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Für die Renovierung der Wege hat die Kirchenstiftung Oberhummel die Eittinger um einen Zuschuss gebeten. 

Gemeinderat Eitting

Debatte um Friedhofsbeiträge: Gaden, das „Stiefkind an der Landkreisgrenze“

  • vonDaniela Oldach
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Die letzte Reise führt die Gadener Bürger meist nach Oberhummel in den Nachbarlandkreis Freising. Politisch gehören sie zwar zur Gemeinde Eitting. Da es in Gaden aber keinen Friedhof gibt, werden Verstorbene, unabhängig von ihrer Konfession, im Friedhof Oberhummel bestattet. In die Jahre gekommen sind dort die Wege innerhalb des Gottesackers. Deshalb bat die Katholische Kirchenstiftung St. Georg Oberhummel die Kommune Eitting um einen Zuschuss für die Renovierung. Der Antrag sorgte für eine Diskussion im Gemeinderat.

Eitting/Oberhummel– Seit Jahrzehnten versuchen die Mitglieder der Kirchenverwaltung, die Wege innerhalb des Friedhofs instand zu halten. Stets waren aber Arbeiten erforderlich, um die Verkehrssicherungspflicht nicht zu verletzen und Stolperfallen zu vermeiden. Doch nun hat die Kirchenverwaltung beschlossen, die Waschbetonplatten durch ein Natursteinpflaster zu ersetzen. Die Arbeiten sind schon in vollem Gang. Trotz der Eigenleistung durch Mitglieder der Pfarrgemeinde, etwa das Entfernen der alten Platten sowie des Untergrunds, beträgt die Auftragssumme an die Pflasterfirma rund 45 000 Euro. Beantragt wurde ein Zuschuss in Höhe von 20 Prozent, also etwa 9000 Euro. Die Gemeinde will nun die Hälfte davon zahlen.

Es gebe in Eitting einen Grundsatzbeschluss, dass solche Arbeiten generell mit zehn Prozent bezuschusst werden, informierte Bürgermeister Reinhard Huber. So sei beispielsweise die Wegesanierung am Friedhof Eittingermoos mit zehn Prozent unterstützt worden. Von den 105 Oberhummeler Gräbern sind 38 von Gadenern. Das entspricht 36,2 Prozent.

„Was zahlt die Gemeinde Langenbach? Und was das Ordinariat? Und dann wären das ja zehn Prozent aus 36,2 Prozent. Nur mal so als Diskussionsgrundlage“, eröffnete Josef Straßer (Ortsliste Reisen) die Debatte. „Wir hatten auch schon den Gedanken, bei der Gemeinde Langenbach nachzufragen“, sagte Huber, verwies aber auf den bestehenden Grundsatzbeschluss. „Zehn Prozent sind nicht falsch. Wenn wir in Gaden einen Friedhof unterhalten müssten, würde es uns teurer kommen“, meinte Astrid Hellinger (CSU). „Zehn Prozent, aber von was?“, hakte Straßer nach.

Angela Fodermair-Hasenhündl (Ortsliste Gaden) gefiel das nicht. „Ein Drittel ist aber Gaden. Wir sind halt einfach ein Stiefkind an der Landkreisgrenze“, meinte sie. „Wir mögen euch genauso gern“, antwortete Huber gewitzt und charmant. „Das Grundwasser ist so hoch, deshalb wird ein Friedhof in Gaden nicht genehmigt“, informierte er weiter. Die Kapazität des Oberhummeler Friedhofes sei zudem jetzt ausgereizt, mehr Gräber gingen nicht. Wenn, dann müsse der Eittinger Gemeindefriedhof genutzt werden.

„Ich bin der Meinung, dass wir die vollen zehn Prozent trotzdem tragen können – für die Gadener Bürger“, redete Fodermair-Hasenhündl Tacheles. Mit den Gegenstimmen von Straßer und Martin Lenz (Wählergemeinschaft Gemeindefriede) beschloss das Gremium, zehn Prozent aus der Auftragssumme von 45 000 Euro zu bezahlen. „Mir sind es zu wenig Informationen“, begründete Straßer sein Nein.DANIELA OLDACH

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