Nach Corona-Massenausbruch bei Tönnies: Aktivisten besetzen Schlachthof - drastische Forderung

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Die neuen Ehrenmitglieder heißen Alfred Badmann (vo., 3. v. l.) und Richard Berzl (vo., 4. v. l.). Außerdem wurden (vo., v. l.) Vereinswirtin Cornelia Strasser-Smith (20 Jahre Mitglied), Alfred Neudecker (40), Hilde Hintermaier (30), Helga Jung (10), (hi., v. l.) Georg Holler (40), Konrad Zollner (40), Bürgermeister Georg Wiester, Vorsitzender Klaus Fuchs, Josef Strasser (40), Johann Hufschmid und Matthias Angelhuber (20) geehrt.

Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Eitting

Beleidigung von Feuerwehrlern: Bürgermeister Wiester fordert drastische Strafen

  • vonDaniela Oldach
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Beleidigungen gegenüber Feuerwehrlern müssen deutliche Konsequenzen haben. Das fordert Georg Wiester. „Wenn Feuerwehrleute und Rettungskräfte bei einem Einsatz mit ,Ihr Deppen’ beschimpft oder sogar tätlich angegriffen werden, dann ist das nicht mehr hinnehmbar“, sagte der Bürgermeister in der Mitgliederversammlung der Eittinger Feuerwehr am Sonntag beim Postwirt.

Eitting – „Es ist dringend an der Zeit, dass der Gesetzgeber in solchen Fällen drastische Strafen einführt“, ergänzte er und führte als Beispiel die Beleidigung von Kameraden aus Kleinberghofen (Kreis Dachau) an, die beschimpft worden waren, weil sie für einen Martinsumzug die Dorfstraße abgesichert und gesperrt hatten.

Den Gaffern keine Chance lassen hingegen die Eittinger Wehrler selbst, denn sie haben auf Initiative von Vize-Vorsitzendem Sebastian Hintermaier eine Gafferwand angeschafft (wir berichteten). Dieser Sichtschutz wird mit einem Gebläse aufgestellt, sodass innerhalb von zwei Minuten eine Wand mit zwei Metern Höhe und 20 Metern Länge aufgestellt und Unfallopfer so vor Blicken geschützt werden. Rund 4000 Euro hat die Wand gekostet, die durch Spenden finanziert wurde.

Arbeit gibt es für die Eittinger Wehr reichlich. Das zeigte der Bericht von Kommandant Georg Kohlhuber. Denn durch die A 92 und die Flughafentangente Ost werden die Kameraden oft zu schweren Unfällen gerufen. Insgesamt 65 Mal rückten die Aktiven im vergangenen Jahr aus. Die Einsätze gliedern sich in 34 technische Hilfeleistungen, 21 Brandeinsätze, zwei Sicherheitswachen, drei Einsätze mit Gefahrstoffen (auslaufender Kraftstoff) sowie fünfmal Ausrücken, das unter „Sonstiges“ fällt. Insgesamt waren es 798 Einsatzstunden. Hinzu kommen 19 Übungen (768 Stunden), acht Atemschutzübungen (94), zwölf Jugendübungen (390), vier First-Responder-Übungen (35), 240 Stunden bei Führungssitzungen und 200 Stunden, die die Gerätewarte absolviert haben. Summa summarum leisteten die 48 Aktiven 2525 Stunden ehrenamtlichen Dienst.

Verdiente Aktive (v. l.): Kommandant Georg Kohlhuber, Albert Thaler (Ernennung zum Oberlöschmeister), Jonas Hatzl (Feuerwehrmann), Werner Scharl (Hauptlöschmeister), Roland Früchtl (30 Jahre aktiv) und Markus Scharl (acht Jahre im Vorstand).

Roland Früchtl macht das schon seit drei Jahrzehnten. Dafür zeichnete ihn Kohlhuber aus. Albert Thaler ist seit vielen Jahren aktiv, hat die Jugendfeuerwehr aufgebaut, ist Schriftführer und immer da, wo er gebraucht wird. Als Anerkennung dafür wurde er zum Oberlöschmeister ernannt. „Ein Mann für alle Fälle“ ist laut Kohlhuber sein Stellvertreter Werner Scharl. Er wurde an seinem 41. Geburtstag zum Hauptlöschmeister befördert. Markus Scharl bleibt zwar aktiver Wehrler, hat aber im vergangenen Jahr die Vorstandsriege verlassen. Für seinen Einsatz bedankten sich Kohlhuber und Vorsitzender Klaus Fuchs. Erst am Anfang seiner Aktivenkarriere steht Jonas Hatzl, der von Kohlhuber zum Feuerwehrmann ernannt wurde.

Neben den Aktiven gibt es aber auch viele ehemalige Aktive sowie passive Mitglieder, die der Wehr seit Jahrzehnten die Treue halten. Dazu gehören Alfred Badmann und Richard Berzl. Fuchs ernannte die beiden zu Ehrenmitgliedern. Beide waren jeweils von 1950 bis 1979 aktives Mitglied und seit 1980 passiv. Damit haben sie die 100-Punkte-Grenze erreicht, die man bei der Wehr benötigt, um Ehrenmitglied zu werden.

Ebenfalls wurden geehrt: Johann Hufschmid (60-jährige Mitgliedschaft), Georg Holler, Alfred Neudecker, Josef Strasser, Konrad Zollner (je 40), Hilde Hintermaier (30), Matthias Angelhuber, Vereinswirtin Cornelia Strasser-Smith (je 20) und Helga Jung vom Patenverein aus Wilsenroth (Westerwald) für zehnjährige Mitgliedschaft.

Zum Jahresende bestand die Wehr aus 369 Mitgliedern, darunter auch 16 Jugendfeuerwehrler und acht Ehrenmitglieder. Finanziell steht der Verein auf gesunden Beinen. Der Kassenbericht von Finanzchef Michael Langer ergab ein kleines Plus. Als die Kassenprüfer Rudi Brand und Willi Lenz ihr Ok gaben, wurde die Vorstandsriege einstimmig entlastet.

Auch im geselligen Leben ist der Feuerwehrverein aktiv. Ein Highlight war der erstmalige Auftritt der Schäffler in der Gemeinde am Rosenmontag. Aber auch die Sonnwendfeier und das Dorffest kamen gut an. Schlecht besucht war hingegen die Weihnachtsfeier, genauso wie die Defi-Schulung am Vortag von Elmar Bayer. Das sprachen Wiester, Fuchs und Kohlhuber deutlich an, denn nur fünf Personen haben mitgemacht. Unter ihnen war auch Wiester, der sich für den unermüdlichen Einsatz der Kameraden bedankte. Auf mehr Resonanz hoffen die Verantwortlichen beim Erste-Hilfe-Seminar am Samstag, 7. März, im Feuerwehrhaus Gaden. Jeder kann mitmachen. Anmeldung direkt bei der Wehr.

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