„Geschichte erleben, begreifen, verstehen“: Museumsleiter Peter Kapustin jun. (l.) erklärt seinen Gästen bei einer Führung die vielen interessanten Exponate. Foto: Lang

Eine Erfolgsgeschichte: Urzeitmuseum stößt an seine Grenzen

Taufkirchen - Die Erweiterungsmaßnahmen und die permanenten Sonderausstellungen bringen dem Taufkirchener Urzeitmuseum immer mehr Besucher. Die Verantwortlichen peilen die 10.000er-Grenze an.

Was in den vergangenen sechs Jahren, seit Eröffnung des Museums, alles passiert ist und wie sich die Besucherzahlen positiv entwickeln, darüber informierte jetzt die Familie Kapustin. 7000 Menschen werden das Urzeitmusem heuer bis Ende des Jahres besichtigt haben, sagte Vorsitzender Florian Stehbeck, Neffe des Museumsleiters Peter Kapustin jun., nach dem Rundgang mit geladenen Gästen und Sponsoren.

Und es sollen noch mehr werden. Das mittelfristige Ziel liege bei 10 000 Besucher, denen man das Thema Evolution näher bringen möchte. Allein während der Gewerbeschau Innova waren es 300 Personen, die in die Räumlichkeiten im Keller der Realschule kamen. Von dem Bildungsangebot machen auch gerne Gruppen Gebrauch. Dieses Jahr konnten die Museums-Verantwortlichen schon 50 Schulklassen, 20 Kindergartengruppen und 20 Geburtstagsfeste verzeichnen. Stehbeck erwähnte die diversen Kooperationen, die das Urzeitmuseum mit der Real-, Mittel- und Grundschule eingegangen sei, damit die Kinder und Jugendlichen „Geschichte erleben, begreifen und verstehen können“.

Einen Beitrag dazu habe auch seine Tante, die pädagogische Leiterin der Einrichtung, Tamara Kapustin-Lauffer, geleistet. Die Neuauflage ihres Vorschulheftchens drückte sein Bruder Marcel den Anwesenden in die Hände. Für die Konzeption des Museums und der Ausstellungen sei sein Onkel Peter zuständig, der die Gäste durch das neu gestaltete Außengelände führte. Dort erwarten die Besucher gleich neben dem Eingang ein Abguss der größten Spurenplatte aus Norddeutschland, lebende Fossilien in Form von Schildkröten in einem kleinen Teich, sowie eine fossile Pflanzenwelt in Schaukästen und in lebender Miniaturform daneben. Magnolien, Gingko oder Schachtelhalm zählen zu den Pflanzen, die es schon vor 34 Millionen Jahren im Urwald gab und die dort bis zu 35 Meter hoch wuchsen.

Auch die 100 Quadratmeter große Dachterrasse wird jetzt als Dinogarten genutzt. Die Exponate wurden alle von Sponsoren finanziert, erzählte Kapustin. „Wir haben noch Potenzial für weitere Patenschaften“, animierte er die Gäste. Damit die Kinder die Evolution aktiv erleben können, hat er ein Grabungsfeld mit einbetonierten Amoniten und Dinoknochen installiert, wobei die Kleinen beim Buddeln auch auf kleinere Fossilien stoßen können, die sie mitnehmen dürften.

Auch das Dinolabor mit einer Ausstellung zum Thema „Evolution der Zähne“ begeistere die Kinder. Neben einem riesigen Haifischgebiss und dem Film Bone Story werde hier für jeden verständlich dargestellt, was man an den Zähnen alles ablesen könne: Alter, Geschlecht, Krankheiten und ähnliches. Das Labor diene ihm als seine Werkstatt, wo man ihm über die Schulter schauen könne, wenn er Exponate präpariere, erzählte Kapustin.

Größere Baumaßnahmen seien momentan nicht mehr geplant. „Wir haben es räumlich und finanziell ausgereizt“, meinte er. Neben der museumspädagogischen Arbeit mit Kindern möchte der Museumsleiter aber noch eine Zielgruppe verstärkt für das Museum begeistern: die Senioren: „Aber da tun wir uns noch schwer an einen Verteiler zu kommen.“ Insgesamt befinde man sich aber auf einem guten Weg, meinte Kapustin zuversichtlich.

Birgit Lang

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