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Biblisches Alter: Andreas Gegenfurtner (M.) feierte 102. Geburtstag mit (v. l.) Heimleiterin Marion Prey, Enkel Johannes Neumaier, Bürgermeister Heinz Grundner, Schwiegersohn Hans Neumaier, Landrat Martin Bayerstorfer, Tochter Sieglinde und Enkel Sebastian Neumaier.

Andreas Gegenfurtner 102

„Zufriedenheit ist das halbe Leben“

Stolze 102 Jahre ist gestern der Wahl-Dorfener Andreas Gegenfurtner alt geworden. Der Rentner, der 1916 geboren wurde, lebt seit Jahren im Dorfener städtischen Senioren- und Pflegeheim Marienstift.

Dorfen – Als der Jubilar zur Welt kam, hatte Kaiser Wilhelm II. in seinem Neujahrs-Erlass verstärkte Anstrengungen an der Front und in der Heimat gefordert, um den irrsinnigen 1. Weltkrieg siegreich zu beenden. Seit 13 Jahren lebt Andreas Gegenfurtner in seiner „dritten Heimat“, dem Marienstift. Dort feierte er gestern putzmunter mit Familie und Freunden seinen Geburtstag. Der Jubilar gehört zu den insgesamt vier über 100-Jährigen der Gemeinde. Eine Frau ist mit 105 Jahren älteste Bürgerin. Zu dem seltenen Jubiläum gratuliert hat schriftlich auch Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer. Herzliche Glückwünsche überbrachten auch Landrat Martin Bayerstorfer und Bürgermeister Heinz Grundner sowie natürlich Heimleiterin Marion Prey, die vor allem Gesundheit wünschten.

Der Jubilar hatte viele Jahrzehnte in München-Allach gewohnt, ehe er ins Marienstift zog. Geboren ist er in Stockach bei Dietramszell. Dort besuchte er der die Schule und lernte Zimmerer. Gerne hätte er den Betrieb des Meisters weitergeführt, musste dann als junger Mann aber zum Militärdienst. Vier Jahre erlebte er die Schrecken des zweiten Weltkriegs an der Ostfront. 1942 verletzte ihn eine Granate schwer. Glück im Unglück war, dass er damals immer einen Metallkompass auf der Brust trug der einen Splitter abhielt, der wohl sein Herz zerfetzt hätte.

Nach dem Kriegs ging es wieder aufwärts. Gegenfurtner bildete sich zum Tiefbauingenieur weiter. Und seine bereits verstorbene Frau Therese war sein Lebensglück, die er 1947 geheiratet hatte. Ihre Tochter Sieglinde steuerte zwei Enkelsöhne zum Familienglück bei. Jahrzehnte arbeitete der Jubilar im Aufkirchener Bayernwerk. Als Tiefbau-Ingenieur war er 27 Jahre Betriebsleiter und zuständig für die Instandhaltung der Wasserkraftwerke.

Gegenfurtner liebt die Natur und pflegte seine Hobbys Fischen und Jagen. Zwölf Jahre war er im Pfarrgemeinderat tätig und engagierte sich bei Kirchenrenovierungen. Sein Rezept alt zu werden: „Zufriedenheit ist das Wichtigste und das halbe Leben“.  prä

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