Eine Line Koks.
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32-Jähriger fällt auf verdeckten Ermittler herein – Geständnis zu Prozessbeginn

Koks für den Chef

Ein 32-jähriger Moosburger hat seinem Chef in einem Eittinger Unternehmen regelmäßig Drogen besorgt. Dafür muss er sich derzeit vor Gericht in Landshut verantworten.

Eitting/Moosburg – Was macht man nicht alles für seinen Chef? Nun ja, diesen Gefallen hätte ihm ein 32-jähriger Moosburger lieber nicht getan. Sein Vorgesetzter in einem Eittinger Unternehmen hatte den Moosburger gebeten, ihm gelegentlich Kokain und Marihuana zu besorgen. So wie es der Angeklagte vor dem Landgericht Landshut beschrieb, sei er bis dato nur Konsument gewesen, mit seiner Zusage nun allerdings zum Dealer geworden.

Die Drogen für seinen Chef bezog er von einem Kollegen. Die Übergabe fand in der Regel in der Umkleidekabine der Firma statt. Nun muss sich der Schichtleiter wegen unerlaubten Handeltreibens und Veräußerung von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in neun Fällen sowie vorsätzlichen Erwerbs von Betäubungsmitteln und unerlaubten Besitzes vor der dritten Strafkammer verantworten.

Zu Prozessbeginn wurde der angeklagte Sachverhalt von Verteidiger Patrick Schladt im Namen seines Mandanten vollumfänglich eingeräumt. Er sei zunächst „baff“ gewesen, als der Chef ihn gefragt habe, ob er was für ihn habe, so der Angeklagte selbst. Dann aber habe er sich gedacht, wenn er dem Chef einen Gefallen tue, werde dieser sich erkenntlich zeigen, sollte er wiederum mal ein Problem in der Firma haben. Dass er selbst die Drogen von einem Kollegen bezog, habe er daher tunlichst verschwiegen. „Heute weiß ich, dass das eine Dummheit war.“

Laut Anklage verkaufte der 32-Jährige seinem Vorgesetzten am 21. Februar in Moosburg sowie am 20. März 2020 in Berglern jeweils 30 Gramm Kokain zu einem Preis von 90 Euro. Zu der Übergabe einer Bestellung von weiteren 30 Gramm im Mai war es nicht gekommen: Der Chef hatte sich zuvor der Polizei gegenüber offenbart. Diese hatte ihn mit einem belastenden Handy-Chat konfrontiert, auf den sie im Rahmen eines anderen Ermittlungsverfahrens gestoßen war. Bei einer Hausdurchsuchung hatten die Beamten dann Kokain sichergestellt; der Mann benannte den Angeklagten als Verkäufer.

Die vorläufige Festnahme des Angeklagten erfolgte schließlich am 2. Juni, nachdem er in eine Falle der Drogenfahnder getappt war. Wie ein Kripobeamter vor Gericht erzählte, war der Vorgesetzte angewiesen worden, dem Angeklagten von einem vermeintlichen Bekannten zu erzählen, der auch Kokain wolle. Doch die Person, an die der 32-Jährige in Moosburg 65 Gramm Kokain verkaufte, war ein verdeckter Ermittler.

Bei der anschließenden Wohnungsdurchsuchung stellten die Beamten 57 Gramm Marihuana, 3 Gramm Kokain und 2,4 Gramm Tabak-Marihuana-Gemisch sicher, die laut Anklage für den Eigenkonsum gedacht waren. Der Tatertrag aus den Kokain- und Marihuanageschäften beträgt 15 400 Euro. Die Einziehung dieser Summe soll beantragt werden. Der Prozess wird am 2. Februar fortgesetzt.  nig

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