Das Neubaugebiet Gaden-Mitte ist eines der Hauptprojekte für Eittings Bürgermeister Reinhard Huber. Unser Bild zeigt ihn dort im März diesen Jahres.
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Das Neubaugebiet Gaden-Mitte ist eines der Hauptprojekte für Eittings Bürgermeister Reinhard Huber. Unser Bild zeigt ihn dort im März diesen Jahres.

Bürgermeister Reinhard Huber zieht Bilanz nach seinem ersten, coronageprägten Amtsjahr

Eittinger Kindergarten: Baubeginn 2023?

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
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Seit gut einem Jahr ist Reinhard Huber nun Bürgermeister von Eitting. Zeit für eine erste Zwischenbilanz, die der 60-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung zieht. Danach gefragt, was ihn denn in den ersten mittlerweile 13 Monaten seiner Amtszeit überrascht hat, muss der Reisener nicht lange überlegen.

„Das war das, was jeden so sehr betroffen hat. Die Pandemie hat uns das ganze Jahr nicht mehr losgelassen, unser gesamtes Leben wurde auf Null runtergefahren. Und dann ging’s im Herbst wieder von vorne los“, blickt Huber zurück. Das „Bespaßen“ im Homeschooling sei für die Kinder „einfach schlecht gewesen“, so der Bürgermeister, der selbst Großvater ist. Er habe Verständnis für die Eltern, die sich vor ein paar Wochen zu einer Protestaktion an der Schule getroffen hatten (wir berichteten).

Wie er den Kontakt zu den Bürgern überhaupt halten konnte in seinem Premierenjahr? „Indem ich teils vor der Haustür oder im Hof stehe.“ Huber bedauert, dass das Vereinsleben mehr oder weniger tot gewesen sei, dass es keine Feiern gegeben habe, dass so mancher durch den Lockdown auch etwas aggressiver in seinem Verhalten geworden sei. Würde man sich beim Dorffest begegnen können, wären manche Dispute eventuell schneller aus dem Weg geräumt, meint Huber. „Ich habe selber gelernt: Die Leute sind offener, wenn man mit ihnen redet“, sagt er allgemein zum Umgang miteinander.

Nach wie vor seien die ausgeschiedenen Gemeinderäte nicht verabschiedet oder sein Amtsvorgänger Georg Wiester zu seinem 70. Geburtstag vergangenen November nicht gefeiert worden. „Bei meinem 60. im Januar war der einzige auswärtige Gratulant ein alter Schulfreund“, erzählt der Bürgermeister.

Nur gut, dass die Pandemie bislang zumindest keine großen Auswirkungen auf die Gemeinde-Finanzen gehabt hat. „Natürlich gab es einen Rückgang bei den Gewerbesteuereinnahmen, aber das zieht uns prozentual nicht so runter wie unsere VG-Nachbarn aus Oberding mit dem Flughafen. Es gibt aktuell keinen Grund zur Sorge, es läuft normal weiter“, versichert Huber, demzufolge die Gemeinde keine Projekte groß hat schieben müssen.

Die Stimmung im neuen Gemeinderat sei gut, es herrsche große Einigkeit, auch wenn viel diskutiert werde. Huber lobt die harmonische Zusammenarbeit auch mit VG-Geschäftsleiter Josef Steinkirchner und der Rathaus-Verwaltung insgesamt.

Als größtes Projekt, das bislang in seiner Amtszeit fertiggestellt worden ist, sieht Huber die Containeranlage am Kindergarten. Der Neubau kommt dann auch nach Eitting, zum genauen Standort will sich Huber mit Verweis auf die laufende Planung noch nicht auslassen. Aktuell werde die Erschließung geplant, die Zufahrt sei sehr eng. Den Baubeginn fasst Huber für 2023 ins Auge.

Ein umfangreiches Projekt ist aktuell bekanntlich das Neubaugebiet Gaden-Mitte, das im Endausbau bis zu 350 Menschen Platz bieten soll. Aktuell läuft die Erschließung, die laut Huber noch bis zur ersten Novemberwoche dauern wird. Dann sei Abnahme. In rund drei Monaten soll die Ausschreibung für die 14 Bauplätze erfolgen, die die Gemeinde vergibt. Zur Anwendung kommen soll das frühere Einheimischenmodell, EU-konform überarbeitet. Noch vor dem Sommer will Huber das Konzept dafür komplett vorliegen haben, der „Feinschliff“ fehle noch.

Ein weiteres Projekt: Der Bebauungsplan für einen Bereich am Kittenberg in Eitting wird überarbeitet. Grund dafür sind Nachverdichtungswünsche. Der Plan ist 31 Jahre alt und nicht mehr zeitgemäß. „Damals hatte man noch 800 bis 900 Quadratmeter für Einfamilienhäuser“, so Huber. Dass der Trend vor allem auch aus finanziellen Gründen mittlerweile ein anderer ist, weiß auch er. Das Unterfangen brauche jedoch eine gewisse „Reife“, wie Huber sagt. Denn nicht jeder Anwohner könne die Planänderung nachvollziehen.

Sonst noch was? „Recht viel mehr wollen wir nicht anfangen“, stellt Huber klar. Denn: „Je mehr du machst, desto weniger bist du in einem Thema drin. Also alles Schritt für Schritt.“

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