einweihung bei der feuerwehr wartenberg

Eine Drehleiter „für alle Wartenberger“

Wartenberg – Eine Anschaffung für 588 000 Euro, die Leben retten soll: Die neue Drehleiter der Feuerwehr Wartenberg wurde gestern eingeweiht.

Mit einem großen Fest bei fantastischem Herbstwetter hat die Feuerwehr Wartenberg gestern ihre Drehleiter eingeweiht. Nach dem von Pfarrer Gregor Bartkowski gehaltenen Gottesdienst in der katholischen Pfarrkirche zogen Feuerwehrangehörige, Kommunalpolitiker und Gäste zum Gerätehaus. Die Strogentaler spielten auf.

Bei ihren Worten am Gerätehaus rückte Pfarrerin Regine Weller die Menschen in den Mittelpunkt, die mit diesem neuen Gerät Dienst tun. Bartkowski erweiterte den Personenkreis um diejenigen, denen die Feuerwehr mit der Leiter zu Hilfe eilt. „Gib ihnen die Kraft, mit den Dingen fertig zu werden, denen sie im Einsatz ausgesetzt sind“, wünschte Weller den Aktiven beim Schlussgebet.

„Das ist wohl die emotionalste Beschaffung seit der Anschaffung der Anhängeleiter“, erklärte Bürgermeister Manfred Ranft. Der Vorgänger des Hightech-Gefährts im Wartenberger Gerätepark wird wiederum in den Feuerwehr-Ruhestand versetzt: die alte Anhängeleiter. Ranft berichtete von einer Übung, bei der diese eingesetzt worden sei. Es habe sich herausgestellt, dass die Verwendung der Anhängeleiter „mühsam, personalintensiv und zeitaufwändig“ sei. Zeit aber sei das, was bei Menschenrettung am knappsten sei. Daher sei der Marktrat in die Beschaffung eingestiegen.

Die neue Drehleiter hat laut Ranft ohne die feuerwehrtechnische Beladung 588 000 Euro gekostet. Davon habe der Freistaat Bayern knapp 212 000 Euro als Zuschuss gegeben, weitere 50 000 Euro der Landkreis. Landrat Martin Bayerstorfer begründete in seinem Grußwort das finanzielle Engagement mit der Tatsache, dass ein Rettungsgerät wie dieses überörtlich eingesetzt werde.

Kommandant Eugen Kroneberger erhielt aus der Hand des Bürgermeisters den Schlüssel und stellte das Gerät vor. 1872 sei von einem erfahrenen Feuerwehrmann die erste Drehleiter entwickelt worden, erzählte er. „Heute wird der Geist der technischen Entwicklung in Wartenberg weitergeführt.“ Sechs Geräteräume habe das Fahrzeug, die feuerwehrtechnische Beladung bestehe unter anderem aus einer Kettensäge und Pressluftatmern. Der Rettungskorb könne 500 Kilo tragen, so dass auch Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, gerettet werden könnten. Nicht weniger als 16 Rechner seien in dem Fahrzeug verbaut, etwa zur Ermittlung der genau waagerechten Lage zum Aufrichten der Leiter.

Es sei, betonte er, nicht etwa das Fahrzeug der Feuerwehr, sondern aller Bürger. „Es ist ein Geschenk, eine enorme Bereicherung in Sachen Sicherheit“, so der Kommandant. Der Bürgermeister hatte bei seiner Begrüßung auch jene Aktiven nicht vergessen, die sich im Einsatz der Drehleiter fortgebildet haben, um damit einsatzklar zu sein. Der gesellige Abschluss der Feier war ein gemeinsames Essen.

St. Petrus oder St. Florian

Zur Verblüffung von Pfarrer Gregor Bartkowski freute sich Kommandant Eugen Kroneberger, dass der Heilige Florian für „Kaiserwetter“ gesorgt habe. Bartkowski war sich sicher: „Das ist doch Petrus!“ Auch Landrat Martin Bayerstorfer zog die Augenbrauen hoch, lachte und meinte: „Schon wieder was gelernt.“

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