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Der Oberpfälzer Kabarettist Bobbe in seiner Paraderolle: als Muk Brandlhuber, trinkfreudiger Kommandant der Feuerwehr Facklberg. Zum Abschluss seiner Zefix-Tournee trat er in Eitting auf.

Großes Tournee-Finale in Eitting

Zefix, so mischt Kabarettist Bobbe Eitting auf

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Das Beste zum Schluss: Im Finale seiner Zefix-Tournee brannte der Kabarettist Bobbe beim Dorffest in Eitting ein wahres Pointenfeuerwerk ab. Mehrere hundert Besucher erlebten viereinhalb Stunden Gaudi.

Eitting - Es gibt Menschen, die provoziert der Name von Bobbes soeben ausgelaufenem Programm. Doch „Zefix“ ist wahrlich nicht gotteslästerlich gemeint, sondern das Sinnbild des knorrigen, aber irgendwie liebenswerten bayerischen Grantlertums. Und so  begann auch der Abend in Eitting mit einer Litanei an Beschimpfungen, ehe der Oberpfälzer die Bühne betrat.

Das Programm konnte erst im zweiten Anlauf beginnen, denn Bobbe fühlte sich nicht hinreichend verehrt, als er mit dem (leeren) Bierfassl über die Schulter aus der Kulisse kam. Einer Zuschauerin drückte er ein Schild mit der Aufschrift „Du geile Sau“ in die Hand, eine Zweite überredete er, ihm einen (überdimensional großen und furchtbar hässlichen) Schlüpfer zuzuwerfen, während eine Dritte schließlich einwilligte, lautstark ein Kind von ihm einzufordern. 

Umwerfend komisch: Muk Brandlhuber von der Feuerwehr Facklberg

Ins Erdinger Land hatte ihn die Eittinger Feuerwehr geholt, deren neues Fahrzeug am Samstag geweiht wurde (wir berichteten). Sebastian Hintermaier ist nicht nur Feuerwehrler in Eitting, sondern auch ein Spezl Bobbes. Und so stand neben dem Bierzelt der neue Versorger von Florian Eitting der alte Opel Blitz der Feuerwehr Facklberg. Die gibt es nicht wirklich, spielt aber  in Bobbes Programmen stets eine tragende Rolle. Richtig bekannt geworden ist der Oberpfälzer nämlich in den sozialen Netzwerken in der Rolle des Muk Brandlhuber, ständig dürstender und betrunkener Kommandant besagter Feuerwehr Facklberg. Den mimte er auch in Eitting, einmal in Einsatzkleidung, einmal als kommissarischer Vorsitzender seiner Feuerwehr, in dessen Hauptversammlung jeder zweiter Tagesordnungspunkt  das Leeren einer Halben Bier lautet. 

In Eitting trat Bobbe  als multiple Person, sprich in vielen Rollen, auf. Brillant ist er als ziemlich genervter Nikolaus der Kolpingsfamilie. Zum Brüllen komisch schildert er den Besuch bei der stark übergewichtigen Tschakeline, die sowohl mit Gedicht als auch mit Geigenvorspiel dem „Heiligen Mann“ brutal auf die Nerven geht, während er unter seinem siffigen Gewand schwitzt und nur eines will: raus aus der überhitzten Wohnung, raus aus dem Kostüm. 

Richtige Entertainer-Qualitäten bewies Bobbe vor der Pause, als er eine Hommage auf die Leberkässemmel anstimmte und dazu mehrere Hits umschrieb und in die entsprechenden Kostüme schlüpfte, darunter Michael Jacksons „Heal the world“ und Elton Johns „Nikita“.

Bühne frei für Fonse Doppelhammer und Michi Dietmayr

Die viereinhalb Stunden Programm musste Bobbe aber nicht allein stemmen. Zwei Kabarett-Kollegen bot er (s)eine Bühne. Fonse Doppelhammer kam auch deshalb zum Zug, weil er für Bobbe Anfang Juli eingesprungen war, nachdem der beim Paragliden einen schweren Unfall erlitten hatte und nicht auftreten konnte. Doppelhammer kam zwar ein wenig arg zotig daher, seine Darstellung, wie er als (hässliches) Neugeborenes vom Vater um ein Haar vertauscht  - wohl eher eingetauscht - worden wäre, hatte auf jeden Fall Unterhaltungswert. 

Nach der Pause hatte der Münchner Michi Dietmayr seinen Auftritt. Vor allem die Eltern pubertierender Kinder wusste er zu begeistern: Sein radebrechender Dialog mit dem Nachwuchs - „hey Bruda, chill dein Leben“ - war wirklich klasse.

Hoch emotionaler Ausklang

Ganz zum Schluss eines langen Abends zeigte der Bobbe, dass er viel mehr ist als nur ein Gaudibursch. Sein liebevolles Bekenntnis zu seiner Heimat Bayern - der Film dazu hat einen hohen Gänsehaut-Faktor -, zu seiner Familie und seinem Team, das er vollständig auf die Bühne holte, kam hoch emotional und überzeugend rüber. 

Die Bobbe-Fans müssen nicht lange auf das neue Programm waren: „Bayronman“ startet bereits im September. Bereits am 5. Oktober können sich die Fans dieses Genre in der Erdinger Stadthalle kaputt lachen: Der Addnfahrer hat sich mit seinem Programm „S‘Lebn is koa Nudlsuppn“ angesagt. In Eitting saß der Gaudibursch aus der Landwirtschaft und amüsierte sich prächtig.

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