Plötzlich ist alles anders: Der Seniorchef (M., Klaus Huber) lässt’s krachen. Der Junior-Boss (l., Michael Huber) und die Sekretärin (Angela Pramhas) sind fassungslos. Foto: Weingartner

Theater in Eibach

Zwei Grattler, zwei Philosophien

Eibach – Einen echt vergnüglichen Abend hatten die Besucher bei den drei Wochenendaufführungen der Theatergruppe des Freitzeitclub Eibach. Im Saal beim Mayer-Wirt wurde der Dreiakter „Grattler & Sohn“ von Ulla Kling vortrefflich gespielt. Traditionell waren zur Vorpremiere die Nachbarn vom Wohn- und Pflegeheim der Barmherzigen Brüder Algasing eingeladen. Zur „Dinner-Premiere“ Freitagabend wurde nicht nur herzhafte Theaterkost serviert, sondern auch ein Drei-Gänge-Menü.

Das Publikum war vorgewarnt, das Stück gehe ordentlich auf die Lachmuskeln. Und tatsächlich wurde die Theatergruppe von Lachsalven überhäuft. Dabei konnte man beim Titel „Grattler & Sohn“ meinen, da wird’s richtig grob. Nun, die Geschichte ging anders. Es war ein heiteres, lustiges Verwirrspiel in einem Autohaus mit ganz menschlichen Problemen.

Der Generationenwechsel im Autohaus Grattler & Sohn gefällt nicht allen, denn Juniorchef Andreas Grattler (Michael Huber) geht bei seiner Geschäftsführung neue, moderne Wege. Das stößt aber nicht nur bei der Seele des Autohauses, Sekretärin Klara Döderlein (Angela Pramhas), auf Widerstand, sondern auch bei Seniorchef Erich Grattler (Klaus Huber). Er hatte zeitlebens in seiner Werkstatt im Arbeitsgewand selbst mit Hand gelegt. Dass der Junior als Boss seine Leute nun lieber im Anzug dirigiert, dafür hat der Vater keinerlei Verständnis. Der Generationenkonflikt ist also unausweichlich. Am liebsten wäre es dem Juniorchef, der Vater würde sich ganz aus dem Geschäft heraushalten und endlich das Leben genießen.

Obwohl Döderlein fast zum Inventar gehört, bekommt auch sie den frischen Wind zu spüren. Sie liebt ihre Schreibmaschine und will partout nicht am Computer arbeiten. „Des lern i nimma“, sagt sie und nimmt einen kräftigen Schluck Eierlikör, den sie im Schreibtisch bunkert. „Wohi soi i fahr’n?“, mosert sie etwa beim Auftrag des Chefs, den PC runterzufahren. Ihr einziger Lichtblick ist Mechaniker Kurt (Wolfgang Häusler), denn er hilft ihr immer wieder am PC. Sehr zum Missfallen des Chefs hat der junge Mann ein loses Mundwerk und plappert zu viel bei der Kundschaft.

Der bekannte Schuss ins Knie ist dann die Kehrtwende beim Senior, als der endlich die guten Ratschläge seines Sohnes befolgt. Statt im Arbeitsoverall erscheint der Vater mit flottem Haarschnitt und modischem Anzug und kündigt an, zu „leben“. Allerdings ganz anders, als sich das der Filius vorgestellt hat. Der Senior lässt es nun krachen, dass der Sohn schon den Untergang der Firma befürchtet. Und auch Döderlein ist schockiert, die heimlich ein Auge auf den Alten geworfen hat. Es folgten weitere heitere „Liebesverwirrungen“, natürlich mit einem „Happy-End“.

Gespielt wird nochmal Freitag und Samstag, 11./12. November, jeweils 20 Uhr. Auf der Bühne weiter zu sehen sind Manfred, Petra und Irmi Huber, Kathrin Marsmann, Max Berner und Martin Wastl.  

prä

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