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Bringt nichts: Der Schutz an der Grundschule Süd funktioniert bei ungünstiger Sonneneinstrahlung nicht.

Grundschule Dorfen Süd

Zu viel gespart: Klassenzimmer zu heiß

Im Herbst 2005 hat die Dorfener Grundschule Süd den Unterrichtsbetrieb begonnen. Seitdem gibt es Probleme mit Klassenzimmern, die sich bei Sonneneinstrahlung unzumutbar aufheizen. Abhilfe sollten nachträglich eingebaute Klimageräte schaffen.

Dorfen – Bei der Haushaltsberatung des Investitionsplans für das „bewegliche Vermögen“ kam das Problem der überhitzten Klassenzimmer jetzt im Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats wieder zur Sprache. Die Grundschule Süd hat nämlich weitere Klimageräte für die Klassenzimmer an der Nordseite beantragt.

Die strikte Deckelung der Kosten für die neue Schule auf vier Millionen Euro hat sich im Nachhinein als fatal erwiesen. Wegen des Spardrucks wurde wohl an falscher Stelle gespart. Vorgesehene Fassadenbeschattungsmaßnahmen und vor allem eine Lüftung seien laut Architekt nicht wie geplant eingebaut worden. Die Schuldfrage wird seitdem hin und her geschoben.

Das hatte zur Folge, dass es in der warmen Jahreszeit teilweise zu tropischen Temperaturen in Klassenzimmern gekommen ist. Schulleiter Thomas Emrich bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung die Temperaturproblematik. Und auch Eltern beschwerten sich über diesen Zustand. Bei Temperaturen deutlich über 30 Grad im Klassenzimmer seien Lernen und auch Unterrichten nicht zumutbar, so die Kritik von Rektor und Elternschaft.

Es gebe „keinen Durchzug im Gebäude“, erklärte Emrich. Weil eine Lüftungsanlage fehle, heize sich die Luft bei entsprechender Wetterlage so auf, dass es im ganzen Gebäude unzumutbar warm werde. Im April sei es schon vorgekommen, dass sich ein Klassenzimmer an der Südseite auf 35 Grad erhitzt habe und eine Lehrerin „kollabierte“.

Mit den elektrischen Klimageräten in den Süd-Räumen habe die Stadt vor einigen Jahren zwar Abhilfe geschaffen, betroffen seien aber auch Klassenräume auf der Nordseite.

An der Wärmeproblematik habe sich nichts geändert, erklärte die Leiterin der Finanzverwaltung, Maria Bauer, im Haupt- und Finanzausschuss. Das städtische Gebäudemanagement „soll nach Lösungen suchen“, bevor man auch für drei Klassenräume an der Nordseite Klimageräte anschaffe. Umwelttechnisch seien elektrische Klimageräte „nicht so gut“. Der Stromverbrauch könne aber durch die Fotovoltaik-Anlage auf dem Schuldach kompensiert werden. Zugestimmt wurde, dass für weitere Klimageräte 18 000 Euro im Haushalt eingeplant werden.

Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) versprach eine „massive Nachbesserung“. Überprüft werden soll, ob das Nachrüsten die Architektenleistung betreffe. Michaela Meister (SPD) erinnerte daran, dass bei der Neubauplanung Jalousien aus Spargründen nicht verbaut wurden. Und jetzt müsse eine Klimaanlage eingesetzt werden, die sehr viel Strom verbrauche. Christian Holbl (TEG) brachte das Problem auf den Punkt: „Wenn ma scho a neue Schui ham, dann sollt’s a funktionieren.“

Im Investitionsplan 2017 werden im Budget „Schule“ insgesamt 165 000 Euro eingeplant. Die generalsanierte Mittelschule ist inzwischen in allen Klassenzimmern mit Whiteboards ausgestattet. Nun sollen auch noch die Fachräume mit elektronischen Tafeln ausgestattet werden.

Hermann Weingartner

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