Erdogan rüffelt Gabriel: "Beachten Sie Ihre Grenzen!"

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Vor Gericht

Haare ausgerissen, ins Gesicht geschlagen

Weil er von seiner Lebensgefährtin quasi zum Hausmann degradiert wurde, während sie sich in Discos amüsierte, platzte einem Mann (42) aus dem nördlichen Landkreis der Kragen. Seine Aggressionen reagierte er an der Freundin seiner Lebensgefährtin und deren Begleiter ab.

Nördlicher Landkreis – Eine ungewöhnliche Geschichte erzählte ein 42-Jähriger, der wegen Körperverletzung vor Gericht stand. So ganz glaubte ihm das Gericht aber nicht, und so wurde sein Strafbefehl in Höhe von 4800 Euro verurteilt.

Zu der tätlichen Auseinandersetzung war es am Abend des 28. Dezember 2016 in einem Anwesen im Landkreis Landshut gekommen, in dem der Mann damals lebte. Der Kraftfahrer reagierte seinen Frust an einer 28-jährigen Freundin seiner Lebensgefährtin und deren Begleiter ab. Dabei riss er der Frau ein Büschel ihrer langen Haare aus und versetzte ihrem Begleiter einen Faustschlag ins Gesicht.

Vor Strafrichter Michael Pichlmeier vom Landshuter Amtsgericht wartete der Kraftfahrer mit tatkräftiger Unterstützung seines Verteidigers Franz Bachmair, der mehrfach eine Einstellung des Verfahrens anregte, mit einer ungewöhnlichen Vorgeschichte auf. 18 Jahre habe die Partnerschaft, aus der zwei Kinder im Schulalter stammten, gehalten. Mitte 2016 habe dann seine Lebensgefährtin die 28-jährige Verkäuferin kennengelernt und sich mit ihr angefreundet. Von da an habe der Haussegen schief gehangen, denn die beiden Frauen hätten in schöner Regelmäßigkeit eine wenig gut beleumdete Disco aufgesucht: „Meist mit einer Netzbluse und einem kurzen Röckchen bekleidet.“ Er habe sich um die beiden gemeinsamen Kinder kümmern müssen.

An jenem Tag im Dezember sei es dann wieder einmal zu einem Streit wegen der Freundin gekommen. Diese habe sich dann wenig später telefonisch gemeldet und angekündigt, dass sie mit einem Begleiter kommen werde. „Ich habe gewusst, dass sie gewalttätig wird und mir war klar, wenn sie jemand mitbringt, geht es gegen mich. Ich hatte einfach Angst“, behauptete der Kraftfahrer. Schließlich seien die Verkäuferin und ihr Begleiter vorgefahren. „Sie sind ausgestiegen, haben mich beschimpft und sind auf mich zu“, schilderte der 42-Jährige eine Art Notwehrsituation. Er habe die ungebetenen Gäste noch aufgefordert, das Anwesen zu verlassen. Da habe ihn die 28-Jährige als „arbeitsloses Stück Scheiße und Rabenvater“ beschimpft. „Ich habe sie weggeschoben, da ist dann ihr Begleiter dazwischen gegangen, hat mich am Krawattl gepackt. Aber keiner hat zugeschlagen, wir sind bloß über ein Fahrrad gestürzt.“ Das habe die Verkäuferin genutzt, sich von hinten auf ihn zu knien und ihm eine Watschn zu verpassen. „Da habe ich nach hinten gegriffen und sie leider Gottes an den Haaren erwischt und ihr ein Büschel ausgerissen.“ Beim weiteren Gerangel seien er und sein Kontrahent dann noch über eine Bank gestürzt. „Bei mir hat eine Rippe geknackst, ich hatte große Schmerzen und habe keinen anderen Ausweg mehr gesehen, als mit der Faust zuzuschlagen, weil ich Todesangst hatte“, sagte der Kraftfahrer. Dadurch sei sein Widersacher offenbar gestürzt, mit dem Hinterkopf auf das Pflaster aufgeschlagen und kurz bewusstlos gewesen. „Dann ist er aber gleich wieder auf mich losgegangen, da sind allerdings schon die Polizei und der Rettungsdienst eingetroffen.“

Die 28-Jährige hatte die damaligen Vorkommnisse allerdings noch anders in Erinnerung: Sie sei mit ihrer Freundin verabredet gewesen, habe sie aber am Telefon nicht erreicht und sich deshalb Sorgen gemacht, „weil ihr Lebensgefährte schon oft Psychoterror gemacht hat.“ Deshalb habe sie sich mit einem Nachbarn „Verstärkung“ geholt und sei dann zu dem Anwesen gefahren.

Dort sei es zu einem Streit gekommen, bis der Kraftfahrer zunächst mit der flachen Hand und schließlich mit der Faust zugeschlagen habe. „Mir hat er auch die halben Haare ausgerissen, und als mein Begleiter bewusstlos am Boden lag, ist er weiter auf ihn losgegangen“, erzählte die 28-Jährige.

Der Staatsanwalt glaubte dem 42-Jährigen die Notwehrsituation nicht. Er habe nach der Schilderung des Mannes eigentlich eine „Furie“ mit entsprechender Statur erwartet. Bei der eher schmächtigen Zeugin sei die Notwehr-Version eher absurd. Daraufhin nahm der Mann seinen Einspruch gegen den Strafbefehl über 120 Tagessätze à 40 Euro (4800 Euro) wegen vorsätzlicher Körperverletzung in zwei Fällen zurück.

Walter Schöttl

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