1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding

A94 durchs Isental: Der Weg ist jetzt endgültig frei

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Christoph Hillenbrand lobt als Regierungspräsident die Entscheidung. © mm

Dorfen - Die Gegner der Isentalautobahn haben diese Nachricht erwartet, sind aber dennoch tief getroffen: Die A 94 darf endgültig durch das Isental gebaut werden.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat gestern die Klagen gegen die Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichts abgewiesen und damit die Trasse Dorfen bestätigt. Damit ist rechtlich der Weg frei für den Weiterbau des rund 17 Kilometer langen Autobahnabschnitts zwischen Pastetten und Dorfen.

Der Sprecher der Aktionsgemeinschaft gegen die Isentalautobahn, Heiner Müller-Ermann, gab sich eher wortkarg: „Da gibt es nicht mehr viel zu sagen.“ Leipzig habe ja nur rechtliche Fehler gerügt. Die Planung der A 94 insgesamt sei nicht geprüft worden. Und mit dem Urteil habe das Bundesverfassungsgericht ja auch nicht gesagt, „dass Trasse Dorfen die bessere ist.“ Wie der Widerstand gegen die Isentalautobahn weitergehen soll, scheint noch unklar. „Wir fordern weiterhin, dass sich die Politik für die bessere und kostengünstigere Trasse entscheidet. Und das ist die Trasse Haag.“ Es werde immer deutlicher, dass den Autobahnplanern die Kosten davonliefen und die Finanzierung immer schwieriger werde. Den Planern drohe ein Finanzdesaster ungeahnten Ausmaßes.

Regierungspräsident Christoph Hillenbrand hingegen hat den Richterspruch des Bundesverwaltungsgerichts begrüßt. „Die Entscheidung des höchsten deutschen Verwaltungsgerichts öffnet die Tür für den Weiterbau der A 94 auf der Trasse Dorfen. Damit rückt die durchgängige Realisierung der für den südostbayerischen Raum so lebenswichtigen Verkehrsader wieder einen entscheidenden Schritt näher.“

Der Bund Naturschutz Dorfen verweist auf die aktuellen Zahlen des Bayerischen Innenministeriums, die zeigen, dass der Verkehr auf den Autobahnen in den vergangenen fünf Jahren um 2,6 Prozent gesunken sei. Selbst der Schwerverkehr sei um 1,6 Prozent zurückgegangen. Diese Entwicklung werde sich angesichts der Ölpreise und des Geburtenrückgangs fortsetzen.

Wieso die A 94-Planer dennoch von einer Steigerung des Verkehrs um das Zweieinhalbfache ausgehen, sei durch nichts zu erklären. „Offensichtlich soll mit dieser Irrsinns-Prognose weiterhin das Argument gestützt werden, dass man im Elf-Kilometer-Abstand eine A 94 und eine B 12 braucht“, so der Dorfener BN-Ortschef Jakob Baumgartner.

„Es ist bedauerlich, wenn man über Jahrzehnte für die bessere Lösung streitet, und dann unterliegt“, kommentierte der Sprecher der ÖDP im Landkreis, Rainer Forster, die Leipziger Entscheidung. Man könne jetzt nur darauf hoffen, „dass denen das Geld ausgeht“.

(Anton Renner)

Auch interessant

Kommentare