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Durch eine Baustelle auf der A92 München-Deggendorf raste eine Russin mit 50 km/h zu viel – und hatte nicht mal einen gültigen Führerschein. Der, den sie vorlegte, war gefälscht.

Fünf Monate auf Bewährung

Raserin mit gefälschtem Führerschein verurteilt

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Eine Russin (50) fuhr mit einem gefälschten Führerschein mehr als 50 km/h schneller als erlaubt. Jetzt wurde sie zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Eitting/Erding – Auf der Fahrt von Augsburg nach Straubing hat eine 50 Jahre alte Russin so ziemlich alles falsch gemacht: Am 19. März dieses Jahres bretterte sie bei Eitting mehr als 50 km/h zu schnell durch eine Baustelle auf der A92 München–Deggendorf. Einer zivilen Polizeistreife, die die Frau stoppte, legte die selbstständige Kosmetikerin einen komplett gefälschten Führerschein vor, einen gültigen besitzt sie nicht mehr. Am Amtsgericht Erding fing sich die 50-Jährige dafür eine fünfmonatige Bewährungsstrafe ein. Die Augsburgerin stand nämlich nicht das erste Mal vor Gericht.

Am Vormittag des besagten Tages im März fiel die Frau einer Streife der Freisinger Autobahnpolizei auf. „Sie war in der Baustelle mindestens 50 km/h zu schnell dran, und dann hat sie uns auch noch überholt“, berichtete ein Polizeibeamter, der der Russin mit einer Videokamera an Bord hinterhergefahren war. „Als wir sie kontrollierten, legte sie uns einen offensichtlich komplett gefälschten ausländischen Führerschein vor“, so der Autobahnpolizist weiter. Eine Überprüfung der Personalien ergab: Die Frau besaß mal eine reguläre Lizenz, doch deren Gültigkeit war längst abgelaufen.

Mit gefälschtem Führerschein zum Vorstellungsgespräch

Staatsanwältin Sandra Seeburger warf der Mutter von drei Kindern vor, ohne Führerschein gefahren zu sein und Urkundenfälschung begangen zu haben. Anwalt Eugen Wunsch sagte, seine Mandantin räume die Anklage ein, die „falsche Pappe“ habe sie im Internet gekauft. Sie wollte von Augsburg nach Straubing zu einem Vorstellungsgespräch fahren.

Diese beiden Vergehen fielen in eine Zeit, in der die 50-Jährige unter offener Bewährung stand – wegen Geldwäsche im Jahre 2016. Auch wegen Diebstahls war sie schon einmal verurteilt worden.

Bewährung aufgrund von Erkrankung und Mutterschaft

Seeburger forderte fünf Monate Haft, die gerade noch einmal zur Bewährung ausgesetzt werden könnten. Wunsch nannte keine Strafhöhe, wies aber auf die hoch problematische Situation der Angeklagten hin. Sie sei bereits dreimal wegen eines Tumors operiert worden, ein vierter Eingriff stehe kurz bevor. Seine Mandantin nehme starke Schmerzmittel.

Richterin Michaela Wawerla verurteilte die Russin zu fünf Monaten auf Bewährung. Zudem muss sie 1500 Euro an die Suchthilfe Condrobs zahlen. Wawerla hielt der Fahrerin vor, sie sei eine sehr lange Strecke gefahren – und das mit teils stark überhöhtem Tempo. Weil sie eine Bewährungsversagerin sei, falle die Strafe recht drastisch aus. Allerdings berücksichtigte die Richterin die Erkrankung und die Tatsache, dass sie sich in dieser Lage um das jüngste Kind (16) kümmern müsse. 

Hans Moritz

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