Eine traurige Drogenkarriere

Dorfen - Ein 23-Jähriger Arbeitsloser hat sich durch seinen Drogenkonsum selbst ruiniert. Jetzt stand er erneut vor Gericht.

Keine Kleinigkeit mehr waren die 0,7 Gramm Haschisch, welche die Polizei bei einem 23-jährigen Mühldorfer sicherstellte. Bei einer Stichprobenkontrolle in einem Dorfener Club fiel der Gast aus Mühldorf auf, weil er etwas vom Tisch in seine Tasche steckte. 0,7 Gramm Haschisch, oder wie der Angeklagte undeutlich erklärte, „ein paar Brösel“.

Dass es zu viel der Brösel waren, erklärt ihm seit drei Monaten die Drogenberatung in Mühldorf wo er zur Therapie weilt. Nach acht Jahren des Drogenkonsums, laut Angeklagtem „alles was man so bekommt“, leidet der 23-Jährige unter Sprachschwierigkeiten und hat weitere Spätfolgen zu befürchten. Hinzu kommen pekuniäre Probleme. Er verließ die Hauptschule ohne Abschluss, hat keine Ausbildung und seit einigen Monaten kein Einkommen. Seit März, seit er bei einer Freundin lebt, „hat sich meine Mutter das Kindergeld eingeschoben“, beklagt er sich.

Vorhalten lassen musste er sich allerdings elf Vorstrafen, vielfach wegen Drogendelikten, die ihm sogar ein Jahr Jugendstrafe einbrachten. Nach dem Erwachsenenstrafrecht wurde er jedoch erst einmal straffällig und vom Amtsgericht Essen zu 40 Tagessätzen verurteilt. Da die Tat „frisch“ und nur zum Teil bezahlt ist, galt sie als Gesamtstrafenfähig, so der Richter.

Für den 23-Jährigen „nicht ganz ersichtlich“. „Da habe ich nichts zu sagen“, erklärte er und Richter Aksel Kramer befand verständnisvoll: „Dass der Drogenkonsum schädlich ist, haben sie inzwischen am eigenen Körper erfahren.“ Wegen des Drogenbesitzes verurteilte ihn der Richter zu 50 Tagessätzen aus denen unter Einbeziehung der Essener Vorstrafe 70 Tagessätze je zehn Euro wurden. (gse)

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