Das einsame Mädchen (Svenja Stein, M.) kämpft mit inneren Dämonen, falschen Freunden, teuflischen Einflüsterungen und gesellschaftlicher Isolation. Foto: vogel

Ein düsterer und fesselnder Tanz

Erding - Die Oberstufengruppe des Korbinian-Aigner-Gymnasiums zeigt noch heute und morgen ihr eigenes Theaterstück „sie und sie. fast wie faust“. Die Schüler arbeiteten eineinhalb Jahre daran.

Tolles Theater aus eigener Hand: „sie und sie. fast wie faust“ heißt das selbst verfasste Stück der Oberstufengruppe am Korbinian-Aigner-Gymnasium, das im Kurs „Theater und Film“ eigenständig entwickelt und inszeniert wurde. Gestern Abend fand die Premiere statt. Der Leiter des Projekts, Gerhard Häußler, ließ den Jugendlichen viel kreativen Spielraum und ermutigte sie, ihre eigenen Ideen umzusetzen.

Gut eineinhalb Jahre dauerte der Schaffensprozess mit intensiven Probenzeiten, in denen die jungen Leute mit ihrem Lehrer viel freie Zeit investierten. Das Ergebnis ist begeisternd. Es entstand ein ebenso fesselndes wie vielschichtiges Stück, basierend auf einer großartigen Ensembleleistung. Rund 30 Leute setzten sich auf den verschiedensten Ebenen mit dem Theaterprojekt auseinander, seien es der Text, die theatrale Umsetzung, das Bühnenbild, Beleuchtung und Ausstattung, Maske und Kostüme sowie ausdrucksstarke Filmzuspielungen, die in eine professionelle Richtung weisen.

In der Handlung werden existenzielle Fragen gestellt. Es geht um Erfolg und Scheitern, Gut und Böse, problematische Familienstrukturen, den Bruch und die Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind, die Konfrontation von Gesellschaft und Individuum, Angepasstheit und Verlorenheit.

Zur Handlung: Ein 18-jähriges Mädchen wird aus dem Elternhaus geworfen, verliert seine sozialen Bindungen, trifft auf falsche Freunde, wird auf sich selbst zurückgeworfen, ohne aufgefangen zu werden und landet letztlich in einem Sumpf von Drogen und Gewalt - wäre da nicht ein smarter Teufel, der ein ganz anderes, selbstverständlich besseres Leben verspricht. Natürlich hat sein verlockender Pakt einen gewaltigen Pferdefuß.

Wie fühlt es sich an, mit diabolischer Hilfe von ganz unten an die Spitze der Gesellschaft zu gelangen, und welcher Preis ist zu zahlen?

Die Theatergruppe entfaltet schlaglichtartig intensive Szenen mit einem überraschenden Ende. In den Dialogen wird Alltagssprache mit literarischen Anspielungen geschickt kombiniert. Über Sprache und Gestik zeigen sich Gewaltbereitschaft, Verrohung, Einsamkeit, stille Verzweiflung und subtile Verführung. In stimmigen Choreografien zu gut ausgewählter Musik und einer Lichtgestaltung mit Sogwirkung entsteht ein düsterer Tanz vor dem Abgrund.

Und es ist kein Zufall, dass die meisten Figuren Masken tragen. Die endzeitliche Stimmung wird über das karg gehaltene Bühnenbild verstärkt, bei dem Holzpaletten eine tragende Rolle spielen. „sie und sie. fast wie faust“ regt zum Nachdenken an und bleibt in Erinnerung. Einfach sehenswert“!

Die Vorstellungen:

Freitag, 22.Januar, und Montag, 25. Januar, jeweils 19.30 Uhr in der Aula des Gymnasiums.

(vev)

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