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Die Fläche des Anstoßes: An der Birkenstraße wird eine Kurzumtriebsplantage entstehen.

Verhandlung um Kurzumtriebsplantage

Nachbarschaftsstress und ein entspannter Richter

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Eittingermoos – In Eittingermoos ist um eine geplante Kurzumtriebsplantage eine hitzige Diskussion zwischen Landwirt und Anwohnern entbrannt. Gestern war das Münchner Verwaltungsgericht vor Ort, um eine Lösung herbeizuschaffen.

Die so genannte Kurzumtriebsplantage ist ein komplizierter Begriff. So richtig kompliziert wurde es mit ihr nun auch in Eittingermoos. Dort will ein 49-jähriger Landwirt eine eben solche errichten. Den Bescheid dafür hat er bereits im Dezember vergangenen Jahres vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forstern (AELF) bekommen. Prompt allerdings auch zwei Klagen zweier Anwohner gegen den Freistaat Bayern, die mit ihren Anwesen an die betroffene Fläche angrenzen. Gestern war Besichtigungstermin des Verwaltungsgerichts München mit anschließender mündlicher Verhandlung im ortsansässigen Mooswirt.

Unter einer Kurzumtriebsplantage versteht man die Anpflanzung schnell wachsender Bäume, um innerhalb kurzer Zeit Holz als nachwachsenden Rohstoff zu produzieren. Der 49-Jährige will das tun, um Hackschnitzel für Brennholz zu erhalten. So will er von seiner Ölheizung wegkommen und auf erneuerbare Energien umsteigen. Unter anderem will er das auf einer rund ein Hektar großen Fläche an der Birkenstraße tun.

Das bereitete allerdings zwei Anwohnern (53/72) große Sorgen. Ihre Bedenken: Die Grundstücke könnten durch die eventuell recht hohen Bäume stark verschattet werden, der Wohnwert würde sich verringern. Und dann das ganze Ungeziefer und die Mäuse, möglicherweise spritzt der Landwirt auch noch Herbizide.

Gestern wurde die Situation vor Ort in Augenschein genommen – mit Klägern, dem beigeladenen Landwirtsehepaar, Anwälten, Münchner Verwaltungsrichtern und Vertretern vom AELF. In der anschließenden Verhandlung wurde klar: Die Fronten sind nicht so verhärtet, als dass sie nicht aufgeweicht werden könnten.

Es musste halt ein bisserl herumgeschachert werden – so wie beim Königlich Bayerischen Amtsgericht, befand Vorsitzender Richter Josef Nuber, der der Fernsehserie entsprechend auch mit einem Schuss Lockerheit durch die Verhandlung führte. In einer kleinen Ortschaft solle es keine Zwistigkeiten unter Nachbarn geben, man müsse miteinander reden und einen Kompromiss finden: „Dass wer verliert, das bringt nix“, sagte Nuber.

„Ich wusste noch gar nicht, was ich anbauen will, da wurde schon geschossen“, sagte der 49-jährige Landwirt, der lieber erst von seinen Nachbarn angesprochen als gleich mit einer Klage konfrontiert worden wäre. Das hätte zumindest wohl einen Teil der Sorgen der Anwohner zerstreut. Denn der Bauer will nicht etwa die für solche Plantagen gerne genommenen und in kurzer Zeit schnell wachsenden Hybridpappeln anbauen, sondern eine Mischung aus Kirsch- und Erlenbäumen.

Erstere werden dem Landwirt zufolge in sieben Jahren etwa nur fünf Meter hoch, die Erle schaffe es auf acht bis neun Meter – weit weniger als die Pappeln und damit weit weniger potenzieller Schatten. Und zudem für ihn selbst ein größerer Heizwert, befand der Landwirt. Dieser versicherte außerdem, keine Herbizide zu spritzen.

Die Anwohnerin, deren Haus gegenüber dem betroffenen Feld auf der anderen Seite der Birkenstraße liegt, warf ein, dass die Straße durch die Bäume im Winter stärker vereist sein könnte. Auch deswegen einigte man sich darauf, dass der Landwirt mit der Bepflanzung einen Abstand von drei Metern zu den angrenzenden Grundstücken einzuhalten hat. Mehr als zunächst geplant.

„Und wenn die Bäume mal ins Grundstück reinwachsen, dann müssen Sie sie halt zuschneiden“, sagte Richter Nuber zum Landwirt, mit dem er sich auf eine Umtriebszeit von acht Jahren einigte. Spätestens dann muss der Pflanzenbestand zu Brennholz verarbeitet werden. So können die Bäume nicht zu hoch hinaus und so große Schatten auf die Anwohner werfen. Und der Landwirt bekommt spätestens dann sein Brennholz. Schließlich wolle dieser das ja auch noch erleben, meinte der Richter mit einem Augenzwinkern.

von Markus Schwarzkugler

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