Die Lichtinstallation stellten (v. l.) Dorfens Dekanatsratvorsitzende Irmi Schoder, Oberbürgermeister Max Gotz, Stadtpfarrer Martin Garmaier, Kreiskatholikenratsvorsitzende Margit Junker-Sturm, Pfarrer Daniel Tenberg, Ina Herrmann vom Kreiskatholikenrat und Künstlerin Alix Stadtbäumer vor.f.: vev

Eine magisch erleuchtete Stadtpfarrkirche

Erding - Frische Ein- und Aussichten ermöglicht dieser Tage eine besondere Lichtinstallation in der Stadtpfarrkirche St. Johannes. Am Freitagabend wurde sie vorgestellt. Bis kommenden Sonntag kann man sie noch besichtigen.

Es gehe darum, die Architektur und den Kirchenraum mit neuem Blick wahrzunehmen und letztlich „eine neue Sicht auf die Dinge“ zu gewinnen, erklärte Künstlerin Alix Stadtbäumer, die die Lichtinstallation in Zusammenarbeit mit Günther E. Weiß angefertigt hatte. Im Mittelgang der Stadtpfarrkirche wurden Spiegelbahnen verlegt, in denen sich die Kreuzrippen des Mittelschiffs in Zerrbildern spiegeln. Die Orgel erstrahlte im wechselvollen Farbenspiel. Blätter aus Spiegelfolie als religiöse Symbole wurden über verschiedenen Wandkerzenleuchtern angebracht. Da die Spiegelbahnen den direkten Weg versperren, so die Künstlerin, sei man aufgefordert, andere Wege zu suchen.

Das Projekt hatte der Kreiskatholikenrat in Kooperation mit der Katholischen Jugendstelle, dem Schulpastoralen Zentrum und dem Katholischen Bildungswerk auf den Weg gebracht. „Die Erdinger sind dafür bekannt, Neues zu betrachten und Neues zu wagen“, sagte Oberbürgermeister Max Gotz in seinem Grußwort. „Für den Kreiskatholikenrat geht ein lange gehegter Traum in Erfüllung“, freute sich die Vorsitzende Margit Junker-Sturm. Stadtpfarrer Martin Garmaier begab sich auf die religiöse Deutungsebene: „Jesus wagte es, ein Fenster aufzumachen und das Licht neu auszurichten.“ Dadurch entstünden für die Menschen neue Aussichten, neue Einsichten und neue Hoffnung.

Organist Georg Rothenaicher reagierte mit geheimnisvollen, lichtdurchfluteten und dunkel grollenden Klängen auf die Lichtinstallation, was die entrückte Stimmung verdichtete. Auch die anderen musikalischen Darbietungen korrespondierten mit Stadtbäumers Arbeit, die maßgeblich von der Dorfener Dekanatsratsvorsitzenden Irmi Schoder unterstützt worden war. Es sang der Chor der Mädchenrealschule Heilig Blut. Eine Percussionsgruppe mit Asylbewerbern setzte rhythmische Akzente.

Als das Quartett des Jugendkammerorchesters Violinissimo (Leitung: Ulli Büsel) Astor Piazollas „Libertango“ mit Leben erfüllte, erlebten die Zuhörer ein energetisch aufgeladenes Spiel. „Dream a little Dream“ war die Zugabe des Jazzensembles der Kreismusikschule mit ihrem Bandleader Dieter Knirsch, das zum Abschluss der Eröffnungsfeier in der magisch erleuchteten Kirche die Besucher auf eine swingende Traumreise mitnahm. Zudem hatte eine Schulklasse der Mädchenrealschule im Kirchenraum Stationen der Barmherzigkeit gestaltet. Die Lichtinstallation ist noch bis Sonntag, 17. Januar, in der Kirche zu sehen. Diese ist täglich bis 22 Uhr geöffnet.

vev

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