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Drei Alternativen: Erdinger SPD will Regionalbahn auf neue Gleise setzen

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In der Parteifarbe Rot hat die Erdinger SPD ihre Trassenvorschläge für die Regionalbahn eingezeichnet. Blau und Grün sind die möglichen Wege der S-Bahn vermerkt. Karte: SPD Erding
In der Parteifarbe Rot hat die Erdinger SPD ihre Trassenvorschläge für die Regionalbahn eingezeichnet. Blau und Grün sind die möglichen Wege der S-Bahn vermerkt. Karte: SPD Erding

Erding - Das Wirtschaftsministerium prüft die von der Erdinger SPD zusätzlich vorgebrachten Varianten für die Regionalbahnführung durch die Stadt. Dies bedeutet zwar wohl einen zeitlichen Verzug, dafür könnte das Projekt günstiger werden.

Beim Redaktionsbesuch erläuterten SPD-Fraktionschef Hans Schmidmayer und sein Stadtratskollege Willi Scheib, warum es zu den drei neuen Vorschlägen für die Walpertskirchener Spange gekommen ist. „Wir berücksichtigen das Freiwerden des Fliegerhorsts. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten“, so Schmidmayer. Scheib ergänzt, dass die Stadt so weitaus weniger tangiert würde. Denn die Regionalbahngleise würden von Schwarzhölzl kommend ebenerdig östlich an Williamsville vorbei aufs Kasernengelände führen. „Damit sind weniger Anwohner betroffen. Vor allem aber wäre der aufwändige, bergmännische Tunnel am Keltereiberg überflüssig“, so Schmidmayer. Hier könnten ebenso Millionen eingespart werden wie durch den Verzicht auf einen doppelstöckigen Tiefbahnhof. Laut SPD ist ein ebenerdiger Bahnhof für beide Zuggattungen ausreichend.

Auch die Anbindung des Individualverkehrs sei deutlich besser, so der Fraktionschef, denn der Verknüpfungsbahnhof wäre durch die Nordumfahrung („ED 99“), die - ebenfalls geplante - Parallele zur Alten Römerstraße und die B 388 top erschlossen.

Dass es Gegner geben wird, wissen die Genossen. So würden im Weiler Loh neue Betroffenheiten entstehen. Und auch die Bürger im Norden Langengeislings, die per se gegen die ED 99 sind, werden sich sperren.

Zunächst werden die Pläne in München geprüft, wo sie von der SPD und Bürgermeister Max Gotz (CSU) persönlich eingereicht wurden. Während sich das Ministerium als planende Behörde und der Stadtrat noch auf keine Linie geeinigt haben, meldet die Bürgerinitiative gegen die Südeinschleifung schon einmal Bedenken an.

Deren Sprecher Peter Badmann und Evi Brielmair erinnern daran, dass der von der SPD vorgeschlagene Verknüpfungsbahnhof deutlich weiter vom Stadtkern entfernt läge - „und damit für Fußgänger an Attraktivität verliert“. Bleibt, so fürchten Brielmair und Badmann, der bisherige Endhaltebahnhof Erding bestehen, könnte es doch noch zu einer Zusammenlegung der Haltstellen Altenerding und Aufhausen kommen. „Vier Bahnhöfe in so kurzen Abständen werden kaum vermittelbar sein“, urteilt die Initiative, die weiter für die Nordeinschleifung mit Kreuzungsbahnhof im westlichen Randbereich des Fliegerhorstes wirbt.

Der Ball bleibt in jedem Fall im Feld der Stadt. Beim Schienengipfel am Montag in Dorfen hat Wirtschaftsminister Martin Zeil bekräftigt: „Wenn sich die Stadt Erding in Bälde auf eine Trasse und den Bahnhofsstandort einigt, dann können wir noch heuer die Unterlagen fürs Planfeststellungsverfahren fertigstellen.“

(Hans Moritz)

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