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Dritte Startbahn: Ärger für den FC Bayern

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Flughafen - Erst am Mittwoch hatte sich das Bündnis „Ja zur 3. Startbahn“ der Öffentlichkeit vorgestellt – jetzt ist ein Bündnis-Partner schon wieder abgesprungen. Weitere könnten folgen.

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Die Fraktionsvorsitzende der Stadtrats-Grünen, Lydia Dietrich, kritisiert, dass der Tierpark Hellabrunn und die Olympiapark GmbH im Bündnis vertreten sind: „Die städtischen Gesellschaften haben die Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge. Es ist nicht ihre Aufgabe, sich in einem politischen Konflikt zu positionieren. Da geht es ums Prinzip!“

Dietrich hatte am Donnerstag eine Anfrage an Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) gerichtet. Sie will wisssen, ob für städtische Unternehmen keine Pflicht zur Neutralität bestehe. Zudem fragt Dietrich, ob die städtischen Unternehmen für ihre Mitgliedschaft in diesem Bündnis einen Beitrag bezahlt haben. „Wenn das so ist, dass städtisches Geld in die Kampagne fließt, wäre das nicht tragbar“, erklärte Dietrich. Dass die Grünen zu den Gegnern der dritten Startbahn zählen, sei nicht der Grund für ihre Anfrage: „Natürlich haben die Befürworter ein paar Schwergewichte in ihrem Bündnis. Aber wir sind auch kein Leichtgewicht, das haben ja die vielen Unterschriften gezeigt.“

Oberbürgermeister Ude, der Aufsichtsratsvorsitzender der Olympiapark GmbH ist, reagierte prompt: „Es war mir nicht geläufig, dass die Olympiapark GmbH Mitglied des Bündnisses ist. Ich verlange eine Stellungnahme von der Olympiapark GmbH und von der Rechtsabteilung.“ Der Tierpark Hellabrunn sei seinem Kenntnisstand zufolge wieder aus dem Bündnis ausgetreten.

Die Aufsichtsratsvorsitzende des Tierparks Hellabrunn, Münchens zweite Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD), bestätigte das: „Als ich erfahren habe, dass der Tierpark Mitglied des Bündnisses ist, habe ich sofort mit Tierpark-Chef Andreas Knieriem gesprochen. Weil am Tierpark auch Kleinaktionäre beteiligt sind, die in der Startbahn-Frage unterschiedliche Positionen vertreten, halte ich es für angebracht, dass der Tierpark in dieser Frage eine neutrale Position einnimmt.“ Knieriem habe als Geschäftsführer an den Tourismus gedacht und die politische Dimension einer Bündnis-Mitgliedschaft nicht erkannt.

Auch der FC Bayern musste seine Mitgliedschaft gestern noch einmal überdenken: „Ich will nicht ausschließen, dass wir da Mitglied sind, aber ich habe keine Ahnung, wie wir da reingekommen sind“, erklärt FC-Bayern-Sprecher Markus Hörwick. Man wolle die Angelegenheit nun intern besprechen. Nach der Besprechung erklärte Maximilian Böltl vom Bündnis „Ja zur 3. Startbahn“: „Der FC Bayern bleibt Mitglied des Bündnisses.“Allerdings firmiere auf der Bündnis-Homepage nicht mehr der Verein als Unterstützer, sondern die FC Bayern AG als Unternehmen. „Aber das ändert ja nichts daran, dass wir den FC Bayern im Boot haben“, so Böltl.

Zuvor musste der FC Bayern scharfe Kritik für seine Pro-Startbahn-Haltung einstecken: Dieter Janecek, Chef der Bayerischen Grünen, hat dem Club seine Mitgliedschaft gekündigt: „Auch wenn ich in Bayern-Bettwäsche groß geworden bin, Titel gefeiert und Niederlagen betrauert habe, sehe ich dich nicht als eine legitimierte Interessensvertretung“, schreibt er in seinem Blog an den Verein. Auch der Landtagsabgeordnete Michael Piazolo (Freie Wähler) meint: „Mit diesen klar politischen Aktivitäten verletzen der FC Bayern und der TSV 1860 ihr satzungsgemäßes Gebot zu politischer Neutralität.“

Die Sechzger bleiben trotzdem im Bündnis: „Wir nehmen daran teil, weil die dritte Startbahn wichtig ist für den Erfolg des Wirtschaftsstandorts München und Bayern“, erklärte Geschäftsführer Robert Schäfer.

Von Bettina Stuhlweissenburg

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