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Großartiges Konzert: Florian Blöchinger (l.) und Vincente Coves bei der Spanischen Nacht im E 3-Eiskeller in Dorfen. 

Konzert im E 3-Eiskeller

Zuhörer im Bann spanischer Gitarrenmusik

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Dorfen – Mit ihrem Konzert „Guitarra clásica“ haben Vincente Cover und Florian Blöchinger bei der Spanischen Nacht im E3-Eiskeller begeistert.

Es sind einfühlsame Töne, die an diesem Abend im E 3-Eiskeller in Dorfen erklingen. Dort, wo normalerweise bei Partys DJs die Besucher mit lauter Musik zudröhnen, würde man jetzt eine Stecknadel fallen hören. Vincente Coves und Florian Blöchinger spielen unter dem Titel „Guitarra clásica“ ein Gitarrenkonzert. Es wird eine spanische Nacht der Extraklasse. Die über 150 Besucher sind begeistert, spenden am Ende lang anhaltenden Applaus.

Auf der Bühne spielt mit Vicente Coves (34) eine echte Größe spanischer Gitarrenmusik. Er, der klassische Gitarre studiert hat, spielt weltweit Konzerte in den bedeutensten Konzertsälen. Coves hat als Solist schon mit namhaften Dirigenten und zahlreichen berühmten Orchestern zusammengearbeitet, unter anderem mit dem Buenos Aires Philharmonic Orchestra, der Youth Philharmonic Moskau und dem Orchestra della Toscana. Coves hat auch bereits verschiedene Meisterkurse gegeben, darunter auch als Assistent des berühmten spanischen Gitarristen Pepe Romero. Von ihm sind sowohl Coves als auch Blöchinger unterrichtet und geprägt worden. Dabei lernten sich der Spanier und der junge Dorfener auch kennen.

Aber es ist vor allem der Dorfener Florian Blöchinger, der an diesem Abend zur großen Überraschung wird. Der 23-Jährige zeigt, dass er seinem Duo-Partner im Können in nichts nachsteht. Blöchinger spielt seit seinem sechsten Lebensjahr Gitarre und hat als Kind mehrere Preise bei „Jugend musiziert“ gewonnen. Er ist beruflich Gitarrenbauer und arbeitet bei seinem Vater Edmund in Buchbach – einem außergewöhnlichen Gitarrenbauer, wie es in der Fachwelt heißt. Beim Konzert im E 3-Eiskeller spielt Blöchinger auf einer von seinem Vater gebauten Gitarre, sein Freund Vincente auf einer, die der Dorfener für ihn vergangenes Jahr gebaut hat. Es ist das erste gemeinsame Konzert, dass die beiden spielen.

Den Abend beginnen die Gitarristen im Duo mit dem „Granada“ von Isaac Albéniz, einem weltbekannten Stück aus der „Suite española“. Der katalanische Komponist war Pianist und komponierte seine Stücke auch für Klavier. Auf Gitarre transkribiert hat das Stück, dass Coves und Blöchinger spielen, deren beider Lehrer Pepe Romero. In Granada wird die Magie dieser Stadt in einer genialen Art und Weise beschrieben. Es ist ein sehr stilles Stück.

Im ersten Solo „Asturias“, ebenfalls von Isaac Albéniz, zeigt Blöchinger erstmals seine große Fingerfertigkeit auf der Gitarre. Die spielt er in den folgenden, schnellen Stücken weiter aus. Vor der Pause folgen noch stille, auch traurig wirkende Stücke, die Coves spielt. Die „Serenata española“ von Joaquin Malats interpretiert der Spanier überaus gefühlvoll in seiner eigenen Version.

Einer der Höhepunkte des Konzerts folgt kurz nach der Pause. Florian Blöchinger spielt „Recuerdos de la Alhambra“ des Komponisten Francisco Tarrega. Das Stück zählt zu den absoluten Schlagern der klassischen Gitarrenmusik. Blöchinger zeigt damit, dass er die anspruchsvolle Gitarrentechnik des Tremolo beherrscht. Beim Tremolo wird eine einzelne Melodienote nacheinander durch den Ring, Mittel- und Zeigefinger in so schneller Folge gezupft, dass das Ergebnis ist eine Illusion von einer lange anhaltenden Note ist. Der Daumen spielt eine Gegenmelodie auf dem Bass zwischen melodischen Attacken. Wenn man nur zuhört, könnte man meinen, dass zwei Gitarristen dieses Stück spielen würden.

Mit „Fantasia cubana“ von Celedonio Romero ehrt Coves danach in einem Solo den Vater seines Lehrers, der das Stück komponiert hat. Für die Zuhörer ist das besonders beeindruckend, weil es viele verschiedene Techniken auf der Gitarre präsentiert – und auch die große Klasse von Coves zeigt.

Die Zuhörer sind am Ende des Konzertes total begeistert. Erst nach zwei Zugaben können die beiden Gitarristen die Bühne verlassen. Die Klasse von Coves und Blöchinger und das Ambiente im Eiskeller haben das Konzert zu etwas ganz besonderem gemacht. Schade nur, dass die beiden Männer bei dem Konzert kaum ein Wort gesprochen haben. Es wäre für die Zuhörer einfacher gewesen, wenn die Stücke inhaltlich kurz vorgestellt worden wären.

Die Akustik in dem alten Mauergewölbe ist einmalig. Das sahen auch die beiden Künstler so, auch wenn sie wegen der hohen Luftfeuchtigkeit im Keller ihre Gitarren immer wieder nachstimmen mussten. Freunde klassischer Musik können nur hoffen, dass dieses Musikgenre künftig öfters im Eiskeller zu hören ist. Denn es dürfte wenig Konzertsäle geben, die Besuchern ein so einmaliges Ambiente bieten.

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