Sie haben Glück: Diese Ein- bis Dreijährigen haben einen Krippenplatz gefunden, und zwar im Kinderhaus in Altenerding. Viele Familien wurden abgewiesen. Foto: ham

Dramatischer Mangel an Krippenplätzen

Erding - Auch wenn im Landkreis neue Krippenplätze geschaffen werden, reicht das Angebot bei weitem nicht. Besonders dramatisch ist der Mangel in Erding: 100 Familien wurden abgewiesen.

Es ist wie beim Hase-Igel-Rennen: In Erding entstehen in den nächsten beiden Jahren etliche neue Krippenangebote. Doch wenn eine neue Einrichtung fertig ist, ist der Bedarf schon wieder gestiegen. Die Kreisstadt, die als eine der Kommunen mit der jüngsten Bevölkerung in ganz Deutschland gilt, bekommt in Sachen Kleinkinderbetreuung den starken Zuzug vor allem von Familien mit Nachwuchs derzeit schmerzlich zu spüren.

Das Baby des Tages im Landkreis Erding

Das Baby des Tages

Ende Mai wurden die 95 Krippenplätze im Stadtgebiet vergeben. Jetzt steht fest: Über 100 Familien mussten von den Trägern abgewiesen werden. Die Einrichtungen platzen aus allen Nähten, die Wartelisten sind lang. Das Problem: Einen gesetzlichen Anspruch haben Eltern erst ab dem 1. August 2013. Dennoch steht das Rathaus in intensiven Kontakt mit den Krippenträgern und ermutigt zum Ausbau, so Sachgebietsleiter Alois Gabauer. Die Arbeiterwohlfahrt bietet drei Gruppen – in jeder werden zwölf bis 13 Kinder versorgt – an, die private Krippe Kleine Strolche von Brigitte Breitkreuz zwei Gruppen sowie das ebenfalls private Kinderland in Altenerding eine Gruppe.

Bis 2011 soll das Angebot auf 155 Plätze aufgestockt werden. Breitkreuz möchte in einem Neubau in der Freisinger Siedlung zwei zusätzliche Gruppen einrichten. Im geplanten neuen Kindergarten Langengeisling ist eine Gruppe vorgesehen. Und der Montessoriverein beabsichtigt den Bau eines Kinderhauses unter anderem mit zwei Krippengruppen im künftigen Wohngebiet Westlich der Sandgrubensiedlung.

Gabauer berichtet, dass der Gesetzgeber den Kommunen empfehle, bis 2013 zumindest so viele Plätze zu schaffen, dass ein Drittel eines Jahrgangs untergebracht werden kann. „Das heißt, bis dahin müssten es 200 Plätze sein.“

Die sind auch dringend erforderlich, allein die AWO hat nach den Worten von Geschäftsführerin Karin Seibt 70 Familien auf der Warteliste, Breitkreuz musste zwischen 30 und 40 Familien abweisen. Im Kinderland ist die Situation ähnlich.

Auch in den Landgemeinden wird das Krippenangebot in naher Zukunft beträchtlich ausgebaut. Zusätzliche Gruppen entstehen unter anderem in Taufkirchen, Fraunberg, Wartenberg, Langenpreising und Isen.

Für Eltern, die jetzt einen Platz brauchen, kommt das zu spät. Vor allem für etliche Mütter heißt das: Sie müssen ihren Wiedereinstieg in den Beruf verschieben. Denn auch das Angebot an Tagesmüttern im Kreis Erding reicht gegenwärtig nicht aus, um den Mangel an Krippenplätzen zu kompensieren.

(Hans Moritz)

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