Diamantene Hochzeit Weiss

Zusammenhalt als Grundlage für langes Eheglück

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Aufeinander eingehen, sich gegenseitig entgegenkommen. Das ist für Ilse (80) und Rudi (85) Weiss das Rezept für eine lange und glückliche Ehe. Und die beiden wissen, wovon sie reden – das Dorfener Ehepaar ist seit sage und schreibe 60 Jahren verheiratet.

Dorfen – Als die beiden den Bund fürs Leben schlossen, hatte dieser Begriff noch eine Bedeutung. Der Deutsche Bundeskanzler hieß noch Konrad Adenauer und der Wiederaufbau nach dem Kriege war voll im Gange. Das Lebensgefühl war gut – der Optimismus einer guten Zukunft entgegen zu gehen, groß. Diesen Optimismus teilten auch Ilse und Rudi als sie in Velden vor den Traualtar traten.

Kennengelernt haben sich die beiden in Felizenzell beim Tanzen. Der dortige Wirtshaus-Saal war weit und breit bekannt und die jungen Leute konnten hier das tun, was damals „in“ war: eben tanzen. „Es hat zwischen uns beiden gleich gefunkt“, erzählt Ilse Weiss. Kein Wunder: Sie eine bildsaubere junge Frau, er ein schneidiger Bursch. Von dem Abend an haben sich die beiden nicht mehr aus den Augen verloren. Es dauerte nicht allzu lange, dann sagten die nicht nur im Herzen, sondern auch in der Kirche „Ja“ zueinander. Sie zogen nach Dorfen und wohnten zunächst am Vogelgarten, in der Nähe des heutigen Schulzentrums. Zwei Jahre nach der Hochzeit kam Tochter Conny zur Welt.

Ilse Weiss, die zuvor in Taufkirchen und später beim Lodenfrey in Dorfen gearbeitet hatte, wurde jetzt Hausfrau und kümmerte sich um ihre Tochter. Vater Rudi verdiente den Familienunterhalt zunächst als Fernfahrer bei Himolla Polstermöbel in Taufkirchen, später wechselte er zur Firma Steinbeisser in Dorfen, wo er über 20 Jahre bis zur Pensionierung arbeitete.

Die Anfangszeit ihrer Ehe war nicht einfach. „Wir haben von der Hand in den Mund gelebt“, erzählt Rudi Weiss. Doch durch viel Fleiß haben sich die beiden einen Wohlstand aufgebaut. In den 60er-Jahren kauften sie sich ein Reihenhaus am Adalbert-Stifter-Ring, wo sie heute noch leben. In dem Haus lebt auch ihre Conny mit ihrem Ehemann Franz Rimpfl. Und Tochter und Schwiegersohn haben den beiden viel Freude geschenkt: haben die Weiss’ doch vier Enkelkinder und mittlerweile fünf Urenkel.

Bei den Nachbarn sind die Weiss’ sehr geschätzt – sind sie doch immer freundlich und hilfsbereit. Regelmäßig treffen sie sich auch im Kreise von Senioren – vorwiegend „reifere Damen“. Und da geht es immer recht lustig zu. Denn nach einem arbeitsreichen Leben nimmt sich das Jubelpaar das Recht, selbiges richtig zu genießen.

Beide haben übrigens auch die gleichen Hobbys: Reisen und Sport. Sie sind Mitglied bei den Dorfener Karl-May-Schützen, im Versehrtensportverein Haag-Dorfen und beim Radfahrerverein Esterndorf. Die ruhigere Hand beim Schießen hat aber Ehemann Rudi. Er wurde jetzt schon zum zweiten Mal in Folge Schützenkönig von Karl May.

Um so lange miteinander glücklich sein zu können, dürfe man nicht nur nehmen, sondern müsse auch etwas geben, das haben die Weiss’ immer so gehandhabt. Das Zauberwort heißt „Gemeinsamkeit“. Freilich hat Rudi Weiss noch einen anderen Grund für das lange Glück: „Als Mann musst du auf die Frau immer hören“, sagt er, und lacht herzerfrischend.

Die Diamantene Hochzeit hat das Ehepaar Weiss krankheitsbedingt zum eigentlichen Datum nicht feiern können. Aber jetzt, etwas später, wurde das Fest im Familienkreis nachgeholt. Mit dabei waren da auch noch die beiden Hunde von Conny und Franz Rimpfl: Brösel und Speedy. Denn die beiden mögen Oma und Opa auch sehr gerne. Anton Renner

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