Drainage für den Verkehrsfluss

Dorfen - Anfangs war die Skepsis groß. Nach etwa einem Jahr, in dem der Multifunktionsstreifen auf der B 15 exisitert, kann die Polizei eine positive Bilanz ziehen.
"Wir haben nur gute Erfahrungen mit dem Streifen gemacht", sagt Gotthard Blaschek, der Verkehrsexperte der Polizeiinspektion Dorfen. Nur ein einziger Unfall sei in diesem Jahr an dem neuen Mittelstreifen passiert, dieser habe aber andere Gründe gehabt. Die Ängste, die viele Verkehrsteilnehmer wegen des unbekannten roten Streifens hatten, haben sich als unbegründet herausgestellt. "Es kommt zwar schon immer wieder zu brenzligen Situationen, aber die Leute müssen sich verständigen, sie sind aufmerksamer und fahren langsamer", resümiert Blaschek. An den Abzweigungen der Haager Straße und der Terofalstraße hatte es auf der B 15 öfter einmal gekracht und Linksabbieger hatten lange Staus verursacht. Jetzt hat der Verkehrsfluss eine wirkungsvolle Drainage bekommen.
Je weniger Beschilderung und Regulierung, desto weniger Unfälle passieren - diese Erfahrung machen die Verkehrsbehörden immer wieder. Das Schild am Anfang des roten Streifens ist nur eine Infotafel, kein Gebots- oder Verbotsschild der Straßenverkehrsordnung. "Deshalb kann hier niemand auf sein Recht bestehen, es sind Eigentverantwortung und Rücksichtnahme gefragt", erklärt Johanna Lichtenstern vom Bauamt Freising, das den Multifunktionsstreifen für Dorfen vorgeschlagen hatte. Sie ist sich sicher, dass das Pilotprojekt in Bayern Nachahmer finden wird.
Eines hat die Polizei am Verhalten der Verkehrsteilnehmer dann doch noch zu beanstanden. Im Feierabendverkehr, wenn es sich auf der B 15 staut, oder wenn die Bahnschranke geschlossen ist, Benutzen viele Autofahrer den Multifunktionsstreifen zum Überholen, was nicht verboten ist. Gefährlich wird es aber, wenn die Querungshilfe auf Höhe des Netto-Marktes kurzerhand links, also auf der Gegenfahrbahn umfahren wird. Diese Ordnungswidrigkeit kann 10 bis 25 Euro kosten. Dorfens Polizeichef Hans Graßer kündigte an: "Wir werden an dieser Stelle künftig häufiger kontrollieren." (har)