Wort des Jahres 2018 steht fest und stiftet große Verwirrung - Was ist das eigentlich?

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40 Schüler sind 40 Argumente für eine neue Schule. Unter diesem Motto berichteten wir in diesem Artikel vor sechs Jahren über den Startschuss an der Realschule Oberding.

Erste Entlassfeier an der Realschule Oberding

„Eine Ära geht zu Ende“

An der Realschule Oberding gibt es am kommenden Freitag zum ersten Mal Abschlusszeugnisse. Der Jahrgang, mit dem vor sechs Jahren der Startschuss für eine neue Schule fiel, hat nun die Mittlere Reife in der Tasche. Der Premieren-Abschied fällt der kleinen Schulfamilie schwer.

von Markus Schwarzkugler

Oberding – Freitag, 20. Juli 2018, 19 Uhr: Dieser Termin ist ein historischer für die Realschule Oberding. Dann findet die erste Entlassfeier in der Geschichte des Hauses statt. Zum ersten Mal werden dort Zehntklässler mit der Mittleren Reife in der Tasche verabschiedet.

Seit 2012 gibt es die Schule. Von Anfang an dabei sind der Freisinger Thomas Kirchmeier, 38, Religion- und Deutschlehrer, sowie die Schwaigerin Nina Aigner, 16, Schüler- sowie Klassensprecherin und mit einer 1,0 die Beste der in zwei Klassen aufgeteilten 37 Absolventen. „Es ist schon was sehr Besonderes“, sagt Aigner, die demnächst auf die FOS Erding gehen wird und danach „irgendwas mit Sport“ studieren will. „Alle schauen zu uns hoch, weil wir eine Art Vorbild sind. Wir sind die Ersten, die den Tanzkurs, den Ball und die Abschlussfahrt nach Hamburg organisiert haben.“ Und nun eben der erste Jahrgang, der der Schule den Rücken kehrt – beziehungsweise kehren muss. Denn wenn man Aigner und Kirchmeier zuhört, wird schnell klar, dass in der kleinen Schulfamilie eine besondere Atmosphäre herrscht. In den Worten der beiden schwingt viel Melancholie mit.

Zum bevorstehenden Abschied winkt 1,0-Absolventin Nina Aigner zusammen mit Lehrer Thomas Kirchmeier.

„Wir freuen uns natürlich auf Freitag, sind aber auch sehr traurig. Ich habe die Schüler von Anfang an begleitet. Da ist schon Wehmut dabei. Der erste Jahrgang ist weg. Eine Ära geht zu Ende“, sagt Kirchmeier, der die eine Klasse vier Jahre lang unterrichtet hat und die zweite fünfeinhalb Jahre. Er und sein Kollege Tobias Ferstl waren die Leiter der beiden fünften Klassen, mit denen 2012 der Startschuss fiel.

Rückblick: Im Frühjahr 2012 war es im Landratsamt zu einem historischen Treffen gekommen: Vertreter des Kreises, der Herzog-Tassilo-Realschule (HTRS), der Mittelschule Oberding und des Kultusministeriums unterzeichneten die Verträge für die Tochter-Realschule, um das Haus an der Münchener Straße in Erding mit 1300 Schülern zu entlasten. In die Eigenständigkeit ging es im August des Folgejahres mit einem neuen, eigenen Schulleiter: Martin Heilmaier.

Die Lehrer mussten nun nicht mehr zwischen Oberding und Erding hin- und her pendeln, sondern konnten sich auf eine Schule konzentrieren. „Irgendwann habe ich im Auto gemerkt, dass ich lieber nach Oberding als nach Erding fahre“, erinnert sich Kirchmeier. Nicht, weil er nicht gerne an der HTRS unterrichtet hätte. Im Gegenteil: „Ich war dort sehr verwurzelt. Aber Oberding war kleiner, familiärer, eine Schule im Aufbau. Das war spannend.“

Los ging’s 2012 mit 40 Schülern, zwei Klassen- und drei Fachlehrern. Neben Ferstl und Kirchmeier ist Sabine Katenkamp von diesem Ur-Team heute noch im Lehrerkollegium. Mittlerweile zählt die Realschule Oberding 31 Lehrer und 359 Schüler, was nach wie vor als kleiner Haufen bezeichnet werden kann. Eine kleine Familie eben. „Es ist einfach traurig. Man hat hier jeden gekannt. Hier haben wir ein viel besseres Verhältnis zu den Lehrern. Man kennt meistens die Namen und grüßt sich“, sagt Aigner, die lachend feststellt: „Ich bin länger an der Schule als unser Direktor.“

Übrigens: Von den 40 Schülern, mit denen es 2012 losging, sind aufgrund von Zurückstufungen, Schulwechseln oder Umzügen nur noch 18 übrig. „Schon krass“, findet Lehrer Kirchmeier. Auch in einer kleinen Familie gibt es eben Veränderungen.

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