"Einzelkämpfer haben keine Zukunft"

Dorfen - Die qualitativ hochwertige medizinische Versorgung im Dorfener Raum lobte gestern Abend Ministerin Christa Stewens in einem Pressegespräch im Krankenhaus.

Die sektorale Trennung des ambulanten und stationären Angebotes, wie sie in Deutschland häufig zu finden ist, sei europaweit einzigartig, erklärte die Ministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen bei ihrem Besuch im Ärztehaus. Dabei seien Zusammenschlüsse, wie es sie in Dorfen zwischen dem Medizinischen Versorgungs-Zentrum (MVZ) und der Klink gibt, in der Zukunft grundlegend für die Sicherung des medizinischen Angebotes für den ländlichen Raum. "Wir leben in einem Flächenstaat, daher muss auch flächendeckend eine Versorgung mit Fach- und Hausärzten gesichert werden", appellierte Stewens an die anwesenden Kommunalpolitiker. Die notwendige Zusammenarbeit sei aber erst durch eine Gesetzesänderung, die in Kliniken angestellten Ärzten erlaubt gleichzeitig auch in einer eigenen Praxis zu arbeiten, ermöglicht worden.

Entscheidend sei die ambulante und stationäre Verzahnung auch in Hinblick auf einen zu erwartenden Ärztemangel - nicht nur bei den Hausärzten, sondern gerade auch in den Kliniken. "Trotzdem kann es nicht in jeder Gemeinde ein MVZ geben, so dass die niedergelassenen Ärzte weiterhin eine unabdingbare Notwendigkeit darstellen", sagte Stewens auf Nachfrage von Taufkirchens Bürgermeister und CSU-Bezirkstags-Kandidat Franz Hofstetter, der die Diskussion moderierte.

Auch Chefarzt Dr. Ludwig Rudolf und Klinik-Vorstandsvorsitzender Dr. Joachim Ramming betonten, dass nur das innovative Konzept und die hohe Qualität des technischen und pflegerischen Angebotes die Existenz der Klinik sichern. "Weil wir so ein kleines und charmantes Krankenhaus sind, kommen die Leute nicht zu uns", scherzte Rudolf sogar, der ebenfalls eine Praxis im MVZ betreibt. "Einzelkämpfer haben wenig Zukunft", kommentierte er die von Stewens für notwendig erachtete Zusammenarbeit zwischen freiberuflichen Ärzten und den Kliniken.

Gerade durch diese "integrierte Versorgung" sei eine hohe Auslastung, wie sie in Dorfen gegeben ist, überhaupt möglich, bestätigte auch Ramming, der auf die Konkurrenz von über 3000 Krankenhausbetten im Umkreis von 30 Kilometern gegenüber den 42 Betten der Dorfener Klinik hinwies. (dm)

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