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Die Kerzensegnung ist traditioneller Bestandteil des Festes Mariä Lichtmess. Den Segen erteilte Pfarrer Julian Tokarski. 

Nach sechsmonatiger Suche ist eine Mesnerin gefunden

Endlich wieder ein Gottensdienst in Gaden

Ein kleines Freudenfest stand in der Gadener Filialkirchengemeinde auf dem Programm. Nach sechs Monaten, in denen St. Jakob der Ältere verschlossen war, fand wieder eine Eucharistiefeier in dem Gotteshaus statt. Grund dafür ist die wiederbesetzte Stelle der Mesnerin. Bettina Seitzl hat das Amt nach sechsmonatiger Vakanz übernommen, Rosemarie Hartinger steht ihr unterstützend zur Seite.

Gaden – Zugleich wurde Mariä Lichtmess und der Namenstag des Heiligen Blasius gefeiert (siehe unten).

Seit die langjährige Mesnerin Anna Schröcker ihr Ehrenamt aus Altersgründen niedergelegt hatte, war es still geworden in St. Jakob, der Filialkirche am Rande des Viehlasmooses. Folglich gab es keine Gottesdienst mehr in der Kirche, die zur Pfarrei Oberhummel und damit zum Pfarrverband Langenbach/Oberhummel gehört.

Es wollte sich einfach kein Nachfolger für Schröcker finden. Die verschiedensten Personen wurden vorgeschlagen, aber niemand wollte sich binden – bis das Team Seitzl/Hartinger in die Bresche sprang und nun seit 31. Januar, zunächst probeweise für sechs Monate, den Ehrendienst übernommen hat.

Pfarrer Julian Tokarski zeigte sich vor den gut gefüllten Kirchenbänken entsprechened erfreut über die neuen Mitarbeiterinnen, die die Kirche für Mariä Lichtmess gleich mit eigenen Ideen geschmückt hatten – in einer Art, wie sie auch in den Ostkirchen üblich ist. Vor dem Volksaltar hatten die beiden nämlich eine Stellage aufgebaut, die mit einem strahlend weißen Tuch abgedeckt war. Den oberen Abschluss bildete ein Behältnis, in dem in einem Sandbett zahlreiche brennende Kerzen steckten, und das die Aufschrift trug: „Jesus, unser Licht“. Diese Kerzen durften die Gläubigen nach der Segnung am Ende der Eucharistiefeier mit nach Hause nehmen, um so Jesus, das Licht der Welt, symbolisch in ihr Heim zu tragen.

Die Reinigung der Seligen Jungfrau Maria

Das Fest „Darstellung des Herrn“, das früher auch „Mariä Reinigung“ beziehungsweise „Purificatio Beatae Mariae Virginis“ (Reinigung der seligen Jungfrau Maria) hieß, volkstümlich auch „Mariä Lichtmess“, hat eine lange Geschichte. Nach altem biblischen Gesetz der Israeliten gilt eine Frau nach der Geburt eines Knaben nämlich 40 Tage als unrein. Nach diesen 40 Tagen hatte sie einem Priester als Reinigungsopfer ein Schaf und eine Taube zu übergeben, nicht so begüterte Menschen übergaben zwei Turteltauben oder andere Tauben.

Darüber hinaus wurde jeder erstgeborene Sohn als Eigentum Gottes angesehen, er musste diesem im Tempel übergeben, das heißt „dargestellt“ werden. Durch ein Geldopfer wurde er dann wieder ausgelöst. Die Lukas-Erzählung von der „Darstellung des Herrn“ berichtet zwar nicht von einer solchen Auslösung, sie wird im traditionellen Judentum aber immer noch praktiziert.

Mariä Lichtmess hatte und hat im Bauernjahr nach wie vor seine Bedeutung. Nach dem 2. Februar endete die Weihnachtszeit, die heute nach der Liturgiereform bereits am Sonntag nach Erscheinung des Herrn am Dreikönigstag mit dem Fest „Taufe des Herrn“ zu Ende geht.

Zugleich wurden die Arbeitsverhältnisse in der Landwirtschaft verlängert – oder es war Dienstbotenwechsel. Und jede Magd konnte zum Lichtmesstag einen schönen Wachsstock von jenem Knecht erwarten, dem sie das Jahr über das Bett machte. Dieser Aufbettstock galt als Anerkennung für das korrekte Aufbetten, das Kammerrichten und Wäschewaschen, das reine Frauenarbeit war. Und gelegentlich soll auch gegolten haben: „Dirn, i hab dir(für dich; Anm. d. Red.) an Wachsstock, iatzt muasst mi a mögn!“

Es geht aber auch um den frommen Simeon, der in dem kleinen Jesuskind den Messias erkennt. Er sagt: „Denn meine Augen haben das Heil geschaut, das du geschaffen hast, damit alle Völker es sehen: ein Licht, das die Heiden erleuchtet.“ In Gaden: „Jesus, unser Licht“. Deshalb auch die Segnung der Kerzen als Licht der Erleuchtung.

Zahlreiche Gläubige hatten in die Gadener Kirche auch eigene Kerzen mitgebracht, die sie das Jahr über in ihren Wohnungen anzünden werden, als Symbol für den Segen Gottes.

Ein kleiner Wermutstropfen fiel jedoch auf den Festtag: Leni Danner, die viele Jahre nahe der Kirche gelebt hatte, ist verstorben. Ihrer wurde in Fürbitten gedacht.

Segen gegen Halskrankheiten

Nach wie vor beliebt im Volk ist der Blasiussegen, benannt nach dem Heiligen Blasius, dem Bischof von Sebaste in Armenien. Sein Namenstag ist am 3. Februar. Nach grausamer Folter – man soll ihn mit eisernen Kämmen zerfleischt haben – soll er um 316 enthauptet worden sein. Blasius wird zu den 14 Nothelfern gezählt. Der Legende nach hat Blasius, schon im Gefängnis, einem Jungen, der eine Fischgräte verschluckt hatte und zu ersticken drohte, durch sein Gebet und sein Eingreifen das Leben gerettet. Daher rührt der Blasiussegen, bei dem der Segensspruch lautet: „Auf die Fürsprache des Heiligen Bischofs und Märtyrers Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheiten und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.“ So heißt eine der traditionellen Segensformeln, die der Segensspender spricht, während er mit zwei gekreuzten Kerzen vor dem Gläubigen steht. 

RAIMUND LEX

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