Maria und Konrad Kratzer in ihrer Milchtankstelle in Eitting
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Milch frisch gezapft: An der Milchtankstelle von Maria und Konrad Kratzer gibt es ab sofort das gesunde Schmankerl ab Hof.

Familie Kratzer eröffnet Milchtankstelle in Eitting

Frische Milch rund um die Uhr

  • vonDaniela Oldach
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Milch zum Selberholen gibt es wieder bei Familie Kratzer auf dem Huberhof in Eitting. Ein moderner Milchautomat macht‘s möglich.

Eitting – Ein Hauch von Nostalgie weht auf dem Huberhof von Familie Kratzer in Eitting: Hier gibt es wieder Milch zum Selberholen. Zwar nicht wie anno dazumal in Kannen, dafür aber am modernen Milchautomat zum Selbstzapfen. Die neue „Milchtankstelle“ hat seit 1. Dezember an sieben Tagen die Woche 24 Stunden lang geöffnet.

Gleich links an der Einfahrt der Hofmarkstraße 10 befindet sich die Tankstelle in einem kleinen Raum, der aus eigenem Fichtenholz getäfelt wurde. Leere Glasflaschen werden zum Selbstkostenpreis von einem Euro verkauft. Nur dieses spezielle Behältnis passt dann in die Vorrichtung am Automaten. Knopf drücken, und es wird automatisch ein Liter Milch abgefüllt. Deckel drauf, das Geld einwerfen und die Milch zuhause genießen – so einfach ist es. Da es aber Rohmilch ist, muss sie vor dem Trinken abgekocht werden.

Den Eittingern schmeckt’s. „Wir haben schon viele positive Rückmeldungen bekommen“, freut sich Maria Kratzer. Die Bäuerin war auch die treibende Kraft in ihrer Familie, diesen besonderen Service anzubieten. „Kartoffeln und Gemüse gibt es in Eitting schon bei Direktvermarktern. Wir möchten keine Konkurrenz sein, sondern das Angebot ergänzen“, sagt die 45-Jährige. Und Konrad Kratzer freut’s, dass nicht nur sein Qualitätserzeugnis so gut ankommt, sondern dass vor allem bei den älteren Leuten Kindheitserinnerungen wieder wach werden. „,Mei, is des schee, fast so wie früher‘, sagen viele“, erzählt er stolz. „Und es ist auch ein schönes Gefühl, wenn die Leute selbst auf den Hof kommen und unsere Milch zu schätzen wissen“, ergänzt der 48-Jährige.

Am meisten los sei am Wochenende. Gut angenommen werde auch der Sonntag. Scheu, dass man dann nicht auf den Bauernhof kommen darf, müsse keiner haben. „Wir sind es ja gewohnt, da wir auch oft Urlaubsgäste hatten. Jetzt wegen Corona natürlich nicht“, versichert die Bäuerin.

Im Kühlschrank neben der Milchtankstelle gibt es außerdem Butter, Mozzarella und die Käsespezialität „Bavarella“, die alle vom Milchwerk Jäger kommen. An die Haager Molkerei liefern die Erdinger Bauern ihre Milch – so auch die Kratzers. Doch ein Teil des Erzeugnisses ihrer 60 Milchkühe fließt jetzt in die Tankstelle.

Abgerundet wird das Angebot durch die selbst gemachten Joghurts vom Frischmilchhof Lanzl aus Harlachen (Gemeinde Neuching). Zudem gibt es noch wechselnde Spezialitäten wie frisch gepressten Kratzer-Apfelsaft oder Honig aus Glaslern.

Tiefer in die Tasche greifen als im Supermarkt für Qualitätsmilch müssen die Verbraucher nicht: Einen Euro kostet der Liter. Ein bisserl Wechselgeld liegt in einem Körberl. „Die Leute sind sehr ehrlich“, freuen sich die Kratzers.

Die Mehrwegflasche soll daheim gespült und fürs nächste Befüllen wieder verwendet werden. Eine Rücknahme ähnlich einem Pfandsystem ist nicht möglich.

Daniela Oldach

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