Scherenschnitt: (vorne, v. l.) Hans Wiesmaier, Kreisvorsitzender des Gemeindetags, Stellvertretende Landrätin Gertrud Eichinger, Isens Bürgermeister Siegfried Fischer, Landrat Martin Bayerstorfer, Pfarrerin Ruth Nun, Pfarrer Josef Kriechbaumer, Lengdorfs Bürgermeisterin Gerlinde Sigl, Bezirksrat Franz Hofstetter und Robert Baum vom Staatlichen Bauamt. Foto: Weingartner

Einweihung Fuß- und Radweg: Das Netz wird immer größer

Isen - Das Fuß- und Radwegenetz im Landkreis wächst stetig. Mit dem neuen 2,5 Kilometer langen Weg zwischen Isen und Lengdorf sind es aktuell 45 Kilometer an Kreisstraßen und 66 Kilometer an Bundesstraßen. Das Netz im Kreis soll „noch dichter werden“, verspricht Landrat Martin Bayerstorfer.

Nach 40 Jahren hat die alte, aufgelassene Eisenbahnstrecke (Thann/Matzbach - Haag) zwischen Lengdorf und Isen eine neue Nutzung gefunden. Gestern wurde der erste Bauabschnitt (Isen - Wenshof) als Fuß- und Radweg feierlich eingeweiht.

Vor zahlreichen Ehrengästen aus der Lokal- und Kreispolitik sowie Straßenbauamt, Firmenvertretern und Anliegern spendeten Isens Pfarrer Josef Kriechbaumer und die Geistliche Ruth Nun (Gemeinde Haag/Isen) den Segen Gottes für den neuen Weg.

1886 war die Lokalbahnstrecke Thann/Matzbach über Lengdorf und Isen nach Haag eröffnet worden. Am 1. Februar 1974 wurde diese Nebenstrecke ganz stillgelegt. Forderungen nach einer sicheren Verkehrsführung für Fußgänger und Radfahrer an der ED 12, zwischen den Gemeinden Isen und Lengdorf, gebe es bereits seit Anfang der 90er-Jahre, berichtete Bayerstorfer. Nach der Stilllegung der Strecke wurden von beiden Gemeinden Grundstücksverhandlungen mit der Deutschen Bahn AG aufgenommen. In Lengdorf konnte man den gesamten Trassengrund erwerben. Nach jahrelangen intensiven und nervenaufreibenden Verhandlungen mit den unterschiedlichen zuständigen Stellen bei der Bahn sei es 2010 auch in Isen gelungen, zu einer „gütlichen Einigung“ zu kommen, wusste der Kreischef. Die Marktgemeinde konnte den benötigten Grund für rund 64 000 Euro erwerben, bis auf die letzten rund 200 Meter bis zum alten Bahnhof. Jetzt muss man durch die Siedlung zum Radweg, denn der startet in Isen am Ende der Adalbert-Stifter-Straße.

Nach Zustimmung der Gemeinderäte war Mitte Mai mit den Bauarbeiten begonnen worden, erzählte Bayerstorfer. Der rund 2,5 Kilometer lange, 2,5 Meter breite, asphaltierte Geh- und Radweg zwischen Isen und Wenshof verläuft westlich parallel zur ED 12. Der zweite Teil bis Lengdorf soll erst nach dem Bau der A 94 erfolgen. Die Baumaßnahme kostete rund 454 000 Euro. Ausgleichsmaßnahmen im Rahmen des Naturschutzes kosteten rund 43 000 Euro. Die waren nötig, weil unter anderem am Bahndamm lebende, streng geschützte Zauneidechsen auf ein Grundstück der Gemeinde Isen umsiedelt werden mussten. Staatliche Fördergelder werden in Höhe von 368 000 Euro erwartet.

Das Ziel sei „im Team aller Beteiligten“ erreicht worden, betonte Isen Bürgermeister Siegfried Fischer. Er erinnerte auch, dass 2003 mit rund 1700 Unterschriften der Forderung nach dem Weg Nachdruck verliehen wurde. „Jetzt haben wir ein Stück Infrastruktur wieder belebt, das vielen Menschen Freude machen wird“. Der Weg werde schon eifrig genützt, auch von Menschen mit Behinderungen. Als ein „attraktives Angebot, das die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer verbessere“, bezeichnete Robert Baum vom Staatlichen Bauamt den neuen Weg.

Noch nicht mal eröffnet haben sich auch schon Unarten am Radweg eingestellt. Der Kreischef habe von der Gemeinde erfahren, dass der Radweg zweckentfremdet und von Auto-, Quad- sowie Motocrossfahrern benutzt werde. Auch Reiter seien verbotswidrig auf dem Weg unterwegs. „Dafür ist der Fuß- und Radweg weder gedacht noch gemacht“, sagte der Landrat. Jede fremde Nutzung „schadet dem Weg nicht nur, sondern gefährdet Fußgänger und Radfahrer in unverantwortlicher Weise. Schade, dass man einen solchen Hinweis überhaupt aussprechen muss, der aber offenbar nötig ist“. Und Lengdorfs Bürgermeisterin Gerlinde Sigl wusste noch, dass die größeren Steine am Radweg die als Unterschlupf für Kleintiere gedacht sind, regelmäßig einfach mitgenommen werden.

Hermann Weingartner

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