Die Gemeinde hat sich 19 der 40 Parzellen vorbehalten. Sie werden im Wohnbaulandmodell an weniger gut Betuchte vergeben. „Das ist uns sehr wichtig“, so Bürgermeister Reinhard Huber.
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Die Gemeinde hat sich 19 der 40 Parzellen vorbehalten. Sie werden im Wohnbaulandmodell an weniger gut Betuchte vergeben. „Das ist uns sehr wichtig“, so Bürgermeister Reinhard Huber.

Arbeiten im Gebiet Gaden-Mitte haben begonnen – Platz für rund 350 Menschen

Das größte Bauvorhaben der Gadener Ortsgeschichte

Mit dem Abtragen der Humusschicht hat die Gemeinde Eitting vergangene Woche die größte Maßnahme für den Wohnungsbau gestartet, die der Ortsteil Gaden je erlebt hat. Zwischen Kirchpoint und Viehlasweg entsteht entlang der Moosburger Straße das Wohngebiet Gaden-Mitte. Es bietet Wohnraum für rund 350 Menschen.

VON RAIMUND LEX

Gaden - Ein Teil der Bauplätze wird für das Wohnbaulandmodell vorgehalten, das Bauland wird frühestens im Herbst 2021 parzelliert vergeben.

Die Gemeinde trug dem zunehmenden Siedlungsdruck mit dem Aufstellungsbeschluss für das Neubaugebiet im vereinfachten Verfahren schon 2018 Rechnung. Damals war noch Georg Wiester Bürgermeister, jetzt geht es unter seinem Nachfolger Reinhard Huber an die praktische Verwirklichung. Dabei ist Huber wichtig, „dass die erforderlichen Gutachten für Geruchsemissionen und -immissionen sowie die schalltechnische Untersuchung vorliegen.“ Damit akzeptieren die kommenden Bauherrn und natürlich auch die Mieter die bestehenden Verhältnisse, eventuelle spätere Klagen wegen Lärm und möglicher Geruchsbelästigung sollen so abgefangen werden. Außerdem seien die Bebauungsunterlagen „bereits zweimal zur öffentlichen Einsichtnahme ausgelegen“ gewesen, jedermann hatte ausreichend Gelegenheit, Betroffenheiten vorzubringen.

Auf 23 000 Quadratmeter erstreckt sich das Baugebiet Gaden-Mitte. Es soll rund 350 Menschen Wohnraum bieten. Im Süden findet sich eine Stützmauer

Das Baugebiet wird auf einer Fläche von rund 23 000 Quadratmetern entlang der Moosburger Straße (ED 19) zwei Riegelhäuser aufnehmen, die bei einer dreigeschossigen Bauweise 42 oder 38 kleinere Wohnungen ermöglichen. Südlich davon entstehen im Westen drei Apartment-Häuser mit je maximal fünf Wohnungen. Dem schließt sich eine Mischbebauung aus sieben Einzelhäusern und 14 Doppelhaushälften an. Den Abschluss bildet eine Häuserzeile aus einem Mehrfamilienhaus (maximal sieben Wohneinheiten), drei Einzelhäusern und zehn Doppelhaushälften.

Eine Stützmauer aus natürlichen Steinen grenzt Gaden-Mitte im Süden von den landwirtschaftlichen Nutzflächen ab. Dieser architektonische Kunstgriff ist erforderlich, weil das Baugebiet nach Süden hin aufgefüllt werden muss, um die Rigolen unterbringen zu können, die für die Versickerung des Oberflächenwassers inzwischen vorgeschrieben sind. Diese sind etwa mit Kies gefüllte Pufferspeicher, in die das Regen-/Oberflächenwasser über Rohre sowie über Filter eingeleitet wird. Von dort versickert das Wasser in den Untergrund. Die Rigolen müssen frostfrei in mindestens 60 bis 80 Zentimetern Tiefe verbaut werden, die Unterkante muss mindestens einen Meter über der Grundwasserschicht liegen. Bei dem relativ hohen Grundwasserstand in Gaden wären Rigolen ohne (Teil-) Aufschüttung nicht möglich – die bisher gepflegte Versickerung über einfache Sickergruben ist im Neubaugebiet aus Umweltschutzgründen nicht mehr zulässig.

Die Gemeinde hat sich aus dem möglichen Baubestand von 40 Häusern 19 Parzellen gesichert: 14 Doppelhaushälften, vier Einfamilienhäuser und ein Mehrfamilienhaus. Dieser Baugrund soll nach einem EU-konformen Punktesystem an weniger gut betuchte Bauwillige vergeben werden. „Die Vergaberichtlinien“, so Huber, „werden derzeit neu gefasst“. Sie werden spätestens im Herbst, wenn bei gutem Verlauf der vorbereitenden Arbeiten die Grundstücke vergeben werden können, erlassen sein.

Nach dem Abtragen der Humusschicht und dem Anlegen zunächst provisorischer Straßen folgt die Er-schließung mit Straßen, Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen sowie den Telekommunikationsverbindungen. Letztere werden in Glasfasertechnik ausgeführt.

Heute im Gemeinderat

Der Bebauungsplan Nr. 28 Gaden-Mitte ist heute Thema im Gemeinderat. Auf der Agenda steht der Satzungsbeschluss. Außerdem befasst sich das Gremium mit Haushaltsberatungen und zahlreichen Bauanträgen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 19 Uhr in der Schulturnhalle.

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