die SOB transportiert täglich im Schienennahverkehr etwa 34 500 Fahrgäste. Alleine auf der Hauptstrecke Mühldorf - München steigen am Bahnhof Dorfen während der Werktage rund 1500 Berufspendler zu. „Wir modernisieren und wachsen weiter“, erklärten SOB-Geschäftsführer Christoph Kraller und der Leiter Infrastruktur, Christian Kubasch, beim Jahrespressegespräch mit der Heimatzeitung.

„Ein Grund zur Freude“ ist für Kraller der Start des wieder neu geschlossenen Verkehrsvertrags (bis 2024) mit der Bundeseisenbahngesellschaft (BEG). Der bringe „einige Vorteile“ für SOB-Kunden. So wurde auf „massiven Wunsch“ auf der Strecke Mühldorf – München ein zusätzlicher Spätabendzug „bestellt“. Nachtschwärmer können jetzt um 0.49 Uhr vom Hauptbahnhof München über Dorfen (1.34 Uhr) nach Mühldorf fahren. Auf dieser Hauptstrecke wurde „für 100 Prozent mehr Personal und Service gesorgt“.

Heuer würden die Triebwagen (VT 228) modernisiert, sagte Kubasch. Es gibt neue Sitzbezüge, ein neues Fahrgastinfo-System, und auf den Toiletten findet man sich in einem Bergpanorama wieder. Als Innovation bei der SOB bezeichnete Kraller den neuen „InfoTouchpoint“ mit offenem Wlan, der Mitte des Jahres am Dorfener Bahnhof aufgestellt werde. Die interaktive Bahnhofstafel mit mehreren Sprachen zeigt auf zwei Bildschirmen unter anderem Infos zu Fahrzeiten der Züge und Busse.

Und es „wird die letzte Meile geschlossen“, kündigte Kraller an. Mit dem Zug ankommen und dann unabhängig von Bustakten weiter durch das e-Carsharing der SOB direkt am Bahnhof ans eigentliche Ziel kommen. Das werde „gut genützt“ und soll auch in Dorfen kommen. Derzeit laufe noch die Auswertung des Pilotprojekts „Wlan-Technik im Zug“. Flächendeckende Mobilfunkabdeckung sei Voraussetzung dafür. Die gebe es an vielen SOB-Strecken nicht ausreichend oder teilweise gar nicht. Gespräche dazu seien mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft und Politik im Gange, „um gemeinsam etwas zu erreichen“. Die SOB bastle dennoch bereits eifrig am Zugfahren der Zukunft, sagte Kraller. „Das Abteil wird künftig zum Büro werden“, wo Berufspendler die Bahnfahrt bereits als Arbeitszeit nützen können.

Zur Bilanz berichteten Kraller und Kubasch: „Der Unternehmensumsatz konnte erneut gesteigert werden.“ 2003 lag er noch bei knapp 75 Millionen Euro, 2010 wurde die 100-Millionen-Marke geknackt. Bei steten Steigerungen wurde im Geschäftsjahr 2016 ein neuer Umsatzrekord von rund 115 Millionen Euro erwirtschaftet. Die SOB erfreue sich steigender Fahrgastzahlen, derzeit 34 500 (2016). Und „wir werden immer besser“, betonte Kraller. Eine „kontinuierlich steigende Qualität“, werde laut Umfragen von den Kunden bestätigt. Die Kundenzufriedenheit sei in den letzten zehn Jahren von 53 Prozent (2007) auf aktuell 74,4 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum habe die SOB „Pünktlichkeit auf hohem Niveau“ geboten, von 94,8 (2007) bis 96,1 Prozent (2016).

Hermann Weingartner

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