Wunderschönes Kleinod: die Andrebauern-Kapelle mit einer lebensgroßen Mutter-Gottes-Statue.
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Wunderschönes Kleinod: die Andrebauern-Kapelle mit einer lebensgroßen Mutter-Gottes-Statue.

Andrebauern-Kapelle

Stille Einkehr bei der Mutter Gottes

  • vonCIF.H. Weingartner
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Zuflucht suchen gläubige Menschen seit jeher in Krisenzeiten bei Gott oder bitten die Heilige Maria um Beistand und Hilfe.

Thal – In allen möglichen Lebenslagen ist das so – auch oder gerade jetzt in der Corona-Pandemie.

Einen dieser besonderen Zufluchtsorte findet man in der idyllisch gelegenen Andrebauern-Kapelle in Thal nahe Schwindkirchen. Weit ins Goldachtal hinein grüßt das kleine Gotteshaus am Hang. Es beherbergt eine lebensgroße Marienstatue in einer der größten Steingrotten im Landkreis. Es ist die innere Einkehr oder das Beten in der Stille zur Mutter Gottes, das in der Kapelle gesucht wird. Die Menschen äußern ihre Dankbarkeit für Gesundheit, Genesung, lange und glückliche Ehejahre oder weil die Kinder einen lieben Partner fanden, ein Enkelkind geboren wurde oder sie Erfolg im Beruf hatten. Oft wird im Gebet auch um den Beistand der Mutter Gottes ersucht – in Zeiten der Not, wegen schwerer Krankheit oder Schicksalen.

Interessant ist ein Blick in eines der zahlreichen Kapellenbücher, die sich im Laufe der Jahre gefüllt haben. So schrieb Ende März eine Mutter mit ihrem Sohn: „Bei einer wunderschönen Wanderung von Dorfen über Seemühle, Oberschiltern hier angekommen. So eine Ruhe. Wir beten zu Gott, dass wir in diesen Zeiten der weltweiten Corona-Krise den Glauben und die Zuversicht in Gott nicht vergessen. Danke für die schönen Minuten hier.“ Ein weiterer Besucher notierte im Mai: „Liebe Mutter Gottes, hilf, dass alle Menschen, die ich lieb habe, gut durch diese schwere Zeit kommen! Beschütze uns.“ Und wohl den Eintrag eines Kindes kann man im Kapellenbuch lesen, erst kürzlich geschrieben: „Liebe Mutter Gottes, beschütze uns und laß den Corona Virus kaputt gehen!“ Ein anderer Wanderer schreibt Ende November: „Schau, dass wir und die ganze Menschheit gut durch die Zeit mit dem Corona-Virus kommen.“

Der Legende nach reicht die Geschichte der Kapelle bis in den 30-jährigen Krieg (1618 – 1648) zurück. Damals soll sich am heutigen Kapellenstandort ein Bildstock befunden haben, der verfiel. Anno dazumal soll an dem Ort eine geheimnisvolle Gestalt gesichtet worden sein. Das war der Grund, eine hölzerne, dornengekörnte Christusfigur anzufertigen und in einer Kapelle aufzustellen.

Überliefert ist, dass 1890 die ledige Andrebauern-Tochter Cäcilia Hankl mit ihrem Heiratsgut eine hölzerne Kapelle mit einer Grotte und einer lebensgroßer Madonna aus dem weltberühmten Wallfahrtsort Lourdes darin errichten ließ.

Die Eheleute Stadler aus Thal errichteten 1969 die baufällige Kapelle erstmals neu und lösten damit ein Gelübde ein. Der Grund war, dass das Flehen zur Mutter Gottes auf Genesung ihres zweijährigen Buben erhört wurde. Das Kind war bei der Feldarbeit schwer verletzt worden. Familie Stadler hatte dann Anfang der 1990er Jahre die alte Kapelle an gleicher Stelle ganz neu erbaut. Die über 200 Jahre alte Holzfigur wird auf dem Hof der Stadlers aufbewahrt. Nur zu besonderen Anlässen wird sie in der Kapelle gezeigt.

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