Schwimmen – Oberbayerische Kurzbahnmeisterschaften

Zwei Mädel, 22 Medaillen

Erding/Eichstätt – Zwei Erdinger Ausnahme-Schwimmerinnen haben bei der oberbaeyrischen Kurzbahnmeisterschaften abgesahnt: Amelie Zachenhuber und Anna Herbst. Sie sammelten Medaillen wie am Fließband.

Die oberbayerischen Kurzbahnmeisterschaften im Schwimmen wurden heuer in Eichstätt ausgetragen. Ein komplettes Wochenende, von morgens um 7.30 Uhr bis abends um 18 Uhr, im Schwimmbad verbringen, hieß es für die 500 Schwimmer aus 35 oberbayrischen Vereinen.

Trainer Elli Mangafic vom SC Prinz Eugen München hatte Amelie Zachenhuber an diesem Wochenende für elf Starts gemeldet. Langsam geht es dem Jahresende entgegen, da will der Trainer mit seiner Vorzeigeschwimmerin wieder auf Altersklassenrekord-Jagd gehen. Auf allen gestarteten elf Strecken erschwamm Zachenhuber souverän die Goldmedaille – mehrmals sogar mit der Tagesbestzeit aller weiblichen Teilnehmerinnen.

Den Bayerischen Alterklassenrekord über 50 m Brust hatte die Erdingerin schon vor zwei Wochen in Riemerling auf 34,56 Sekunden geschraubt. Über 100 m Brust verbesserte sie jetzt ihre Bestzeit nochmals um über 1,5 Sekunden. So fehlen hier zum Rekord nur noch winzige zwei Zehntel. Ebenso knapp dran ist sie auf 50 m Schmetterling und Freistil.

Eine heiß begehrte Sonderwertung gab es noch bei diesen Bezirksmeisterschaften: die offene Vierkampfwertung der 100 Meter Strecken. Nach den Punkten der DSV-Tabelle aller geschwommenen 100 m Strecken wurde fleißig addiert. Hier ließ die Erdingerin die Verantwortlichen aufhorchen, da sie als Zwölfjährige die um viele Jahre ältere Konkurrenz mit über 100 Punkten Vorsprung auf die Plätze verwies.

Die Ausbeute vom Eichstätter-Wochenende kann sich wahrlich sehen lassen, mit elf Goldmedaillen, fantastischen Zeiten und einem schöner Siegerpokal für die offene Vierkampfwertung. Mit den Zeiten über 50 m Schmetterling und 50 m Brust hat sich Zachenhuber sogar als einzige Zwölfjährige aus ganz Deutschland für die offenen deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Berlin qualifiziert. Da jedoch Anreise und Unterkunft das Familienbudget sprengen, wird die Erdingerin daran nicht teilnehmen.

Für die Pemmeringer Schwimmerin Anna Herbst waren die Oberbayerischen Kurzbahnmeisterschaften nach der Sommerpause eine erste Orientierung über ihren Leistungsstand. Nachdem sie seit längerer Zeit aufgrund von Schlüsselbeinproblemen weder im Training noch bei Wettkämpfen unter voller Belastung schwimmen konnte, zeigte sich in Eichstätt, dass die Schonung richtig war.

Sie absolvierte ein Mammutprogramm mit insgesamt zwölf Starts an zwei Tagen, die ihr sieben Gold- und vier Silbermedaillen einbrachten. Gleich beim ersten Start über 200 m Schmetterling holte sie sich den Titel. Besonders freute sich Herbst über ihre neue Bestzeit von 31,72 Sekunden über 50 m Rücken, die ihre zweite Goldmedaille bedeuteten. Die Enttäuschung folgte gleich danach. Über 400 m Lagen schlug sie mit überzehn Sekunden Vorsprung vor der Zweiten an, wurde dann aber wegen einer angeblich falschen Wende disqualifiziert, was bei dieser kräftezehrenden Strecke besonders ärgerlich ist. Verunsichert durch die Disqualifikation stellte sie ihre Wende über 100 m Lagen um, was Zeit kostete, aber ihr immerhin noch den zweiten  Platz einbrachte. Vizemeisterin wurde sie noch über 50 m Freistil und 200 m Rücken.

Am zweiten Wettkampftag trumpfte sie über ihre Paradedisziplin 100 m Schmetterling mit einer Zeit von 1:05,94 Minuten auf und schnappte sich überlegen die Goldmedaille. Gleich anschließend entschied sie auch die 50 m Brust für sich. Über 100 m Rücken musste sie sich nur einer ausgesprochenen Rückenspezialistin knapp geschlagen geben. Am Nachmittag stand Herbst dann noch über 100 m Freistil und 50 m Schmetterling ganz oben auf dem Podest. Bei der 200 m Lagenstrecke durfte sie sich über ihren siebten Titel freuen konnte. Am wichtigsten an diesem Wettkampfwochenende war aber für Herbst, dass Sie wieder beschwerdefrei schwimmen konnte. zs/red

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