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Die Kurve an der Von-Eberspeck-Straße in Reisen. Unter anderem Marco Krügers Kinder (v. l.) Finley, Lenny und Stella müssen sie regelmäßig überqueren. Das Auto auf unserem Foto ist übrigens nicht zu schnell unterwegs und weicht den Kindern sogar noch aus.

Gemeinde Eitting sieht keinen weiteren Handlungsbedarf

Lebensgefährliche Kurve in Reisen? Bürgermeister widerspricht Anwohner

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Um die Sicherheit seiner Kinder und Haustiere sorgt sich Marco Krüger. Der 42-Jährige wohnt an der Von-Eberspeck-Straße in Reisen, direkt an einer S-Kurve in etwa gegenüber dem Dorfstadel. Was die Gemeinde bislang für eine sicherere Verkehrssituation unternommen hat, reicht ihm nicht aus. Er findet ihr Vorgehen sogar kontraproduktiv. Die Bürgermeister können die Kritik nicht nachvollziehen.

Reisen Bei einem Ortstermin mit unserer Zeitung können Bürgermeister Georg Wiester, sein Stellvertreter Reinhard Huber, selbst ein Reisener, und Justine Heike, Leiterin Öffentliche Sicherheit und Ordnung der Verwaltungsgemeinschaft Oberding, nur den Kopf schütteln. Ein Tempolimit auf 30 km/h sei dort nicht umsetzbar.

Seit zweieinhalb Jahren lebt Krüger mit seiner Frau Cathleen und den drei Kindern Stella (12), Finley (13) und Lenny (7) zur Miete in Reisen, zuvor hatte die Familie in Hallbergmoos gewohnt. In den Hausnummern 10 bis 12 leben dem Vater zufolge insgesamt neun Kinder. „Wir beobachten jeden Tag, dass die Kraftfahrer mit hoher Geschwindigkeit durch diese Kurve fahren und wir selbst Probleme haben, aus der Einfahrt zu kommen“, sagt Krüger. „Leider sind unsere Kinder noch nicht so aufmerksam, dass sie jedes Mal anhalten und sich vergewissern, dass ein Auto kommt. Wir drillen sie regelrecht, dass es sehr gefährlich ist.“ Um zum Spielplatz hinter dem Stadel zu kommen, muss die Straße überquert werden.

Drei Katzen, zwei davon gehörten zur Familie Krüger, seien in der Kurve überfahren und liegen gelassen worden. „Die Kinder haben sie gefunden. Sicherlich können Sie sich vorstellen, was sich da für Dramen abgespielt haben“, sagt der Speditionskaufmann unserer Zeitung.

Im Mai habe er mit dem Bürgermeister über seine Sorgen gesprochen. „Ich zeigte ihm detailliert Fotos der Verkehrssituation und wo gebremst werden müsste, um rechtzeitig vor den zwei Einfahrten zum Stehen zu kommen.“ Laut Krüger ist es „physikalisch unmöglich“, bei einer Gefahrensituation – wenn ein Kind zum Beispiel über die Straße läuft – sein Auto etwa bei den erlaubten 50 km/h rechtzeitig herunter zu bremsen. Was ihn stört: Die Gemeinde hat mit einem Parkverbotsschild in der Kurve reagiert. „Super“, sagt Krüger ironisch. Denn seiner Meinung nach bedeutet das: „Jetzt können die Fahrzeuge noch schneller durch die Kurve fahren. Seitdem ist nichts mehr passiert. Ich finde das unverantwortlich.“

Keine Grundlage für Tempo 30

Bürgermeister Wiester hat für die Kritik wenig Verständnis. „Das ist ja keine Durchgangsstraße“, sagt er. An der Von-Eberspeck-Straße sei generell wenig Verkehr unterwegs – und wenn, dann größtenteils Anwohner. Lkw müssten dort nicht vorbei, allenfalls ein paar Landwirte.

Anfang August ist Heike zufolge mithilfe von Smiley-Messanlagen der Verkehr erfasst worden. In Sachen Geschwindigkeit habe es nur ein paar Ausreißer gegeben. 1,2 Prozent sämtlicher erfasster Autofahrer seien über 60 km/h unterwegs gewesen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Tempo 30 seien so schlichtweg nicht gegeben. Bei gerade mal einem Prozent bestehe keine akute Gefahr für Personen.

Eine 30er-Zone war Huber zufolge bereits Thema im Gemeinderat. „Uns ging es vor allem um die Kinder“, sagt Huber. Aber die rechtliche Grundlage fehlt eben.

Der Großteil der Fahrzeuge komme mit einer Geschwindigkeit zwischen 40 und 50 km/h vorbei, sagt Heike, während Wiester und Huber auf die diversen Maßnahmen verweisen, die in der Kurve zur besseren Übersichtlichkeit seitens der Gemeinde unternommen worden seien. Beispielsweise habe man vor rund drei Jahren einen durchgehenden und breiteren Fußweg realisiert. Dafür habe der betroffene Eigentümer einen Teil seines Grundstücks abgegeben. Hinzu komme das absolute Halteverbot, das zur Verwunderung Wiesters und Hubers von Krüger kritisiert wird. Zudem sei die Bepflanzung weniger dicht als früher. „Zur Verkehrsberuhigung haben wir viel getan“, schlussfolgert Wiester.

Wenn die Kurve in Reisen schon gefährlich ist, was sollen dann die Gadener an der Ortsdurchfahrt an der ED 19 sagen?, fragt sich Eittings Gemeindechef. „Wenn einer zu schnell fährt, dann soll er’s mir sagen. Dann gehe ich zu dem persönlich hin“, so Wiesters Angebot an Krüger.

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