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Erfolgsg arant für das Kino mit nur 50 Plätzen ist der Kinoleiter von den Jakobmayerfreunden, Georg Schmederer.

„S’Kino“ im Jakobmayer

Ziemlich klein, aber sehr erfolgreich

Dorfen - Nur 50 Plätze und trotzdem sehr erfolgreich: „s’Kino“ in Dorfen, das vor fünf Jahren eröffnet worden ist. Mit insgesamt über 100 000 Besuchern ist das kleine Lichtspielhaus wesentlicher Teil der Erfolgsgeschichte des Dorfener Kulturzentrums Jakobmayer.

So kleine Lichtspielhäuser wie das „s’Kino“ sind eigentlich ständig existenziell bedroht, weil sie sich meist finanziell selber nicht tragen. Auch in Dorfen gab es große Skepsis, als im Rahmen der Generalsanierung des Jakobmayer zum städtischen Kulturzentrum das Kino neu gebaut wurde. Unterstützt wird es vom Förderverein „Freunde des Jakobmayer“ (FdJ), der den Betrieb eigenständig und kostendeckend organisiert.

Als kleines Kino läuft das Projekt gegen den allgemeinen Trend in Dorfen bestens. Zuständig für Organisation, Logistik und Filmauswahl ist Kinoexperte Georg Schmederer. Der Kino-Beirat der FdJ stecke seit dem Start sehr viel Engagement und Herzblut in den Betrieb und sei so „maßgeblich für den Erfolg des Kinos verantwortlich”, betonte der FdJ-Vorsitzende Ludwig Rudolf. Das wurde in der Mitgliederversammlung des Fördervereins beim Kino-Bericht deutlich.

Bei einem „kleinen Saal“, wie in Dorfen mit 50 Plätzen, in den ersten fünf Jahren einen Besucherschnitt von rund 20 000 Besuchern jährlich zu erreichen, „ist ein toller Erfolg“, freute sich Schmederer. Er konnte von einem Umsatzplus von neun Prozent und einem Besucherplus gegenüber 2015 von drei Prozent berichten. Dorfen könne und wolle aber nicht mit den großen Lichtspielhäusern konkurrieren. „s’Kino“ sei ein Ort für Kinokultur, wo aktuelle Mainstream-Filme, ausgewählte Kinderfilme und ein Filmkunstprogramm aktuell gezeigt werden.

So hätten gerade die Filme außerhalb des Mainstream-Programms (Arthouse) in Dorfen eine „wesentliche Steigerung“, berichtete Schmederer. Da habe man den Vorteil eines Nachspielkinos mit regelmäßigen Besuchern auch aus Erding und sogar München. „Schön“ laufe das Angebot „Kindergeburtstage im Kino“. Schmederer hoffe da zugleich auf den Effekt, dass da ein „Publikum heranwächst, das dann künftig gerne in Dorfen ins Kino geht“. Filme bis zum Alter bis 16 Jahre „laufen sehr gut“. Dann werde es schwieriger. Nicht weil man Filme für junge Erwachsene nicht zeigen wolle, sondern weil die in Dorfen „schlecht laufen“, da es halt nur einen Filmsaal gebe.

Nur wenig Zuspruch mit etwa 16 Zuschauern habe das Opern-Sonntagsmatinee gehabt. Das „trägt sich nicht“, erklärte Schmederer. Weiterhin gibt es Kino-Klassiker am Sonntagvormittag. Als nächstes kommt Fassbenders „Angst essen Seele auf“ (19. April). Auch da könnte mehr kommen, hofft Schmederer. Er höre immer wieder, „den Film habe ich schon oft im Fernsehen gesehen“. Der Kinoexperte meinte dazu, ein Klassiker auf Großleinwand sei „ein ganz anderes Filmerlebnis“. Im März soll es eine Schulkinowoche geben, sagte er. Das Angebot nützten vor allem die Grundschulen und Mittelschule.

Ein Open Air-Kino am Unteren Markt sei diskutiert worden, berichtete Schmederer im Ausblick. Für ein Wochenende sei so eine Veranstaltung aber „zu teuer“. Dennoch sollen die Dorfener auf einen Kinogenuss unter freiem Himmel nicht verzichten müssen. „Grob geplant“ sei nun für 2017 dieses Event mit der Sparkasse Erding-Dorfen als Kulturförderer zu veranstalten. Das Open Air-Kino soll im Rahmen des Sparkassen-Festivals stattfinden. Das Bankhaus bietet alle zwei Jahre in Dorfen am Unteren Markt dieses Live-Musik-Format mit großer Bühne an.

Zum Schluss hatte Schmederer für die Kinofreunde noch die gute Nachricht, dass 2017 die Ticketpreise „nicht erhöht“ werden müssen. „Für 2018 schau ma dann mal.“ Es sei dann wohl „eine moderate“ Erhöhung der Eintrittspreise zu erwarten.

Hermann Weingartner

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