Rohrbrüche in Oberdorfen 

Zu viel Druck in der Wasserleitung

Rohrbrüche, Wasserverluste, hohe Schäden: Das 45 Jahre alte Wasserleitungsnetz in Oberdorfen stößt an seine Grenzen. Ein Druckminderer soll jetzt erst mal helfen.

Von Klaus Kuhn

Oberdorfen/Mauggen Muss das gesamte Wasserleitungsnetz in Oberdorfen ausgetauscht werden? Beim Wasserzweckverband (WZV) Erding-Ost wird auch über diese radikale Lösung nachgedacht. Nach mehreren Rohrbrüchen mit teilweise erheblichen Schäden auch auf privaten Grundstücken wird jetzt als erste Maßnahme ein Druckminderer eingebaut.

Hintergrund: Der Zweckverband hat das Leitungsnetz vom alten Straßen- und Wasserzweckverband übernommen, und damals wurden ausschließlich PVC-Rohre verbaut. WZV-Geschäftsleiter Rudolf Ott berichtete in der Verbandsversammlung in Mauggen, dass dieses Material zwar für kleinere Leitungsquerschnitte ausreiche, bei den größeren aber Probleme machen könne, weil es für den aktuell herrschenden Wasserdruck nicht geeignet sei. „Die Leitungen sind 45 Jahre drin, die kommen an ihre Grenzen.“ Zudem ist der Wasserdruck nach einer Baumaßnahme am Netz gestiegen. So sei es zu Längsrissen an den Hauptleitungen gekommen, verbunden mit massiven Wasserverlusten.

Der jetzt geplante Druckminderer wird in einem eignen begehbaren Schacht installiert und soll den Druck von aktuell sieben auf dann vielleicht sechs Bar abbauen. Damit, so Ott, könne man das Problem wenigstens einigermaßen in den Griff bekommen. Dies sei sorgfältig zu planen, denn es müsse auch vermieden werden, dass der Druck in einigen Bereichen zu stark abfalle.

Ott machte deutlich, dass ein solcher Schaden jederzeit wieder auftreten könne. Schäden am öffentlichen Eigentum ließen sich zudem nicht versichern – die an benachbarten Privatgrundstücken, die es auch in erheblichem Umfang gegeben habe, dagegen schon: Keller waren voll gelaufen, Gärten seien verwüstet worden. Vieles hätten WZV und Kommunen im Straßenraum machen können, aber allein die Asphaltierungsarbeiten nach der Schadensbeseitigung hätten 20 000 Euro gekostet. So könne das nicht weitergehen.

Ein Austausch des gesamten Leitungsnetzes würde Unsummen kosten und den Wasserpreis dramatisch steigen lassen, gab Ott weiter zu bedenken. Darum würde ein solcher Austausch nur dann vorgenommen, wenn sich der Zweckverband an eine kommunale Baumaßnahme gewissermaßen dran hängen könne. So sei es beispielsweise in Kirchasch geschehen.

Bei allen Schäden in Oberdorfen hatte man noch Glück, denn die Schäden sind tagsüber aufgetreten. Dennoch haben sie zu einem Nachdenken über die Rufbereitschaft der WZV-Mitarbeiter geführt. Seit 2014 steht das Auto mit dem Werkzeug für den Notdienst in Mauggen. Das führt dazu, dass die Mitarbeiter zu lange brauchen, bis sie an der Schadensstelle sind. Jetzt steht zur Diskussion, dass der Bereitschaftsdienst das Fahrzeug mit nach Hause nimmt, um im Ernstfall schneller zu sein.

Rubriklistenbild: © Gleixner

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