Führen den Förderkreis (v. l.): Bürgermeister Heinz Grundner, Robert Gauster, Stefan Tremmel, Josef Hörmann, Helga Schuller, Rainer Geier, Katrin Widl, Alfred Blüml, Monika Weilnhammer, Josef Gantner, Vroni Dürheim-Thalmeier sowie (nicht auf dem Foto) Philipp Ponkowsky und Martin Brugger.
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Führen den Förderkreis (v. l.): Bürgermeister Heinz Grundner, Robert Gauster, Stefan Tremmel, Josef Hörmann, Helga Schuller, Rainer Geier, Katrin Widl, Alfred Blüml, Monika Weilnhammer, Josef Gantner, Vroni Dürheim-Thalmeier sowie (nicht auf dem Foto) Philipp Ponkowsky und Martin Brugger.

Förderkreis Dorfen

„Wo beraten wird, wird auch gekauft“: Die Dorfener Einzelhändler wollen mit gutem Service punkten

Dorfens Einzelhändler setzen auf guten Service und das digitale Schaufenster „dorfen.shop“. Stefan Tremmel wurde als Vorsitzender des Förderkreis Dorfen bestätigt.

Dorfen – „Dorfen hoid zam“ – selbst während der Corona-Krise. So lautet die Bilanz des Förderkreises Dorfen bei der Jahreshauptversammlung im Jakobmayer-Bistro. Für Dorfen heißt es, in die Zukunft aufzubrechen. „Ein digitales Schaufenster, ein digitaler Marktplatz, das ist unser aktuellstes Baby“, sagte Vorsitzender Stefan Tremmel. Das neue Portal, das der Förderkreis zusammen mit der Stadt entwickelt hat, stellte Anna Greimel, IT-Beraterin aus Dorfen, vor. Ziel und Zweck des „dorfen.shop“ sei es, den „einen oder anderen der Mitglieder in die digitale Welt zu bringen“, meinte Tremmel. Der Kunde sehe die Angebote auf der Plattform: „Es ist also eine Mischung, ich werde gesehen und kann verkaufen“, warb Tremmel für das Portal.

Dabei sei klar, dass man hier in Dorfen nicht „Amazon 2.0“ werden wolle, erklärte Greimel, Schwiegertochter von Gewerbereferent und CSU-Stadtrat Martin Greimel. Es gehe nicht darum, so viele Produkte wie möglich hochzuladen, sondern lediglich eine Auswahl von Produkten ins Schaufenster zu stellen, oder beispielsweise ein Video. Ebenso hätten Vereine und Dienstleister die Möglichkeit, sich hier zu präsentieren.

„Gerade junge Leute sind heute digital unterwegs“, meinte Tremmel. „Die Plattform brauchen wir für die Zukunft.“ Dabei sei klar, dass der Dorfener Einzelhandel „nicht mit den Billigheimern mithalten“ könne, weiß Tremmel. „Ein Dorfener Händler kann es sich allerdings auch nicht leisten, minderwertige Qualität anzubieten“, erklärte der Chef des Elektronikhändlers Heuschneider. Weiterer Vorteil des Dorfener Einzelhandels: Der gute Service sowie die Beratung vor Ort.

Das sieht auch Prof. Dr. Joachim Vossen vom Münchner Institut für Stadt und Regionalmanagement (ISR) so, der künftig für das Stadtmarketing in Dorfen zuständig ist: „Der neueste Trend zeigt, dass die meisten Menschen vor Ort auf die Homepage gehen.“ Damit führte Vossen die These des „Beratungsklaus“ ad absurdum. „Wo beraten wird, wird auch gekauft.“ Die Werbung für den Dorfener Digital-Marktplatz bleibe aber auch weiterhin analog und werde durch Anzeigen unterstützt.

Auch Stefan Erber, Leiter Öffentlichkeitsarbeit und Wirtschaftsförderung bei der Stadt Dorfen, war anwesend. Mit ihm will Förderkreis-Chef Tremmel die Nachfolgeregelungen und das Leerstand-Management angehen. „Es gibt Firmen und Geschäfte, die nach Dorfen wollen“, sagte Tremmel. Leere Geschäfte seien ein „No-Go“. Der Einzelhandel sei schließlich die Seele der Innenstadt.

Auch wenn die Steuereinbrüche nicht so dramatisch wie befürchtet seien, so sind „die Prognosen auch nicht wirklich rosig“, sagte Bürgermeister Heinz Grundner. Stadt, Handel und Handwerk seien wegen Corona mit einer Vielzahl an Herausforderungen konfrontiert, so der Rathauschef, der die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Förderkreis lobte. 380 000 Euro wird die Stadt von der Staatsregierung für innerstädtische Maßnahmen bekommen. „Wir müssen gemeinsam vorgehen, allein um zu zeigen: ,Wir haben Corona überstanden’.“

Die Finanzlage des Fördervereins sei so gut wie nie, rechnete Kassier Josef Gantner vor. Das liege daran, dass es im Corona-Jahr deutlich weniger Ausgaben gab. Die Dorfen-Gutscheine boomten, allein im Jahr 2020 wurden 5596 Gutscheine verkauft – über 2000 mehr als im Vorjahr. „Sensationell“, kommentierte Tremmel. Auch seien die Dorfener Geschäfts-Gutscheine (DoGG’s), das Rabattmarkensystem des Förderkreises, nach wie vor beliebt und blieben „Dauerbrenner“. „Das Leben findet Innenstadt“, besagt schließlich der Werbe-Slogan des Einzelhandels.

154 Mitglieder habe der Förderkreis aktuell, erklärte Tremmel, der bei den Neuwahlen einstimmig als Vorsitzender bestätigt wurde – so wie alle anderen, die sich zur Wahl stellten. Dieter Sauer und Sabine Lenffer versprachen, dem Förderkreis zwar treu zu bleiben, wollten aber nicht erneut kandidieren. Sauers Posten als dritter Stellvertreter übernahm Philipp Ponkowsky, Helga Schuller folgt für Schriftführerin Lenffer.

MICHAELE HESKE

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