Georg Wiester hört nach zwölf Jahren als Eittinger Bürgermeister auf. Der bald 69-Jährige sagt: „Jetzt müssen Jüngere übernehmen.“
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Georg Wiester hört nach zwölf Jahren als Eittinger Bürgermeister auf. Der bald 69-Jährige sagt: „Jetzt müssen Jüngere übernehmen.“
Reinhard Huber will Eittinger Bürgermeister werden. Vize ist der 58-Jährige schon. Er tritt für die Ortsliste Reisen an und ist CSU-Mitglied.
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Reinhard Huber will Eittinger Bürgermeister werden. Vize ist der 58-Jährige schon. Er tritt für die Ortsliste Reisen an und ist CSU-Mitglied.

Amtsinhaber Georg Wiester hört 2020 auf, Vize Reinhard Huber tritt an

Eitting vor spannender Bürgermeister-Wahl

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Eitting - Die Gemeinde Eitting steht vor einer spannenden Bürgermeister-Wahl: Amtsinhaber Georg Wiester hört auf, sein Vize Reinhard Huber tritt an. Er ist aber nicht der einzige Kandidat.

Der Eittinger Bürgermeister Georg Wiester wird im November 69 Jahre alt. Eine erneute Kandidatur kommt für ihn nicht in Frage. Nach 47 Jahren im Dienste der Gemeinde Eitting – vor seinen zwei Wahlperioden als Bürgermeister hatte er in der Verwaltung gearbeitet – müsse es auch einmal gut sein, sagte Wiester unserer Zeitung, und: „Jetzt müssen Jüngere übernehmen.“

Genau das hat sein Vize Reinhard Huber auch vor. Der 58-jährige Gemeinderat von der Ortsliste Reisen will Bürgermeister werden. Damit verspricht die Eittinger Kommunalwahl 2020 so spannend zu werden wie selten. Denn traditionell stellte bislang die Wählergruppe Gemeindefriede den Bürgermeister. So war es bei Wiester und ab 1996 auch bei seinem Vorgänger Matthias Kammerbauer. Doch für 2020 bringt sich nun sogar die neue Gruppierung CSU/Parteifreie Bürger in Stellung.

Das verrät CSU-Ortsvorsitzender Konrad Zollner auf Nachfrage. Erstmals gebe es eine Gemeinderatsliste, und: „Bei der Aufstellungsversammlung am 2. November werden wir auch einen Bürgermeisterkandidaten vorstellen.“ Wer das ist, verrät Zollner allerdings noch nicht.

Damit entsteht die pikante Situation, dass zwei CSU-Mitglieder um den Chefsessel in der Gemeindekanzlei kämpfen werden. Denn auch Huber hat das schwarze Parteibuch und ist sogar stellvertretender Ortsvorsitzender. „Ich habe schon viermal auf der Reisener Liste kandidiert. Ich fühle mich meiner Ortschaft verpflichtet“, erklärt er seine Treue zur Ortsliste.

Bürgermeisterwahlen seien ohnehin Persönlichkeitswahlen. „Die Leute kennen mich in ganz Eitting“, erklärt Huber, der schon sein ganzes Leben in der Gemeinde wohnt. Der 58-jährige Elektromeister ist seit 35 Jahren verheiratet, hat drei Kinder und drei Enkel. Er habe über 36 Jahre beim gleichen Betrieb gearbeitet, erzählt er: bei den Bayernwerken, die zuletzt unter dem neuen Namen Uniper firmierten.

„Seit 1. Juli bin ich aber im Vorruhestand. Das heißt, ich habe Zeit für dieses Amt“, berichtet Huber, der sich bereits seit 2002 im Gemeinderat engagiert. Das Amt des Vize-Bürgermeisters hat er seit März 2014 inne, als er für den verstorbenen Rudolf Brand nachrückte.

An Herausforderungen in der nächsten Wahlperiode nennt Huber die Kinderbetreuung und die Schule. „Kindergarten und Kinderkrippe platzen aus allen Nähten.“ Hier müsse möglichst schnell eine Container-Lösung auf den Weg gebracht werden. „Und auch die Grundschule hat Platzprobleme.“ Ein weitereres wichtiges Projekt sei die Vollendung des Baugebiets in Gaden mit etwa 130 Wohneinheiten. Neben Apartments sollen dort auch Bauplätze für Einheimische geschaffen werden, fordert Huber. Die Bestätigung durch seine Reisener Ortsliste erhofft er sich in der Aufstellungsversammlung am 13. November. Fünf Tage zuvor, am 8. November, trifft sich die Wählergruppe Gemeindefriede zur Aufstellung. Ein Bürgermeisterkandidat müsse sich hier zur Wahl stellen, berichtet Gemeindefriede-Gemeinderat Max Klinger auf Nachfrage. „Aber bisher haben wir keinen.“

Die erste Eittinger Aufstellungsversammlung war bereits am Donnerstagabend. Die Ortsliste Gaden wählte ihre Gemeinderatsbewerber. Die Liste führen Gemeinderätin Angela Fodermair-Hasenhündl, Wolfgang Wurzer und Richard Thaler an. Ein Bürgermeisterkandidat wurde jedoch nicht nominiert.

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