Mit dem Traktor nach Eitting: Bauern aus dem Landkreis, darunter Michael Hamburger (M.), am Rewe-Zentrallager.
+
Mit dem Traktor nach Eitting: Bauern aus dem Landkreis, darunter Michael Hamburger (M.), am Rewe-Zentrallager.

Dialog gefordert

Erdinger Bauern protestieren am Rewe-Zentrallager in Eitting

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
    schließen

An den deutschlandweiten Protesten bei Zentrallagern des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) haben sich am Donnerstagabend auch Landwirte aus dem Landkreis Erding beteiligt. Die Erdinger Bauern besuchten mit dem Rewe-Zentrallager in Eitting das einzige große Zentrallager des LEHs im Landkreis.

Eitting – Laut stellvertretendem BBV-Kreisobmann Michael Hamburger aus Buch am Buchrain wollen die Berufskollegen mit ihrer Aktion einen Branchen-Dialog zwischen den LEH-Handelsriesen befeuern, um zeitnah die derzeitige Preis-Misere der Landwirtschaft zu verbessern. Auch die Landwirte von LSV Süd Ost um Andreas Zimmer unterstützten die Aktion. Zimmer kündigte weitere Maßnahmen an, zu denen alle Landwirte eingeladen seien: „Nur zusammen sind wir stark“, sagte Zimmer laut einer Pressemitteilung der Facebook-Seite Landwirtschaft im Landkreis Erding. Die Geschäftsführung von Rewe habe Verständnis für die Nöte und Sorgen der Bauern gezeigt und Unterstützung zugesichert.

Die Schwarz-Gruppe um Lidl und Kaufland hatte nach massiver Bestreikung von Zentrallagern in Norddeutschland in der vergangenen Woche ein Angebot über 50 Millionen Euro unterbreitet, um die Landwirte in Sachen Tierwohl zu fördern. Der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl sagte dazu: „Lidl und Kaufland können sich nicht einfach mit einer solchen Einzelaktion freikaufen. Denn die Marktmacht und der Preisdruck durch den LEH und die Billigangebote im Supermarkt verschwinden dadurch ja nicht einfach. Das kann nur der Auftakt zu einem dauerhaft deutlich verantwortungsbewussteren und faireren Umgang mit den Erzeugern sein.“

Der Deutsche Bauernverband fordert eine grundlegende Veränderung in der Zusammenarbeit. Dazu gehört laut Pressemitteilung eine klare Selbstverpflichtung des Handels zum Ausstieg aus der Dauerniedrigpreis-Kultur. Das Kartellrecht dürfe nicht länger Landwirte und ihre Vermarkter daran hindern, Gegengewichte zum Handel zu bilden. Die heimische Landwirtschaft müsse in der Einkaufspolitik gefördert und Transparenz durch eine flächendeckende Herkunftskennzeichnung hergestellt werden. Weitere Ziele sind eine angemessene Bezahlung für höhere Qualitätsstandards, der Aufbau langfristiger und verlässlicher Lieferbeziehungen und die Anwendung der UTP-Regel für alle erzeugergetragenen Vermarktungsunternehmen mas

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare