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Die Gadener Feuerwehr bekommt Verstärkung von den Nachbarn aus Niederhummel, damit die Einhaltung der Hilfsfrist auch künftig gewährleistet ist. 

Bebauungsplan für 2,8 Hektar Fläche

Große Pläne für Gaden

  • vonDaniela Oldach
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Es ist das größte Bauprojekt der Gemeinde Eitting in der Ortschaft Gaden. Im Rahmen des Bebauungsplans Nr. 28 Gaden-Mitte sollen südlich der Moosburger Straße Einzel- und Doppelhäuser, aber auch Apartment-Häuser und Geschosswohnungsbauten entstehen. Zudem ist eine Riegelbebauung geplant. In der Gemeinderatssitzung im Mehrzweckraum der Grundschule fasste das Gremium den Billigungs- und Auslegungsbeschluss.

Gaden – Insgesamt umfasst der Bebauungsplan eine Fläche von rund 2,8 Hektar. Dazu gehört ein bereits im Flächennutzungsplan festgesetztes Wohn- sowie ein Dorfgebiet. Um ausreichend Wohnraum für die Zukunft zu schaffen, sollen in den Apartment-Häusern mit drei Vollgeschossen jeweils 39 beziehungsweise 42 Wohneinheiten, zudem drei Mehrfamilienhäuser sowie 24 Doppel- und Einzelhäuser entstehen. Auf die Gemeinde Eitting werden voraussichtlich 15 bis 18 Parzellen entfallen. Diese sollen im im Volksmund bekannten Einheimischenmodell vergeben werden. Die entsprechenden Richtlinien für die Umsetzung des Wohnbaulandmodells, so die jetzt korrekte Bezeichnung, wird der amtierende Gemeinderat neu fassen.

Wenn’s brennt, muss die Feuerwehr zur Stelle sein. Da aber die Gadener Wehr tagsüber nicht immer angemeldet ist und ihre Eittinger Kollegen die zehnminütige Hilfsfrist nicht ganz einhalten können, hat Bürgermeister Reinhard Huber die Nachbarkommune Langenbach (Kreis Freising) um Hilfe gebeten. Deren Feuerwehr in Niederhummel kann im Notfall in Gaden einspringen. Eine entsprechende Zweckvereinbarung mit der Gemeinde Langenbach ist abgeschlossen, informierte Huber das Gremium. „Gaden hat einen sehr guten Bezug zu Hummel. Und die beiden Feuerwehren machen auch oft Übungen miteinander“, freut sich der Rathauschef.

Doch es soll nicht alles auf einen Schlag umgesetzt werden. Das hatte Hubers Amtsvorgänger Georg Wiester in seiner letzten Gemeinderatssitzung schon betont. In den Apartment-Häusern benötigt laut Wiester der Grundstückseigentümer auch Wohnungen für seine Beschäftigten.

Die umliegenden landwirtschaftlichen Betriebe dürfen aber in der Ausübung ihrer Tätigkeit nicht eingeschränkt werden. Das hatte der Bayerische Bauernverband in seiner Stellungnahme gefordert. So müssen Lärm-, Staub- und Geruchsemissionen von den künftigen Bewohnern geduldet werden – und das auch außerhalb der „regulären“ Arbeitszeiten, beispielsweise in der Erntezeit. Im Vorfeld wurde dazu aber schon ein entsprechendes Gutachten eingeholt.

Ein betroffener Landwirt hatte diese Bedenken auch in seiner Stellungnahme geäußert. Er betreibt einen Vollerwerbsbetrieb mit Milchviehhaltung, Mastbullen, Biogasanlage und Kartoffelbau. „Ich möchte darauf hinweisen, dass durch die Bewirtschaftung des Betriebs erhebliche Emissionen (Lärm, Staub, Geruch) entstehen“, so der Bauer in seiner Stellungnahme.

Auch gehe aus der schalltechnischen Untersuchung hervor, dass durch die Landwirtschaft und die Biogasanlage erbliche Einwirkungen auf das Wohngebiet entstünden. Der Landwirt wünschte sich eine Duldungsdienstbarkeit, die im Grundbuch festgehalten wird. Diese hatte aber noch der alte Gemeinderat abgelehnt, da die entsprechenden Gutachten im Bebauungsplan berücksichtigt werden.

Zwei Gadener Bürger hatten zudem Widerspruch gegen den Bebauungsplan eingelegt. Sie befürchten, dass das Oberflächenwasser der öffentlichen Verkehrsflächen nicht über Mulden umweltgerecht versickert. Auch die wachsende Einwohnerzahl oder die Missachtung des Straßendorfcharakters mit den typischen Baulücken kritisierten sie. Die Einwände waren aber ebenfalls noch vom alten Gremium zurückgewiesen worden.

Den alten Bebauungsplan Nr. 28 Gaden-Mitte hob der Gemeinderat 2018 auf. Gleichzeitig wurde ein neuer Aufstellungsbeschluss mit einem größeren Umgriff gefasst. Die erforderlichen Gutachten für Geruchsemissionen sowie die schalltechnische Untersuchung sind erstellt und waren bereits Gegenstand der Auslegung.

Der Bebauungsplanentwurf lag bereits im Februar öffentlich aus. Die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange sind geprüft und wurden vom alten Gemeinderat noch beschlossen. Jetzt liegt der Entwurf erneut einen Monat lang aus. Auf der Homepage der Gemeinde Eitting können die Daten ebenfalls eingesehen werden. Im Herbst soll es laut Huber mit der Ausschreibung losgehen.

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