Besondere Auszeichnung: Georg Wiester (M.) ist jetzt Altbürgermeister. Zudem trug er sich ins Goldene Buch ein. Dazu gratulierten (v. l.) Schwiegertochter Nicole Wiester-Böhm, Ehefrau Adelgund, Rathauschef Reinhard Huber und Sohn Markus Wiester.
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Besondere Auszeichnung: Georg Wiester (M.) ist jetzt Altbürgermeister. Zudem trug er sich ins Goldene Buch ein. Dazu gratulierten (v. l.) Schwiegertochter Nicole Wiester-Böhm, Ehefrau Adelgund, Rathauschef Reinhard Huber und Sohn Markus Wiester.

Einmal hätte er fast eine Trauung verpasst

Ein halbes Jahrhundert im Dienste Eittings: Georg Wiester ist jetzt Altbürgermeister

  • VonDaniela Oldach
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Zwölf Jahre stand Georg Wiester an der Spitze der Gemeinde Eitting. Jetzt darf sich der frühere Rathauschef auch Altbürgermeister nennen.

Eitting - „Es gehört zu den ehrenvollsten Aufgaben eines Bürgermeisters, diese Auszeichnung zu vergeben“, sagte der amtierende Gemeindechef Reinhard Huber und verlieh seinem Vorgänger den Titel.

Der Gemeinderat hatte die Ernennung einstimmig bereits am 16. Juni vergangenen Jahres beschlossen. Doch wegen der Pandemie war die Verleihung in würdigem Rahmen lange Zeit nicht möglich gewesen. Jetzt wurde sie am Dienstag in der Schulturnhalle nachgeholt. Zudem trug sich Wiester ins Goldene Buch der Gemeinde ein. Anschließend wurde im kleinen Kreis gefeiert. Vom 1. Mai 2008 bis 30. April 2020 hatte Wiester die Geschicke der Kommune geführt. Im Dienst der Gemeinde war er aber schon seit 1972, als ihn der damalige Rathauschef Leonhard Zollner für die Verwaltung eingestellt hatte.

Huber erinnerte an Wiesters berufliche Erfolge. Bei den Anhörungsverfahren zur dritten Startbahn war Wiester stets vor Ort. Die Rewe-Erweiterung, die Ausweisung der Baugebiete Müllerpoint (Eitting) und Siglfinger Straße (Reisen) oder die Erweiterungen des Kinderhauses St. Georg und der Schule samt der Turnhallensanierung waren prägende Maßnahmen. Schon vor seiner Zeit als Bürgermeister war Wiester als Standesbeamter tätig. Insgesamt hat er 40 Jahre lang Trauungen durchgeführt.

Einmal hat er aber eine vergessen. Diese Anekdote gab Wiester selbst zum Besten. „Du, Schorsch, da sind zwei, die wollen heiraten“, sagte der frühere Gemeindediener Adi Hirner an einem Freitagvormittag gegen 10.30 Uhr. Wiester, leger in Jeans gekleidet, lief es eiskalt über den Rücken. Er hatte die Hochzeit für 15 Uhr in seinem Kalender notiert. Schnell ein Anruf zuhause: „Adelgund, Anzug raus, Schuhe raus“, gab er seiner Ehefrau vor, flitzte nach Hause und traute, selbst fesch angezogen, punkt 11 Uhr die Hochzeitswilligen.

Dass hinter jedem starken Mann eine starke Frau steht, dafür ist Adelgund Wiester das beste Beispiel. Georg Wiester versäumte es nicht, sich neben dem Gemeinderat und der Verwaltung besonders bei seiner Gattin für ihre tatkräftige Unterstützung zu bedanken. „Du hast meinen Weg mit viel Verständnis begleitet und mir all die Jahre viel Rückhalt gegeben“, so der 70-Jährige, der seit 1976 verheiratet ist. Sohn Markus und Schwiegertochter Nicole waren ebenfalls bei der Ehrung dabei. Jetzt gehört Wiesters große Aufmerksamkeit und Liebe seiner Enkelschar mit drei Enkeltöchtern und einem Enkelsohn.

„Es ist schon eigenartig, wenn man mal wieder da vorne steht“, räumte Wiester bei seiner Dankesrede vor dem Gemeinderat ein, freute sich aber über „die besondere Ehrung, die ja nicht selbstverständlich ist“. In der Schulturnhalle war er auch im Oktober 2007 bei der Aufstellungsversammlung vor rund 550 Gemeindebürgern. Und so schloss sich nun der Kreis.

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