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Verteidiger bremst Kokain-Prozess

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Vor der 6. Strafkammer des Landgerichts Landshut hat am Dienstag der Prozess gegen fünf Albaner begonnen, denen Handel mit 1,8 Tonnen Kokain im Wert von rund 400 Millionen Euro vorgeworfen wird.
Vor der 6. Strafkammer des Landgerichts Landshut hat am Dienstag der Prozess gegen fünf Albaner begonnen, denen Handel mit 1,8 Tonnen Kokain im Wert von rund 400 Millionen Euro vorgeworfen wird. (Symbolbild) © Mm-Archiv

Vor der 6. Strafkammer des Landgerichts Landshut hat am Dienstag der Prozess gegen fünf Albaner begonnen, denen Handel mit 1,8 Tonnen Kokain im Wert von rund 400 Millionen Euro vorgeworfen wird (wir berichteten). Über die Verlesung der Anklage kam man aber am ersten Tag nicht hinaus.

Eitting/Landshut – Vor der 6. Strafkammer des Landgerichts Landshut hat am Dienstag der Prozess gegen fünf Albaner begonnen, denen Handel mit 1,8 Tonnen Kokain im Wert von rund 400 Millionen Euro vorgeworfen wird (wir berichteten). Für die Verhandlung waren strenge Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Über die Verlesung der Anklage kam man aber am ersten Tag nicht hinaus.

Rechtsanwalt Hubertus Werner, einer von neun anwesenden Verteidigern, monierte noch vor der Anklageverlesung, dass ihm und seinen Kollegen noch nicht alle Akten zur Verfügung gestellt worden seien. Außerdem beanstandete er die Besetzung der Kammer und kündigte, eine Rüge wegen der nominierten Ergänzungsrichterin und einem Ergänzungsschöffen an. Den Verteidigern seien zunächst andere Namen genannt worden. Die Kammer folgte dem Antrag des Verteidigers auf Sitzungsunterbrechung. Der Prozess wird am 7. Mai fortgesetzt.

Ob sich die fünf Angeklagten dann zu den Vorwürfen äußern, ist fraglich. Bis auf einen hüllen sich alle in Schweigen oder bestreiten jegliches kriminelles Handeln. Kein Wunder: Der Strafrahmen beginnt bei fünf Jahren und geht bis zu 15 Jahren.

Es war wohl der größte Rauschgift-Coup der deutschen Kriminalgeschichte. Im April 2018 wurden 13 Albaner festgenommen, die darin verwickelt gewesen sein sollen. Fünf von ihnen sitzen nun auf der Anklagebank in Landshut, drei weitere sind vor dem Landgericht München I angeklagt. Vier wurden inzwischen durch das Landgericht Hamburg wegen Beihilfe zu Freiheitsstrafen zwischen drei Jahren und drei Jahren neun Monaten verurteilt.

Die von den Staatsanwälten Dr. Dominikus Reither und Thomas Kunze vertretene Anklage wirft dem Quintett vor, seit Juli 2017 Kokain nach Deutschland und von da in die Niederlande gebracht zu haben. Die aus Ecuador stammenden Drogen seien in Bananenkisten versteckt über den Seeweg nach Hamburg geschmuggelt worden, von wo aus sie auf verschiedene Reifelager unter anderem auch in Eitting verteilt wurden. Dort, so die Anklage weiter, seien die Täter dann eingebrochen und hätten die zahllosen Kokainpäckchen geborgen.

Aber schon bei der zweiten Lieferung gab es Probleme: Mitte September 2017 waren 197 Kilogramm Koks im Eittinger Reifelager einer Supermarkt-Kette gelandet. Allerdings stimmte offenbar die Kommunikation nicht: Man vermutete den Stoff irrtümlich im hessischen Dietzenbach und brach dort ein. Der Einbruch zwei Nächte später in Eitting kam dann zu spät: Die Bananenkisten mit dem Kokain waren bereits in mehrere Supermarktfilialen im südbayerischen Raum ausgeliefert worden, unter anderem nach Kiefersfelden. Dort bemerkte ein Supermarkt-Mitarbeiter die braunen Päckchen und verständigte ebenso wie ein Kollege aus Passau die Polizei. WALTER SCHÖTTL

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