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Ansprache vom Bezirkspräsidenten: Anton Kreitmair (l.) bei seinem Vortrag in der gut besuchten Lagerhalle des Betriebs von Konrad Zollner in Eitting.

Kreisbauerntag in Eitting

Bürokratisches Monster Düngeverordnung

Zahlreiche Landwirte sind beim Kreisbauerntag in Eitting zusammengekommen. Dort wurden einige Sorgen laut. Kreisobmann Jakob Maier sprach unter anderem Bürokratie und Tierbestände an.

Eitting – Dort, wo auf dem Hof von Familie Zollner in Eitting normalerweise rote Rüben lagern, war sauber zusammengekehrt, waren Fahnen und Banner aufgehängt, eine Bühne aufgebaut, und der Kreisbauerntag als Teil des Festprogramms zum Jubiläum der Concordia-Schützen konnte stattfinden. Es war die große Gelegenheit zur Positionsbestimmung des Bayerischen Bauernverbands (BBV), der in Oberbayern 30 000 Mitgliedsbetriebe hat.

Eittings Bürgermeister Georg Wiester demonstrierte seine Verbundenheit mit der Landwirtschaft, skizzierte den Strukturwandel auch anhand der Leistungsdaten der Traktoren, und erinnerte sich: „Wir haben als Kinder nicht zuschauen dürfen, wenn der Zuchtstier im Einsatz war.“ Auch die Geißel der Bürokratie sprach Wiester an und bemerkte, dass es heutzutage schwieriger sei, einen Vierfach-Antrag auszufüllen als eine Einkommensteuererklärung.

Landrat Martin Bayerstorfer nannte Zahlen: 2000 Betriebe seien es kreisweit, die hervorragende Lebensmittel produzierten. Die Landwirte würden einen wichtigen Beitrag zum Wohlstand leisten.

Für Kreisobmann Jakob Maier war es der erste Kreisbauerntag. Er nannte unter anderem die Düngeverordnung ein „bürokratisches Monster“ und warnte: „Wenn wir in Deutschland die Tierbestände abbauen – und darauf wird es hinaus laufen – freuen sich andere.“ Leidenschaftlich warb er für mehr Öffentlichkeitsarbeit, um deutlich zu machen, dass es ohne Landwirte einfach nichts zu essen gebe. „Die Werte haben sich verschoben“, meinte er. „Das Essen ist da, das gibt es im Supermarkt.“ Kerosin werde nicht besteuert, der Diesel aber schon. „Das macht mich echt sauer.“

Oberbayerns BBV-Bezirkspräsident Anton Kreitmair aus Dachau griff manchen dieser Bälle auf und appellierte auch an das Gemeinschaftsgefühl der Landwirte, die nicht umsonst einen starken Einheitsverband hätten. Er nannte die Düngeverordnung gar „ein Paradebeispiel, wie man die Landwirtschaft zerstören kann.“

Auch das von gewissen Gruppen und Parteien verbreitete negative Image sprach er an und vertiefte das Thema: „Immer der allein Schuldige, die Landwirtschaft. Das kann und darf nicht sein.“ Er erinnerte seine Berufskollegen aber auch daran, dass sie sich auf einem Markt bewegten, und dieser sei nun mal nicht steuerbar. Darum bekannte er sich auch zu einer gewissen Betriebsgröße: „Mit 1000 Mastschweinen ein Vollerwerbsbetrieb für zwei Generationen: Das geht heute nicht mehr.“ Und so rief er zu Gemeinsamkeit auf: „Die Zukunft gehört uns, da bin ich sicher. Aber wir müssen diese Zukunft auch gestalten.“ Klaus Kuhn

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