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95 km/h wurden auf der Birkenstraße gemessen, in der maximal 50 Stundenkilometer erlaubt sind.

Der Kampf gegen die Raser

Eitting: Gemeinde übernimmt Verkehrsüberwachung

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Eitting leidet an Rasern. Im Gemeindebereich werden die Geschwindigkeitsbegrenzungen teilweise stark überschritten. Eine kommunale Verkehrsüberwachung soll nun die Probleme lösen.

Eitting– Die Gemeinde Eitting will Rasern den Garaus machen. Die kommunale Verkehrsüberwachung wird kommen, darüber war sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag sicher. Jetzt werden Angebote von potenziellen Betreibern eingeholt.

Immer wieder kommt es zu Beschwerden in der Gemeindeverwaltung, dass in der Kommune zu schnell gefahren beziehungsweise falsch geparkt wird. Die Polizei Erding wurde zwar eingeschaltet, doch laut der Gemeindeverwaltung nimmt sie sich immer mehr aus der Verantwortung heraus. Jetzt will Eitting selbst handeln. In der Ratssitzung wurde debattiert, ob eine kommunale Verkehrsüberwachung sinnvoll ist.

45 km/h schneller als erlaubt

Beschwerden über Autofahrer, die zu sehr aufs Gaspedal drücken, gibt es in Reisen an der Hauptstraße. In Gaden ist die Situation am schlimmsten. Dort trifft es die Moosburger Straße, die Forststraße und die Waldstraße. In Eittingermoos wird auf der Dorfstraße ordentlich auf die Tube gedrückt. Aber auch die Birkenstraße verwandelt sich zusehends in eine Rennstrecke. Das zeigte eine Messung, die die Kommune vorab durchführen hatte lassen. Teilweise wurden die geltenden 50 Stundenkilometer um bis zu 45 km/h überschritten. „Ich kenne die Birkenstraße. Das ist eine schmale Straße. Wenn da einer mit 95 fährt, gehört ihm der Führerschein genommen“, meinte Benjamin Groß (Ortsliste Reisen). Erschwerend kommt in Eittingermoos hinzu, dass einige enge Straßen auf sechs Tonnen beschränkt sind. Die Gemeinde hat deshalb entsprechende Schilder aufgestellt. „In Eitting selbst haben wir jetzt keine Beschwerden“, informierte Bürgermeister Reinhard Huber (Ortsliste Reisen) das Gremium.

Die Nachbargemeinde Oberding, mit der Eitting eine Verwaltungsgemeinschaft bildet, lässt die kommunale Verkehrsüberwachung von der Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft in Kombination mit dem Markt Markt Schwaben durchführen. Insgesamt 30 Stunden pro Monat wird der fließende Verkehr an fünf bis sechs Stellen überwacht. Der ruhende Verkehr wird 50 Stunden im Monat geprüft, da es in Oberding zu vielen Beschwerden und Problemen kam. Die Falschparker-Problematik ist in der Gemeinde Eitting hingegen nicht so gravierend. Beschwerden gibt es lediglich in den absoluten Halteverboten in Eitting an der St.-Georg-Straße und in Reisen an der Von-Eberspeck-Straße.

Kostenpunkt noch unklar

„Was kostet denn das Ganze?“, fragte Ratsmitglied Max Klinger (Gemeindefriede Eitting). „Das weiß ich noch nicht“, antwortete Huber. Denn zuerst sollen Angebote eingeholt werden. „Warum nicht auch vom Zweckverband kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern?“, fragte Angela Fodermair-Hasenhündl (Ortsliste Gaden). „Der Staat schafft Regeln. Wir müssen uns daran halten. Deshalb sollten wir das einführen. Denn wenn wir das nicht tun, sind wir ein zahmer Tiger“, sagte Josef Straßer (Ortsliste Reisen).

Einstimmig beschloss das Plenum, Angebote bei den beiden genannten Anbietern für den fließenden und für den ruhenden Verkehr einzuholen. Für den fließenden Verkehr sind 15 Stunden im Monat mit drei Messungen vorgesehen. Dann wird neu darüber beraten.

Daniela Oldach

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