Bürgermeister Hofstetterwill das Wasserschloss fürTaufkirchen erhalten.

Wasserschloss Taufkirchen

„Eine Gemeinde der vertanen Chancen“

Taufkirchen – In ungewöhnlich scharfer Form hat Bürgermeister Franz Hofstetter beim Stammtisch der CSU zur aktuellen Situation des Wasserschlosses Stellung genommen. Vor allem einzelne Gemeinderäte griff Hofstetter am Montagabend an.

Zuvor hatte Kulturreferent Christoph Puschmann einen Sachstandsbericht zum Wasserschloss abgegeben. Demnach ist der mögliche Investor, dessen Modell eine öffentliche Nutzung des Schlosses ausgeschlossen hätte, abgesprungen. Puschmann betonte, eine öffentliche Nutzung des Schlosses sei notwenig, da dort unter anderem die Kreismusikschule und der Naturkindergarten untergebracht sind.

Bürgermeister Hofstetter machte daraufhin klar: „Das Wasserschloss ist ein Beispiel dafür, wie wir künftig mit unserem Taufkirchen umgehen. Unser Taufkirchen sind die Leute, die hier wohnen und die Leute, die hier Zukunft haben sollen.“ Hofstetter sagte, er habe in den letzten fünf bis zehn Jahren versucht, strittige Projekte im Konsens zu lösen. Allerdings müsse er immer mehr erkennen, „dass es bestimmte Gruppierungen und Unternehmen, auch in der Landwirtschaft“ gebe, die meinten, den Weg von Taufkirchen beeinflussen zu müssen, „so dass uns die Zukunft verbaut wird“. In Anspielung auf die politischen Querelen in Dorfen sagte Hofstetter: „Wir lachen über Nachbarstädte und Gemeinden. Ich prophezeie, das Lachen wird Euch vergehen.“

Mit Blick auf das Wasserschloss sagte Hofstetter: „Wir sind mittlerweile eine Gemeinde der vertanen Chancen.“ Die Gemeinde investiere viel in Erhalt von Einrichtungen wie Kitas oder Schulen, damit sich die Jugend soziale Kompetenzen aneignen könne. „Und nun lassen wir das brach liegen. Für was geben wir das Geld dann aus, wenn sie hier keine Chancen haben? Für was brauche ich Bildung und soziale Kompetenz, wenn ich dann einfach keine Kultur pflege“, fragte er in die Runde. In Richtung anderer politischer Lager meinte der Bürgermeister, dass diese alles Geld lieber in den Straßenbau stecken würden.

Auf Nachfrage der Heimatzeitung konkretisierte Hof-stetter, dass es fatal wäre, wenn sich die Gemeinde nur auf die Pflichtaufgaben beschränken würde. Er habe in einigen Lagern eine Selbstzufriedenheit ausgemacht. Etwa bei den Republikanern und REP-Gemeinderat Peter Attenhauser. Dieser habe zuletzt klar gemacht, den Weg Hofstetters nicht mitgehen zu wollen. Die Diskussion um das Wasserschloss müsse sich zuspitzen, es brauche bis zum Frühjahr eine Entscheidung, was die Nutzungsrechte oder vielleicht sogar einen Kauf des Schlosses durch die Gemeinde angehe. fis

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